Köln | In der neue Konzertsaison 2017/18 setzt Kölner Gürzenich-Kapellmeister Francois-Xavier Roth auf den produktiven Dialog zwischen musikalischer Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Es ist seine dritte Spielzeit als Kölner Kapellmeister. Am heutigen Montag, 8. Mai, präsentierte er die kommenden Konzerte.

Philippe Manoury, für mehrere Spielzeiten Komponist für Köln, stellt sein neues Flötenkonzert vor. Bernd Alois Zimmermann, dessen 100. Geburtstag 2018 ansteht, und Felix Mendelssohn Bartholdy, die der Domstadt auf je unterschiedliche Weise verbunden waren, sind in vielen Konzerten mit ihren Werken zu erleben. Mit Zimmermanns „Die Soldaten“ und Richard Wagners „Tannhäuser“ schlägt Francois-Xavier Roth darüber hinaus die Brücke zur Oper.

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Zur neuen Spielzeit besetzt das Orchester die Position seines Ersten Gastdirigenten mit dem jungen Briten Nicholas Collon. Die Vereinbarung soll zunächst für drei Spielzeiten gelten, Nicholas Collon werde in jeder Saison mindestens zwei Programme dirigieren und auch in der Oper zu erleben sein. Im Abonnement-Konzert im Februar 2018 stellt er eine Kombination von fünf Werken von Claude Debussy, Béla Bartók, Richard Wagner, Gyöorgy Ligeti und Marice Ravel vor. Das Konzert zu Karfreitag sei ihm ebenfalls anvertraut, „Die sieben Worte unseres Erlösers am Kreuz“ sollen Leitfaden der Streichermeditationen von Joseph Haydn und der dramatischen Chorkomposition von James MacMillan sein, ergänzt von drei Bach-Kantaten mit dem Counter-Tenor Bejun Mehta.

Neu begegnen sich auch die Uraufführungen von York Höllers Bratschenkonzert mit der Solistin Tabea Zimmermann und Altes. Der Gürzenich-Kapellmeister wolle mit sechs Programmen seine Aufführungen der Musik von Beethoven und Boulez, Strauss und Schönberg, Bruckner und Bartók fortsetzten. Gastspiele führen das Orchester nach Amsterdam, Madrid und Straßburg.

Auch über die Konzertpodien hinaus weitet das Orchester seine Aktivitäten aus: mit einer Orchesterakademie, die dem Nachwuchs eine fundierte Ausbildung bietet, dem Musikvermittlungs-Programm „Ohrenauf“ – das Programm für Kinder und Jugendliche. Ob Familien- oder Schulkonzerte in der Philharmonie, Unterwegskonzerte in den Kindergärten der Stadt oder zahlreiche Probenversuche.

Dämonisch soll es zum Silvesterabend werden, wenn Ray Chen aus Paganinis Erstem Violinkonzert Funken schlägt und Lukasz Borowicz am Dirigentenpult unter anderem Offenbachs Orpheus in der Unterwelt und Lizsts Mephisto-Walzer tanzen lässt. Das jährliche Benefizkonzert zugunsten von Helpalliance, des Hilfsprojekts von Lufthansa-Mitarbeitern, und dem Verein „Wir helfen“ liege erstmals in den Händen einer ausstrebenden jungen Dirigentin: der Amerikanerin Karina Canellakis. 

Wunschzettelkonzert

In der Zeit vor Weihnachten dürfen sich die Zuschauer schon vorher ein paar Stücke wünschen. Das Familienkonzert zu Weihnachten wird ebenfalls von einer jungen Dirigentin geleitet: Dalia Stasevska, die unter anderem Musik von Mozart, Bach, Humperndinck und Vivaldi auf die Pulte legen lässt – je nach Wunsch des Publikums.

GO Plus – Livestream- und Videoangebot des Gürzenich-Orchesters

Die seit Dezember 2015 angebotenen kostenfreien Videos „GO Plus“ sollen bereits rund 70.000 Mal aufgerufen worden sein. Aus jeder Saison werden ausgewählte Werke und ganze Konzerte als Videostream, live aus der Philharmonie, gezeigt. Die Konzerte sind nicht nur nachträglich verfügbar, sondern auch am Konzertabend selbst, als Livestream.

Das nächste Konzert läuft bereits am morgigen Dienstag, 9. Mai, um 20 Uhr: Benjamin Britten, Unsuk Chin, Maurice Ravel und Claude Debussy. Es singt Donatienne Michel-Dansac. Dirigiert von Gürzenich-Kapellmeister Francois-Xavier Roth.

Autor: Irem Barlin

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