Köln | Spiel mir das Lied wer darf auf den roten Teppich wurde resolut von einer jungen Dame im kleinen Schwarzen, vierreihiger Perlenkette mit Jesuslatschen in Edelleder gemanagt. Manch einem der Schauspieler schrien die Papparazzi von Kölle nicht laut genug, aber die Filmstiftung hatte das Set mit einem weißen Blatt Papier gemanagt. Immer dort wo der Zettel, der natürlich auch immer mal wieder ein Objektiv verdeckte auftauchte hatten die Promis hinzulächeln. Und die Promidichte auf der Filmparty 2012 im Rahmen des 24. Medienforums NRW war hoch.

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Eine schwarze Limousine nach der anderen quälte sich durch die Minigässchen der Altstadt Süd in den Mauritiussteinweg. Dort hatte man großzügig roten Teppich ausgelegt. Wer jetzt kreischende Fans erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Ein bisschen Security, als die Politpromis wie Hannelore Kraft anrauschten ein Polizei-Bully und ansonsten ein leergefegter Mauritiussteinweg. Selbst die Menschen die in den Restaurants gegenüber der Wolkenburg draußen saßen interessierten sich nicht für den hochhackigen und lässigen Auflauf.

Dabei liest sich die Gästeliste wie das Who ist Who des Tatort-Abspanns, für die seichteren dafür aber actionreicheren Cobra 11 Verfilmungen und ab und an blitzten auch echte Highlights auf. Wir zitieren die Gästeliste: Erdogan Atalay mit seiner schwangeren Partnerin, Henning Baum und tom Gerhardt aus der letzte Bulle, Arved Birnbaum, Janine Kunze, Günter Lamprecht, Leonard Lansink, Sabine Postel, Camilla Renschke, Jürgen Rißmann, Helge Schneider, Anke Sevenich, Margarethe von Trotta, Kaya Yanar oder Sönke Wortmann. Dazu gesellten sich die internationalen Top-Stars wie Jim Jarmusch und Rupert Everett. An der Spitze der Politik war Hannelore Kraft nach Köln gekommen, einen Tag vor ihrer Wiederwahl im NRW Landtag, aber auch Medienminister Jan Marc Eumann, Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters, Kölns Wirtschaftsdezernentin Ute Berg, Angelica Schwall-Düren und Angela Spizig, Bürgermeisterin der Stadt Köln. Der Innenhof der Wolkenburg hatte auf jedem Quadratzentimter Boden einen Promischuh.

Allerdings nicht alle durften über den roten Teppich, denn dort hatte eine resolute Dame das Zepter in der Hand. Strenges Hofzeremoniell, immer nur eine ausgewählte Gruppe, dann Einzelfotos. Dazu lief eine Assistentin hinter Fotografenline und hielt immer ein Schild nach oben. Dort hatten die Promis dann die Kameras zu fixieren. Aber ein echter Paparrazzo lässt jene auf Promis besonders wirkende Schmeichelbrüllerei nicht. Und so kam wenigsten in dem kleinen Vorraum, vor der Sponsorenwand so ein wenig großes rotes Teppichfeeling zu Stande. Kommentiert von der liebreizenden und bodenständigen Landesmutti: „Da bleib ich doch lieber bei der Politik, das ist aber heiß hier“. Kraft eröffnete auch die Filmparty und lobte die Branche als ganz wichtig für das Medienland NRW. Stolz sei sie, dass der Filmnachwuchs aus NRW wieder einen Studentenoscar gewonnen habe. Bevor die Party, dann richtig losging wünschte sich Hannelore Kraft, die allerdings wegen der Landtagssitzung am nächsten Tag nicht mitfeiern wollte und konnte, von den Branchenprimusen noch: „Bleiben Sie dem Land NRW treu“. Und nach der roten Teppich-Tortur feierte man auf mehreren Floors.

Autor: Andi Goral
Foto: Jim Jarmusch auf der Filmparty NRW 2012

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