Köln | In diesem Jahr kann das Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in NRW 360 Feldhamster auswildern. Seit 2019 werden und wurden damit insgesamt 530 Feldhamster in Nordrhein-Westfalen wieder ausgewildert. Darunter in der Nähe von Köln, in Pulheim.

Population der NRW Feldhamster komplett zusammengebrochen

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Die ersten 200 Feldhamster wurden im Frühjahr 2019 ausgewildert und 200 folgten 2020. Aktuell sind in diesem Jahr bereits 134 Tiere von 360 zur Verfügung stehenden ausgewildert. Das LANUV erklärt, dass die Population in NRW komplett zusammengebrochen sei. Daraufhin wurden die noch frei lebenden Tiere eingefangen und in die Niederlande in eine Erhaltungszucht gebracht sowie eine NRW Erhaltungszucht aufgebaut.

Feldhamster sind keine Plage mehr

Der Feldhamster stelle heute keine Plage mehr für die Landwirte dar und sorgt für große Ertragseinbußen. Dr. Thomas Delschen, Präsident des LANUV in einem schriftlichen Statement: „Es liegt in unser aller Verantwortung, vom Aussterben bedrohten Arten Lebensräume zurückzugeben. Unsere Erhaltungszucht bietet nun die Grundlage für bessere langfristige Überlebenschancen des Feldhamsters im Rahmen des Artenschutzprogramms. Wir freuen uns sehr, dass im Rheinland mit vereinten Kräften Auswilderungsfelder bereitgestellt und hergerichtet werden konnten, um nun bereits im dritten Jahr Feldhamstern die Rückkehr in ihre natürlichen Lebensräume zu ermöglichen.“

Die Auswilderung scheint erfolgreich: So zählten die Biologischen Stationen die die Auswilderungsflächen in Rommerskirchen, Pulheim und Aachen betreuen rund 500 Baue. Einige lagen zudem außerhalb der Auswilderungsflächen. Das könne ein Signal sein, dass sich die Tiere ausbreiteten.

Der Feldhamster

Der Feldhamster wird rund 20 bis 25 Zentimeter groß und zeigt eine bunte Zeichnung seines Fells. Die Tiere sind gut an das Leben unter der Erde angepasst. Seine Bauten liegen im Sommer zwischen 40 und 50 Zentimetern unter der Erde und im Winter buddeln sich die Tiere schon einmal bis zu 2 Meter tief ein. Die Tiere sind vor allem in der Dämmerung und der Nacht aktiv. Sie benötigen ein ausreichendes Futterangebot und Deckung. Denn die Hamster suchen ihre Nahrung oberirdisch. Im Sommer tragen sie ihren Wintervorrat zusammen: Getreide, Wildkrautsamen, Hülsenfrüchte, auch Stücke von Rüben und Kartoffeln. Sie „hamstern“ also. Die Tiere sind rund 6 Monate im Winterschlaf. Der Feldhamster galt jahrzehntelang als bedeutender landwirtschaftlicher Schädling. Noch bis in die 1980er Jahre waren die kleinen Nager so häufig, dass ihr Fang in Deutschland teilweise staatlich organisiert wurde. Heute hingegen ist der Feldhamster in der gesamten Europäischen Union eine streng geschützte Art. In Nordrhein-Westfalen sind seit den 1980er Jahren die Feldhamsterbestände sehr stark zurückgegangen.

Autor: red
Foto: Symbolbild Feldhamster

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