Szenenfoto aus der Premiere von „Disneys Die Schöne und das Biest“ im Kölner Musical Dome am 16. Dezember 2021

Köln | Nach gefühlt unendlicher Corona-Pause startete der Kölner Musical Dome gestern mit die „Disneys Die Schöne und das Biest“. Die unbändige Spielfreude der Darsteller*innen – die Erlösung, endlich wieder das Publikum zu begeistern war deutlich zu spüren – übertrug sich auf das zahlreich erschiene Publikum. Trotz Maskenpflicht war nach der Show bei allen Besucher*innen das Lächeln und die glänzenden Augen auffällig zu beobachten.

Zauberhaftes Märchen

Gibt es einen besseren Stoff für den Neustart der Musicals im Blauen Zelt am Kölner Hauptbahnhof als ausgerechnet mit einem Märchen? Inszeniert mit – mancher mag sagen kitschig – überbordendem Fantasy-Style von Kostümen bis Bühne und Darsteller*innen, die es auch an Witz in Sprache und Geste nicht fehlen ließen. Das Premierenpublikum von „Disneys Die Schöne und das Biest“ zeigte sich begeistert und spendete langanhaltend Standing Ovations zum Ende der Premiere.

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Was für eine Lebensfreude, wenn Gabeln, Löffel und Teller oder Weingläser tanzen. Stimmlich gab es Höhen und Tiefen. Herausragend war Zsófia Kisfaludy als Madame Pottine und Ádám Bálint als Lumière, während der von Norman Szentmártoni gespielte Gaston zwar figürlich dominierte und überzeugte aber gesanglich manchmal unterging. Auch Sándor Barkóczi überzeugte mit seiner gesanglichen und schauspielerischen Leistung als „Biest“. An Flóra Széles als Belle, gab es schauspielerisch nichts zu kritisieren aber in manchen gesanglichen Passagen – nicht allen – wirkte sie stimmlich einen Hauch zu dünn und nicht präsent genug. Wundervoll und mit einem besonderen Applaus gelobt das Kind „Tassilo“ von Madame Pottine, gespielt von Milán Horváth.

Aber all diese gelungenen Einzelleistungen lebten vor allem von der Choreographie in die sie eingebettet waren und die verdient das Prädikat exzellent. Die Tänzer*innen gaben mit ihrer Rhythmik der Story eine besondere Dynamik und Modernität, die die überbordend kitschigen Momente elegant einfing.

Romantisierender Fantasy Style

„Disneys Die Schöne und das Biest“ ist kein modernes asketisches Tanztheater und Musical, sondern überzeichnet im Fantasy-Stil mit romantisierenden Effekten und entführt so in eine magische Märchenwelt, wie wir sie aus unseren Kindertagen kennen. Genau dies löst in uns diese Wohlfühl-Emotionen aus, die wir aus unser Kindheit kennen, den leichten Grusel und der immensen Erleichterung bei den vielen kleinen und im Finale grandiosen Happy Ends. Und obwohl wir natürlich wissen, dass es im Fantasymärchen eines Happy Endes bedarf, schafft es diese Inszenierung von „Disneys Die Schöne und das Biest“ das Publikum nie zu langweilen, sondern jeden Moment gespannt erleben zu lassen. Dazu tragen vor allem die herrlich überzeichneten Figuren des Herrn von Unruh als ständig überdrehte als aufgeregt schnatternde ängstliche Stehuhr oder der charmante Kerzenständer Herr Lumière der alle um den Finger wickeln kann. Ganz zu schweigen von der resoluten Madame Pottine als Teekanne.

Die Handlung

Die Handlung kurz erläutert: Die Handlung spielt in Frankreich in einem idyllischen Dorf neben dem ein Wald liegt. Dort steht ein verwunschenes Schloss mit einem Prinz der Dank seines Hochmuts von einer Zauberin in ein Biest verwandelt wurde. Und alle seine Diener*innen zu Gegenständen. Er kann den Bann brechen, aber nur wenn er eine Frau findet, die ihn als Biest liebt. Zeit hat er dafür nicht ewig, sondern nur so viel, wie eine Rose verwelkt. Die Schöne Belle, Bücherwürmin mit eigener Haltung trifft auf den verwunschen Prinzen und die Haushaltgegenstände wollen im eigenen Interesse der Rückverwandlung zu Menschen kuppeln tätig werden. Und um das Ganze noch zu verkomplizieren freit ein ungehobelter Macho um die schöne Belle und stachelt die Hassmeute mit „Tod dem Biest“ an.

Wer Musicals liebt und Sehnsucht danach empfindet, dem sei der Besuch des Musicals dringend empfohlen. Denn gerade diese Leichtigkeit des Fantasy-Märchens streichelt in diesen Zeiten die Seele und mag es noch so kitschig auf den ersten Blick wirken. Zusammengefasst: Top-Leistung des gesamten Ensembles und Orchesters. Ein Abend bei „Disneys Die Schöne und das Biest“ ist großer Urlaub vom Corona-Alltag und befreit für ein paar Stunden von Gedanken zur Pandemie, auch wenn 2G gilt und Maskenpflicht.

„Disneys Die Schöne und das Biest“

noch bis 2. Januar 2022 im Musical Dome Köln

Tickets: www.die-schoene-und-das-biest-musical.de

www.tickets-direkt.de

Zu den aktuellen Corona-Regeln ist es empfehlenswert vor dem Besuch des Musical-Domes zu klären welche Regeln gelten, wie etwa 2G und Maskenpflicht.

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