Uwe Krupp, Trainer der Kölner Haie, kritisierte die Schiedsrichter nach der Niederlage gegen Berlin scharf. Foto: Bopp

Köln | Eigentlich ist Haie-Trainer Uwe Krupp ein besonnener Mensch. Bevor er eine Aussage trifft, wählt der 56-Jährige seine Worte ganz genau. Nach der 1:5-Niederlage des KEC gegen die Eisbären Berlin im zweiten Playoff-Viertelfinale ist dem zweimaligen Stanley-Cup-Sieger aber der Kragen geplatzt.

Krupp hat sich Andrew Wilk und Marian Rohatsch zur Brust genommen. „Die Schiedsrichterleistung, die wir heute Abend in Richtung beider Mannschaften gesehen haben, wird dem Spiel nicht gerecht. Das ist Playoff-Eishockey und da wird mit harten Bandagen gekämpft. Die Art und Weise wie die Partie geleitet worden ist, ist einfach zu schlecht gewesen.“

Kölner Haie: Uwe Krupp kritisiert die Schiedsrichter

Der Kölner Trainer schimpft weiter: „Von uns wird erwartet, dass wir mit unserer Mannschaft hart ins Gericht gehen. Wir sind auch selbstkritisch. Aber die Art und Weise wie die beiden Unparteiischen das Spiel geleitet haben, ist unter aller Sau gewesen. Das war peinlich für die Liga.“

Krupp kritisiert weiter: „Die Liga sagt, sie will keine Statements in der Öffentlichkeit über die Schiedsrichter haben, weil es schlecht auf die Liga reflektiert. Nichts könnte auf das Eishockey in Deutschland schlechter reflektieren, als die Schiedsrichterleistung, die wir heute gesehen haben. Die Begegnung am Sonntag ist kein Indikator für das, was heute passiert ist, gewesen. Mit zwei guten Schiedsrichtern, die das Spiel im Griff haben, läuft das Spiel heute ganz anders, es gibt bei weitem weniger rumgekämpfe und rumgemache. Das ist unter aller Sau gewesen.“

Haie-Kapitän Moritz Müller erhofft sich mehr Kommunikation mit den Vertretern der Deutschen Eishockey Liga. „Wir wissen ja wie es in der DEL ist. Man darf eigentlich nur positive Sachen sagen, was ich für falsch halte. Man verbessert sich nur, wenn man sich gegenseitig kritisiert. Die Leitung heute ist zerfahren gewesen, aber nicht der Grund für unsere Niederlage.“

Die Kritik wird sicher Folgen haben, Krupp wird von Seiten der DEL mit großer Wahrscheinlichkeit mit einer Geldstrafe belegt werden.

Jedoch hat Krupp auch zugegeben, dass Wilk und Rohatsch nicht entscheidend für die Niederlage gewesen seien. „Sie haben das Spiel nicht so beeinflusst, damit Berlin gewinnen konnte. Die Eisbären sind besser gewesen. Das erkennen wir an.“

Kölner Haie und Eisbären Berlin kassieren 125 Strafminuten

Trotzdem ist die kleinliche Regelauslegung für so eine wichtige Begegnung untypisch gewesen. Die Spieler konnten sich an keine Linie der Unparteiischen gewöhnen. Mal war es eine lockere Leine, mal die direkte Bestrafung. Während es in Spiel eins bei den Eisbären insgesamt nur 22 Minuten (12 Köln, 10 Berlin) auf beiden Seiten gab, uferte es in der Lanxess-Arena am Dienstag aus, Wilk und Rohatsch verteilten 125 Minuten – 81 gegen Köln, 44 gegen Berlin.

„Ich kann den Frust verstehen, aber wir müssen uns darauf konzentrieren, unseren Job zu machen“, betont Müller und weiß, woran es derzeit hapert: „Berlin nutzt die Chancen, wir noch nicht. Das Tor fehlt derzeit noch. Die Mannschaft lebt von Leidenschaft, das werden wir auch in Berlin sehen. Das andere ist das spielerische. Daran müssen wir noch arbeiten.“

Kölner Haie: Kurioser Abend für Niklas Lunnemann

Niklas Lunnemann feierte ein kurioses DEL-Debüt. Das Torwart-Talent hat als dritter Keeper auf dem Spieleberichtsbogen gestanden, hat aber zu Beginn der Partie auf der Tribüne gesessen. Als Pöpperle von der Ersatzbank verwiesen wurde, ist der Junghai in der ersten Drittelpause in die Kabine geeilt, um sich umzuziehen. Im letzten Drittel ist er sogar für den unglücklichen Justin Pogge zwischen die Pfosten gekommen. „Lune ist ein super Junge und er gehört sicher zur Zukunft des Vereins. Es ist sicher heute eine gute Erfahrung gewesen, alles mal aufzusaugen. Niklas hat das ganze Jahr gut präsentiert, ich freue mich für ihn“, lobte Müller den Youngster.