Haie-Torwart Justin Pogge zeigte in Ingolstadt eine überragende Leistung. Foto: Bopp

Ingolstadt | Wie ein Held fühlt sich Justin Pogge nach seiner Super-Leistung nicht. „Ich habe nur meinen Job gemacht und bin einfach froh, dass wir einen Weg gefunden haben, das Spiel noch für uns zu entscheiden“, sagte der Torwart der Kölner Haie nach dem aufregenden 3:2-Erfolg nach Verlängerung bei den Ingolstadt Panthern bescheiden.

Der Einzug unter die besten Acht war dank des 35-Jährigen für den KEC nach dem zweiten Sieg in der ersten Playoff-Runde geschafft!

Während der Kanadier ruhig und sachlich den Triumph beschrieb, kamen seine Mitspieler aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. „Justin war heute einfach der Wahnsinn“, lobte Kapitän Moritz Müller den Keeper. „Mit seinen zum Teil unglaublichen Paraden hat er uns fast alleine im Spiel gehalten.“

Kölner Haie: Viel Lob für Torwart Justin Pogge

Lucas Dumont meinte: „Ohne seine Saves hätten wir nicht zurück ins Spiel gefunden. Er hat sich den Sieg einfach verdient.“ Und Trainer Uwe Krupp betonte: „Justin ist ein Top-Torwart und hat die ganze Saison über einen guten Job gemacht. Er ist ein sicherer Rückhalt und gibt uns die Möglichkeit, immer im Spiel zu bleiben.“

Nur im ersten Drittel wurde der Torwart zweimal bezwungen, danach war er wie eine Wand zwischen den Pfosten und brachte Ingolstadts Stürmer schier zur Verzweiflung. Am Ende stoppte Pogge unglaubliche 57 Schüsse der Panther und war damit der Matchwinner für den KEC. Durch den Auswärtssieg stehen die Kölner nun im Playoff-Viertelfinale und messen sich nun mit dem DEL-Primus Eisbären Berlin.

Am Sonntag steigt Spiel eins um 14 Uhr in Berlin, am Dienstag erwarten die Haie die Eisbären in der Lanxess-Arena, ehe es Donnerstag wieder in die Hauptstadt geht. Für Pogge wird es eine Rückkehr in alte Zeiten. Vor seiner Unterschrift bei den Haien stand der Schlussmann in der Saison 2019/20 17 Spiele im Tor der Eisbären. Trotz elf Siegen erhielt er keinen neuen Vertrag. Da griffen dann die Haie zu.

Kölner Haie: Justin Pogge hat keine Rachegelüste

Zu viele Rachegelüste gegenüber den Verantwortlichen hat Pogge nicht. „Es sind Playoffs. Da ist der Gegner egal. Wir wollen und werden bereit sein für Berlin. Wir sind glücklich, dass wir unseren Fans das Viertelfinale schenken konnten, denn sie haben uns in den letzten Spielen unheimlich viel Energie gegeben und waren der sechste Mann auf dem Eis. Das brauchen wir nun auch in dieser Serie.“

Aber Vorsicht: Die Eisbären werden noch einmal ein ganz anderes Kaliber sein als Ingolstadt. Berlin holte in der Hauptrunde 112 Punkte aus 55 Spiele, holte sich souverän Platz eins und besiegte die Haie gleich viermal (5:3, 3:1 in Berlin, 2:1, 7:1 in Köln). Jedoch zählen die Niederlagen nicht mehr, die Playoffs sind eine komplett andere Eishockeyzeit.

Nachdem die Mannschaft am Freitag noch in Ingolstadt geblieben ist, macht sich der Tross am Samstag per Bus auf den Weg nach Berlin. Da soll dann der erste Sieg auf dem Weg zum Halbfinale eingefahren werden. Drei Siege sind nötig. Und in der Form, in der sich der KEC aktuell befindet, könnten die Haie auch die Eisbären kräftig beißen.