Athen | Nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche von Konservativen und Radikalen Linken hat nun der Sozialist Evangelos Venizelos den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. Indessen ist die Zahl der Arbeitslosen im Februar auf 21,7 Prozent gestiegen.

Venizelos erhielt das Mandat am Donnerstag von Staatspräsident Karolos Papoulias. Die Aufgabe sei nicht einfach, aber machbar, erklärte der Vorsitzende der sozialistischen Pasok-Partei. Er strebe eine pro-europäische Regierung an. Seine Partei hatte bei den Wahlen am vergangenen Sonntag 13,18 Prozent der Stimmen geholt und war damit drittstärkste Kraft geworden. Wenn allerdings bis zum 17. Mai keine Lösung gefunden wird, stehen Parlamentsneuwahlen im Sommer an. Indessen hat das Land eine weitere Tranche in Höhe von 4,2 Milliarden Euro aus dem Krisenfonds EFSF erhalten. Wie das Direktorium weiter mitteilte, werde man allerdings eine Milliarde einbehalten. Dieses Geld werde „abhängig von den finanziellen Bedürfnissen Griechenlands“ überwiesen, schrieb der Fonds. Damit könne Griechenland nun seine laufenden Verpflichtungen erfüllen, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Man mache sich daher keine Sorgen über die Lage in dem Land.

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Arbeitslosigkeit in Griechenland steigt auf fast 22 Prozent

Im hochverschuldeten Griechenland ist die Zahl der Arbeitslosen im Februar auf 21,7 Prozent gestiegen. Wie die griechische Statistikbehörde am Donnerstag mitteilte, waren damit mehr als eine Million Menschen ohne Arbeit. Im Januar lag der Wert noch bei 21,3 Prozent, vor einem Jahr hatte die Quote 15,2 Prozent betragen. Damit erreichte die Arbeitslosigkeit in dem Land einen historischen Höchststand. Die Jugendarbeitslosigkeit lag in dem Monat besonders hoch: Von den Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren waren im Februar 53,8 Prozent ohne Arbeit. Im Vorjahresmonat hatte die Quote der Jugendarbeitslosigkeit bereits bei 40,3 Prozent gelegen. Arbeitslose erhalten in Griechenland nur ein Jahr lang Arbeitslosengeld. Danach ist keine Unterstützung mehr vorgesehen.

Autor: dts

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