Die Damen besiegen München
Rot-Weiss Köln hat im ersten Spiel der Meisterrunden-Halbfinalserie (best-of-3) gegen den Münchner SC seinen Heimvorteil genutzt. Wie schon beim letzten Aufeinandertreffen im Herbst setzten sich die Rot-Weissen mit 2:1 (0:0) durch. Franziska Hauke entschied die Partie kurz vor Schluss mit einem Abstauber. Köln tat sich jedoch lange Zeit sehr schwer und erarbeitete sich keine einzige Strafecke. München vergab seinerseits beste Chancen, sodass Köln am Ende die Nase vorn behielt. „Wir hatten heute mehr Glück als Verstand. Besonders in der Anfangsphase waren wir nicht gut und hätten uns über einen Rückstand nicht beschweren dürfen“, meinte trotz des Sieges der unzufriedene Kölner Co-Trainer Moritz Liebald.

Die rund 300 Zuschauer sahen zu Beginn einen schwachen Gastgeber. Auf Kölner Seite fehlten Laufbereitschaft und Einsatzwille. München bestimmte die Partie und erarbeitete sich mehrere gefährliche Kreisszenen. „Wir können wirklich froh sein, dass wir da nicht schon mit ein oder zwei Toren hinten lagen“, ärgerte sich Liebald. Erst nach 15 Minuten fand Köln besser ins Spiel und erarbeitete sich ein Chancengleichgewicht. Die ganz großen Möglichkeiten blieben aber weiterhin aus. Da aber auch der MSC vor dem Tor uneffektiv blieb, ging es mit einem 0:0 in die Pause.

Nach Wiederanpfiff blieb Köln die etwas defensivere Mannschaft, ging jedoch nach 44 Minuten durch Nicola Müller mit 1:0 in Führung. Nach einem Angriff über die rechte Seite schaltete die 21-jährige am schnellsten und drückte die Flanke über die Linie. Die Führung währte jedoch nicht lange. Nur drei Minuten später verwandelte Rebecca Landshut eine Strafecke zum 1:1. „Dass irgendwann mal eine Ecke rein geht, war klar. Immerhin haben wir im Anschluss endlich auch emotional dagegen gehalten“, so Liebald. Durch den Gegentreffer schien ein Ruck durch die Kölner Mannschaft gegangen zu sein und die Gastgeber hatten ihre beste Phase, ohne jedoch wirklich zu glänzen. Vier Minuten vor dem Ende ergab sich aber doch noch einmal die Chance zum Siegtreffer. Der RWK baute seinen Angriff durch die Mitte auf, München fing die Kugel ab, konnte die Situation aber nicht klären. Im Nachsetzten kam Rebecca Grote an den Ball und feuerte die Kugel Richtung Tor. Den Abpraller schnappte sich Franziska Hauke und brachte ihre Mannschaft mit 2:1 in Führung. In den letzten Minuten verwaltete Köln geschickt den knappen Vorsprung und sicherte sich so den ersten Halbfinalsieg.

Tore:
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1:0    Nicola Müller (44.)
1:1    Rebecca Landshut (KE, 47.)
2:1    Franziska Hauke (66.)

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Herren: Rot-Weiss Köln – Berliner HC 6:4 nS (2:2, 1:0)
Der amtierende Deutsche Meister Rot-Weiss Köln sicherte sich gegen den Berliner HC mit einem 6:4-Sieg nach Siebenmeterschießen den Einzug ins Halbfinale. So ganz sicher ist sich aktuell aber niemand, ob das Ergebnis Bestand haben wird. Entschieden wurde das Spiel nämlich durch eine Fehlentscheidung der Schiedsrichter. Berlins Uli Bubolz hielt zwar den Siebenmeter von Tibor Weißenborn, soll sich aber zu früh bewegt haben. Seit dieser Feldsaison müsste in diesem Fall eigentlich auf Wiederholung entschieden werden, das Schiedsrichtergespann Knülle und Neideck entschied jedoch auf Straftor. „Schade dass dieses Spiel so entschieden wurde. Die Partie hätte ein anderes Ende verdient gehabt. Mal sehen was jetzt noch passiert“, so Kölns Alice Weißweiler.

Auch Trainer Friedel Stupp vom Berliner HC wusste nicht genau, wie es jetzt weiter geht: „Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht und viel investiert. Da das Siebenmeterschiessen durch einen Fehler der Schiedsrichter entschieden wurde, müssen wir mal schauen wie wir damit umgehen.“

Bis zur Spiel entscheidenden Szene sahen die 500 Zuschauer eine intensive und hochklassige Partie. Berlin gehörte die Anfangsphase, das erste Tor machten aber die Gastgeber, die bereits das erste Spiel der best-of-3-Serie 3:1 gewonnen hatten. Die Rot-Weissen mussten zwar auf den verletzten Christopher Zeller verzichten, doch ihre Strafecken blieben trotzdem gefährlich. Marcel Meurer staubte in der 25. Minute zum 1:0 ab.

Nach dem Seitenwechsel drehte der BHC auf. In der 39. Minute schnappte sich Martin Zwicker im Kreis die Kugel, drehte sich blitzschnell und hämmerte den Ball unter die Latte. Beflügelt vom Ausgleich spielte Berlin weiter munter nach vorn. Anton Ebeling mit seinem ersten Saisontor konnte in der 53. Minute die Gästeführung erzielen. Kurz zuvor musste Tibor Weißenborn mit Gelb vom Feld (50.). Kaum war er wieder auf dem Feld, kam Köln wieder auf und bestimmte das Spiel. „In der Schlussphase und in der Verlängerung haben wir sehr stark gespielt und hätten eigentlich noch mehr Tore machen müssen“, analysierte Weißweiler. Erst verpasste Robbert Kemperman knapp eine schöne Flanke, dann zielte Phillip Brandes zu ungenau. Doch zwei Minuten vor Schluss nutzte Jan-Marco Montag eine Strafecke zum späten Ausgleich. „Wie schon letzte Woche beim 1:0 hatten wir die Ecke schon fast abgelaufen und dann unhaltbar abgefälscht“, ärgerte sich Stupp.

In der Verlängerung hatte Köln mehr Spielanteile, Berlin versuchte das Unentschieden zu halten. Ohne weitere Treffer ging es nach 85 Minuten ins Siebenmeterschießen, wo Köln unter Vorbehalt die Oberhand behielt.

Tore:
1:0    Marcel Meurer (KE, 25.)
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1:1    Martin Zwicker  (39.)
1:2    Anton Ebeling (53.)
2:2    Jan-Marco Montag (KE, 68.)

Siebenmeterschießen:
Jan-Marco Montag trifft
Martin Häner vergibt
Timo Wess trifft
Daniel Koschyk trifft
Phillip Zeller trifft
Pilt Arnold trifft
Fabian Bauwens-Adenauer vergibt
Niklas Cartsburg vergibt
Tibor Weißenborn Straftor

[ag; Quelle: Deutsche Hockeyliga]

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