Köln | Die in Leipzig ansässige Vicus Group AG hat das „Hotel im Wasserturm“ erworben. Verkäufer war eine österreichische Beteiligungsgesellschaft.

Wie das Immobilienunternehmen am gestrigen Montag in einer Pressemitteilung berichtete, habe man über den Kaufpreis der extravaganten und denkmalgeschützten Immobilie Stillschweigen vereinbart. Einst war der denkmalgeschützte Wasserturm als ein wichtiger Teil der Kölner Trinkwasserversorgung bekannt, zählt er heute wohl zu den ungewöhnlichsten Hotels in der nordrheinwestfälischen Millionenstadt.

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Das Hotel in der Fünf-Sterne-Kategorie war im Jahr 1990 eröffnet worden. Die Immobilie selbst wurde zwischen 1868 und 1872 errichtet, die ursprüngliche Entwurf des Londoner Architekten John Moore aus dem Jahr 1864 sah einen noch größeren Wasserturm vor. Die Maße des Wasserturms waren zur damaligen Zeit dennoch beeindruckend. 35,60 Meter hoch mit einem Durchmesser von 34 Meter fasste das Bauwerk bis zu seiner Umwandlung 3650 Kubikmeter Wasser. Das befand sich in einem geschmiedeten Stahlblechbehälter in 25 Meter Höhe. 1872 war das Bauwerk der höchste Wasserturm in Europa.

Bis 1930 blieb der Wasserturm ein Wasserturm. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bauwerk beschädigt und auf 27 Meter Höhe reduziert. Lange Zeit war die Immobilie ungenutzt und verfiel, erst 1985 erwarben Investoren das Bauwerk und bauten es für den damalige Investitionssumme von rund 20 Millionen D-Mark zu einem Hotel um. Das heutige Hotel umfasst 88 Zimmer, die Hälfte als normale Doppelzimmer, 34 Suiten und zehn Einzelzimmer. Die Inneneinrichtung und das Design der Zimmer stammt von der renommierten französischen Architekten Andrée Putmann.

Das Leipziger Unternehmen wird das „Hotel im Wasserturm“ in die eigene Hotel- und Betriebsgesellschaft integrieren und damit den Wachstumskurs fortführen. Bisher wurde es durch die Hotel im Wasserturm GmbH & Co. KG betrieben. Der neue Eigentümer will im laufenden Jahr sein Portfolio an hochwertigen Immobilien in den Immobilienhochburgen Deutschlands mit einem Gesamtvolumen von rund einer halben Milliarde Euro vorantreiben. Dabei stehen sowohl Einzelobjekte zwischen 15 und 30 Millionen sowie Portfolio-Transaktionen bis zu 100 Millionen Euro auf dem Plan.

Autor: Bernd F. Löscher
Foto: Das markante Bauwerk an der vielbesungenen Kaygasse ist nun in der Hand eines Leipziger Unternehmens.

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