Justin Pogge steht enttäuscht vor seinem Tor, während Dominik mit xxxxx nach dem 3:1 jubelt. Foto: Bopp

Köln | Die Fans der Kölner Haie hatten ein gutes Gespür für die Situation. Ihre Mannschaft lag im letzten Drittel gegen die Eisbären Berlin hoffnungslos zurück, doch die 14.682 Besucher feierten auf der Tribüne und feuerten die Spieler auf dem Eis an. Es nützte nichts, nach 60 Minuten war das 1:5 perfekt und die zweite Niederlage im Playoff-Viertelfinale.

Jetzt hilft den Kölnern nur noch ein großes Wunder und drei Siege in Folge gegen die beste Mannschaft der Hauptrunde. Denn im sechsten Duell mit den Eisbären kassierte das Team von Trainer Uwe Krupp die sechste Niederlage. Wieder einmal war der Titelverteidiger eine Nummer zu groß für die Rheinländer.

„Es war ein intensives Spiel, aber nicht mit einem guten Ende. In zwei Tage geht es weiter, dann wollen wir das Spiel enger machen und den ersten Sieg einzufahren“, meinte Kölns Abwehrspieler Pascal Zerressen.

in den ersten Minuten den Ton angeben und wir sind nie richtig ins Spiel gekommen. Immer wenn wir die Chance, haben wir es nicht geschafft. Berlin hat zum richtigen Moment die Tore geschossen“, erklärte Krupp.

Das Spiel begann für die Gastgeber überhaupt nicht nach Plan. Nach nur 17 Sekunden musste Andreas Thuresson wegen Behinderung auf die Strafbank, 17 Sekunden später nutzten die Eisbären die erste Überzahl. Leo Pföderl, der schon beim 2:1-Sieg der Berliner erfolgreich war, sorgte für frühes Entsetzen bei den Haien.

Kölner Haie kassieren Gegentor nach 33 Sekunden

Bitter war der Gegentreffer für Torwart Justin Pogge. Der Kanadier bugsierte sich den Puck mit dem Schoner selbst über die Torlinie. Der Schock beim KEC saß tief, Berlin dagegen war obenauf. Und hatte durch Bennett Roßmy und Giovanni Fiore zwei große Möglichkeiten, doch Pogge war auf dem Posten und rettete sein Team vor dem 0:2.

Wie aus dem Nichts fiel dann der Ausgleich für die Gastgeber. Andy Roach hatte von der blauen Linie abgezogen und David McIntyre abgefälscht – der Puck flog zum 1:1 (10.) ins Berliner Netz. Danach waren die Haie wieder auf Augenhöhe mit dem Titelverteidiger, jedoch zeigten sich die Eisbären eiskalt und ihre ganze Klasse. Jonas Müller rannte Thuresson davon und überraschte Pogge mit einem Schuss in die kurze Ecke – 64 Sekunden vor der ersten Sirene mussten die Kölner den nächsten Dämpfer hinnehmen.

Justin Pogge, Torwart der Kölner Haie, erlebte einen enttäuschenden Abend. Foto: Bopp

Da musste bei Marcel Müller erstmal jede Menge Frust raus. Der Haie-Stürmer schnappte sich Verteidiger Niklas Jensen auf dem Weg in die Kabinen und forderte den Berliner zum Boxkampf heraus. Nach der Einlage mussten beide Spieler frühzeitig unter die Dusche.

Nachdem sich die Gemüter in der Pause abgekühlt hatten, waren die Hausherren im zweiten Drittel zwar bemüht, den Ausgleich zu erzielen, sie waren aber vor dem Tor viel zu harmlos. Berlin dagegen zeigte seine ganze Offensivklasse und zog auf 4:1 davon. Dominik Bokk, der drei Jahre bei den Junghaien ausgebildet wurde, profitierte von einem Fehlpass von Maximilian Kammerer (26.), Matt White erhöhte 29,1 Sekunden vor dem Ende des zweiten Abschnitts auf 4:1.

Kölner Haie: Torwart Pogge erlebt frustrierenden Abend

Pogge, der in der Serie gegen Ingolstadt noch der große Kölner Held war, sah erneut unglücklich aus und konnte an die starken Vorstellungen aus den letzten Spielen nicht anknüpfen. So wurde der Schlussmann nach einem frustrierenden Abend zum Start des letzten Drittels durch Niklas Lunnemann ausgetauscht.

Doch auch der Youngster musste schnell hinter sich greifen. 183 Sekunden waren gespielt, als erneut Jonas Müller zum 5:1 traf. Danach schonte sich die Gäste und taten nicht mehr als nötig. Wirklich in Gefahr gerieten die Eisbären trotzdem nicht mehr.

Nach der derben Pleite droht den Haien am Donnerstag in Berlin das Playoff-Aus und der vorzeitige lange Sommerurlaub.