Sport statt Sonne
Und 20 Schülerinnen der Hauptschule Nürnberger Straße zog es heute in ihrer Mittagspause in die Sporthalle statt in die Sonne. Einmal in der Woche können sie kostenlos an einem Box-Training mit Trainer Karl-Heinz Hemmer teilnehmen. Der führte die Mädchen heute an ihre Grenzen. Nach einem Aufwärmprogramm mit Muskellockerung und einigen Dehnübungen ging es schließlich an die Boxsäcke. Dort erprobten die Schülerinnen erste Schläge mit Boxhandschuhen. Die meisten waren mit Feuereifer dabei. Und wer sich zierte, musste zur „Strafe“ Liegestütze machen.

„Ziel ist es, unseren Schülerinnen Selbstbewusstsein zu verschaffen, um auch einmal ‚nein’ sagen zu können“, erklärte Albert Almering, Konrektor der Hauptschule. Darüber hinaus sollen sie Disziplin und Konzentration erwerben und körperlich fitter werden. Viele Mädchen hätten im Schulunterricht keinen Spaß am Sport, so Almering, denn da würden sie gemeinsam mit den Jungen unterrichtet. Nun, da sich ihre Körper veränderten, fühlten sie sich dabei unwohl. Unbeobachtet sollen sie im Box-Training wieder Spaß an der Bewegung bekommen und den eigenen Körper besser kennen lernen.



Vor der Spiegelwand werden erste Schläge erprobt



Neben dem Sport sollen die Mädchen im Training vor alem auch abschalten und ihre Konzetnrations-Fähigkeit erhöhen


Finanzierung noch ungesichert
Seit Dezember 2010 bietet die Hauptschule in Höhenberg den Schülerinnen der Klasse 8 das Training kostenlos an. Schon seit 2009 gibt es ein ähnliches Format für die Jungen der Schule. Bei ihnen war das Training vor allem als Gewaltprävention gedacht. So sollen sie Sozialkompetenz und Selbstbeherrschung im Ring erlernen. Schnell bekundeten jedoch auch die Mädchen Interesse an dem Projekt. Während das Sportprogramm der Jungen nun schon fest im Schulplan integriert ist, ist das Box-Training der Mädchen bislang nur für dieses Schuljahr gesichert. „Uns fehlen bislang noch Gelder“, sagte Almering, „unser Wunsch wäre es natürlich das Programm in jedem Jahr anbieten zu können.“ Sollte das funktionieren, könnten die Mädchen bis zu ihrem Schulende das Training absolvieren. Zudem kämen in jedem Jahr weitere Schülerinnen aus den „neuen“ 8. Klassen dazu. Erste Unterstützung erhielt die Schule heute mit einer großzügigen Spende von dem Malteser Hilfsdienst.

Cornelia Schlößer für report-k.de/ Kölns Internetzeitung

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