Köln, 29.4.2007, 22:00 Uhr >
Heute kurz vor der Tagesschau und dem Tatort reiten Karnevalisten über den Neumarkt, da staunten die Kölnerinnen und Kölner nicht schlecht. Nein, es ist nicht Rosenmontag sondern kurz vor dem 1.Mai. Mit einer feierlichen Messe feiert die Große Kölner Karnevalsgesellschaft ihr 125 jähriges Bestehen weiter. Und das Reiterkorps begleitete die Gesellschaft von St. Aposteln zum Gürzenich zum Dämmerschoppen.

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Es war eine ganz besondere Messe in St. Aposteln und es gab nur noch Stehplätze, denn die Kirche war mehr als bis auf den letzten Platz besetzt. "Kölsche Mess für Urjel, Tröt un Trumm" und ein feierliches Pontifikalamt zelebriert von Weihbischof Dr. Heiner Koch. Eine Kölsche Messe, die nicht nur ein kirchlich bewegendes Ereignis war, sondern auch musikalisch. Angekündigt von Gisbert Baltes trugen Walter Sion, Bariton, Donatus Haus, Orgel, der Frauenchor Erftstadt Lechenich, der Männergesangsverein Liederkranz Hürth-Efferen und das Kölner Bläser Ensemble unter der Gesamtleitung von Ludwig Weber die kölsche Messe für gemischten Chor, Baritonsolo, Orgel, zehn Bläser, Pauken und Schlagwerk von Werner Brock. Der Text stammt von Ria Wordel und auf Kölsch. Da wird aus "Ehre sei Gott in der Höhe" "Huh bovve wonnt dr Här. Hadder jehoot? Dröm loße mer en allemolde lowe." Der Einzug wurde begleitet von den Plaggeköpp vun 1998, den Fahnenträgern der Kölner Karnevalsgesellschaften, danach die Kyrie, das Gloria, der Zwischengesang Halleluja von Taize, das Credo, die Gabenbereitung, Sanctus und Benedictus, das Agnes Dei, das Dankelied und das Schlusslied "Großer Gott wir loben Dich…" und das alles in Kölsch.

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In seiner Predigt griff Weihbischof Dr. Heiner Koch den Begriff Heimat auf. In einer Zeit in der sich immer mehr Menschen heimatlos fühlen, Begriffe wie Mobilität, Reise und alles im Fluss prägen, gibt es gleichzeitig die Sehnsucht nach Heimat. Der Karneval ist ein Teil dieser Heimat. Heimat ist aber nicht immer da, sondern muss immer wieder neu aufgebaut werden, so Heiner Koch weiter. Die Predigt wurde von leise vorgetragenen Orgeltönen die Karnevalsklassiker wie "Jote Fründe" einsprengselte untermalt. Die Große Kölner ist Heimat für Viele, aber auch sie muss in der Tradition bewußt, diese Heimat immer wieder neu bauen, mahnte Koch. Joachim Wüst der Präsident der Großen Kölner freute sich dass Weihbischof Dr. Heiner Koch eine Heimat in der Großen Kölner gefunden habe.

Sehr feierlich beging die Große Kölner ihre Jubiläumsmesse und zeigte damit hohe Kultur. Die Aufführung der "Kölschen Mess für Urjel, Tröt un Trumm", die zum 100 jährigen Jubiläum der Gesellschaft zum ersten Mal stattfand, begründet eine gute Tradition. Schon die Gala "Erstklassisch Kölsch" in der Kölner Philharmonie mit der man ins Jubiläumsjahr startete zeigte, dass die Große Kölner zu einer der feinsten Familiengesellschaften des Kölner Karnevals gehört.

Andi Goral für report-k.de / Kölns Internetzeitung

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