Howard Carpendale spielte am Freitagabend in der Lanxess-Arena. Foto: Bopp

Köln | Drei Jahre lang musste Howard Carpendale aufgrund der Pandemie auf diesen Auftritt warten. Doch all die Warterei hatte sich gelohnt. Der Schlagerstar wurde bei der Rückkehr in seine alte Heimat Köln von 7.000 Fans in der Lanxess-Arena begeistert empfangen.

„Vielen Dank, dass ihr heute Abend so zahlreich erschienen seid, obwohl ihr so lange darauf warten musstet“, begrüßte der gebürtige Südafrikaner die Besucher. „Wir haben in 15 Städten extra für diesen Auftritt geprobt, denn ein Konzert in Köln ist für mich immer etwas sehr spezielles“, gab der frühere Wahlkölner ehrlich zu. „Ich liebe diese wunderschöne Stadt und jetzt können sie hier auch richtig Fußball spielen.“

Carpendale sang 31 Lieder, darunter Klassiker wie „Hello again“, „Samstagnacht“, „Dann geh doch“, Tür an Tür mit Alice“ oder „Nachts, wenn alles schläft“ und „Ti amo“. Die Zuschauer feierten den 76-Jährigen mit stehenden Ovationen, sangen kräftig mit und verbreiteten bei dem Künstler eine Gänsehaut.

Howard Carpendale begeisterte seine Fans beim Konzert in der Lanxess-Arena. Foto: Bopp

Zudem erzählte Carpendale viele Anekdoten. „Ich musste bei der Hochzeit von meinem Sohn Wayne auf Ibiza für ihn und seine Frau Annemarie eine speziellen Song singen. Es war nicht von mir und auch überhaupt nicht meine Tonlage. Aber, was tut man nicht für einen besonderen Menschen“, erzählte der stolze Vater und sang den besonderen Song „What a wonderful world“ von Louis Armstrong.

Man merkte dem Künstler, der viele Jahre in Köln verbrachte an, dass das Konzert im Henkelmännchen eine Herzensangelegenheit ist. „Es ist immer ein Vergnügen, hier aufzutreten. In Köln habe ich meine schönsten Konzerte erlebt. Ihr seid schon ein sehr geiles Publikum“, freute sich Howie über den großen Zuspruch der Fans.

Howard Carpendale steht seit 50 Jahren auf der Bühne

Aber der Sänger, der seit über 50 Jahren auf den Brettern, die die Welt bedeuten, auftritt, fand auch nachdenkliche Worte. Besonders zu den derzeit schwierigen Zeiten in der Welt. „Es leben acht Milliarden Menschen auf unserem Planten. Und es gibt nur wenige Hunderte davon, die einen Krieg wollen. Derzeit gibt es auf der Welt 23 große Kriege. Ich will aber wie 99,99 Prozent aller Menschen auch in Frieden leben. Deshalb müssen die anderen Leute irgendwie gestoppt werden“, sagte Carpendale unter tosendem Beifall und spielte das Lied „Unter einem Himmel“.

Einen besonderen Gruß erhielt Schauspieler Heiner Lauterbach von Carpendale. „Er ist ein sehr guter Freund von mir und der größte Fan des 1. FC Köln, den ich jemals erlebt habe. Heiner schaut sich jedes Spiel an und fiebert mit. Ich drücke dem FC im Europapokal ganz feste die Daumen und wünsche ihm viele Siege.“

Howard Carpendale trifft Steffen Baumgart in Hamburg

Das kann der Frauenschwarm am Montag Erfolgstrainer Steffen Baumgart selbst erzählen. Der Kölner Coach konnte nämlich aufgrund des letzten Bundesligaspiels beim VfB Stuttgart nicht in der Lanxess-Arena sein, sondern wird Carpendale live in Hamburg erleben. „Er kommt zu mir in die Garderobe. Er ist ein toller Typ und ich freue mich darauf, ihn kennenzulernen.“

Nach über zweieinhalb Stunden Musik aus verschiedenen Jahrzehnten beendete Carpendale das Konzert mit der „Symphonie meines Lebens“. Nicht ohne vorher das Geheimnis seines Comebacks zu verraten. „Ich stehe nicht wegen der Kohle oder dem Ruhm auf der Bühne, sondern weil es mir einfach Spaß macht.“

Auch mit 76 Jahren hat Carpendale noch Lust auf Musik. Dann wird es für ihn bald wohl wieder ein „Hello again“ in Köln geben!