Köln | Nach dem herausragenden Erfolg ihres Erstlings „Punktgenaue Landung“ (Top 50 Album Charts) im Februar 2013 hat Linda Hesse ihr zweites Album „Hör´ auf dein Herz“ herausgebracht. Im Februar kommt der Shooting-Star der Schlagerszene ins Kölner Gloria-Theater. Im Interview verrät Linda Hesse, was das Kölner Publikum erwartet und wie viel von ihr in dem aktuellen Longplayer steckt.

Linda Hesse, Ihr neues Album „Hör‘ auf dein Herz“ ist draußen. Was erwartet die Hörer?

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Es sind 13 Songs über Geschichten, die das Leben schreibt und  die mit Hand und Herz eingespielt wurden.

Der Titel einer Ihrer neuen Songs nennt sich „Knutschen – ich kann nichts dafür“. Ein Titel, der prädestiniert zu sein scheint, im Kölner Karneval gut anzukommen. Was sind denn Ihre Erfahrungen, die Sie bisher mit dem Kölner Karneval gefeiert haben?

Vor zwei Jahren waren wir mit dem ersten Album „Die perfekte Punktlandung“ in Köln. An diesem Tag fand die Karnevalsveranstaltung, „Jeck im Funkhaus“ im WDR-Funkhaus statt. Ich habe mir dann ganz schnell ein Karnevals-Kostüm zusammengesucht und war dann halb Piratin, halb irgendetwas. Mit der Band zusammen stand ich dann auf der Bühne und wir haben zusammen den Titel „Ich bin ja kein Mann“ gespielt.  Zuvor bekamen wir Musik für den Einmarsch, nach dem Lied bekam ich einen Orden verliehen, dann folgte der Ausmarsch – wieder begleitet von Musik. Das war meine erste Erfahrung mit dem Kölner Karneval. Und das war total super. Ich liebe ja den Kölner Karneval.

Ich sollte mir wirklich vornehmen, „Knutschen…“ als Karnevals-Version zu machen, als „Bützen…“- Version.

Wie entsteht ein Linda Hesse-Album? Wie hat man sich das vorzustellen?

Ich habe jetzt zwei Alben gemacht. Und da lief das relativ unterschiedlich ab. Für das erste Album habe ich mir drei Jahre Zeit genommen, relativ zurückgezogen in Berlin.  Weil ich dafür auch für mich sein musste. Ich hatte die Schule beendet, hatte bereits schon öfter auf Bühnen gestanden und gesungen. Und dann kam der Wunsch, etwas Eigenes zu machen. Da stellt man sich dann mit Anfang 20 zunächst schon Fragen wie:  Wer bin ich, was mach ich? Und auch: Wie kommt das an?

Als wir die ersten Songs fertig hatten und ich und mein Team uns so richtig kennengelernt hatten, haben wir den Versuch gestartet und diese fertigen Songs in meiner Heimatstadt Halberstadt, in meiner Wahlheimat Berlin und in Dresden live vor Publikum ausprobiert – vor Leuten, die eigentlich gar nicht wussten, was da genau auf sie zukommt. Wir hatten bis dahin schon acht Songs vom späteren Album im Gepäck und ich wusste, dass „D+B+E+A“ zum „Eisbrecher“ taugt. So hat auch zuvor niemand damit gerechnet, dass ich irgendwann im Laufe des Abends eine Gitarre in die Hand nehmen und darauf spielen würde. Danach hatten wir „Ich bin ja kein Mann gespielt“. Und du merkst, da passiert etwas mit einem anfangs völlig fremden Publikum: die Menschen stehen auf, sie klatschen und dass man warm miteinander wird. Da war uns klar, dass „Ich bin ja kein Mann gespielt“ auf jeden Fall die erste Single werden würde.

Als dann die Plattenfirmen von dieser Idee nicht so begeistert waren, haben wir einfach unser eigenes Label gegründet und die Single auf eigene Faust herausgebracht. Als es dann gut lief, stieg auch die Plattenfirma mit ein. Dann waren wir mit den fertigen zehn Songs live im Studio und so war das erste Album fertig. Das zweite Album ist dann mit dem ersten entstanden. Denn kaum war das erste Album draußen, waren wir auf Tour, auf der wir viele neue Eindrücke gesammelt und viele „erste Male“ erlebt haben. Diese haben wir auch dadurch verarbeitet, indem wir während des Tourens neue Songs geschrieben und auch eingespielt haben. Und dann war auch bald „Hör auf dein Herz“ fertig. Auch deshalb, weil wir nach dem ersten Album wussten, dass wir auf damit auf dem richtigen Weg war und einfach unserem Bauchgefühl folgen mussten. Was das Schreiben der Songs anbelangt, so gibt es ein fixes Team mit Joachim Horn und André Franke, zwei Korriphäen auf ihrem Gebiet und mir. Die Lebenserfahrung und das Know-How der beiden gemischt mit meiner leichten Unbedarftheit und dem Zu-mir-Finden für das erste Album ergeben dann die fertigen Songs.

Wer begleitet Sie auf Ihrer Tour?

Meine Band, und zwar genau die Menschen, die mich schon damals in Halberstadt begleitet hatten. Es gibt mich nur mit Band. Die freuen sich auch schon alle, dass wir endlich wieder gemeinsam auf unterwegs sind. Bei dieser Tour sind wir erstmals in einem Nightliner-Bus unterwegs. Das wird bestimmt lustig. Wir sind ja eine bunt gemischte Truppe. Da gibt es die Technik-Crew unter denen Familienväter sind, da gibt es aber auch eine meiner Background-Sängerinnen, die gerade 21 ist. Und dazwischen gibt es mich. Ich glaube, das wird wie eine große Klassenfahrt (lacht).

Am 24. Februar treten Sie mit Ihrer Band im Kölner Gloria-Theater auf. Was erwartet das Kölner Publikum?

Es erwartet sie ein Konzert in einer gemütlichen Atmosphäre, natürlich auch durch die Location. Mit dem zweiten Album haben wir jetzt auch ausgesprochene Balladen mit dabei, die ans Herz gehen. Ich habe einen Song für die Deutsche Krebshilfe dabei, er heißt „Mit aller Kraft“ und feiert auf der Tour Live-Premiere.

Wie viel Linda Hesse steckt in „Hör‘ auf dein Herz“?

Ich glaube, meine Musik ist so wie ich, ist mal leise und mal laut, mal ein bisschen schneller oder auch verrückt. Der nächste Song kommt dann wieder mit etwas Melancholie daher. Einfach so, wie das Leben ist und wie ich das Leben auch sehe und nehme. Und ich nehme es so, wie es ist und habe aber auch Lust daran und genieße es, so wie es ist. Ich ziehe aus allem Negativen auch immer etwas Positives. Und ich glaube das hört man meinen Songs auch an. Auch, dass immer ein wenig Augenzwinkern dabei ist.

Linda Hesse, vielen Dank für das Interview.

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Infobox:

Linda Hesse
„Hör‘ auf dein Herz“-Tour
Wann: 24. Februar 2015
Wo: Gloria-Theater

Karten an allen bekannten VVK-Stellen.

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Autor: Daniel Deininger
Foto: Linda Hesse, live zu sehen am 24. Februar im Köln Gloria-Theater.

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