Moritz Müller kann Zach Boychuk nicht am 2:0 für Berlin stoppen. Torwart Justin Pogge ist ohne Chance. Foto: Imago/Hübner

Berlin | Aus und vorbei! Die Kölner Haie sind im DEL-Viertelfinale gescheitert. Die Mannschaft von Uwe Krupp verlor bei den Eisbären Berlin mit 0:4 und kassierte die entscheidende dritte Niederlage der Serie. Während die Berliner lautstark den Einzug ins Halbfinale feierten, ist für den KEC nach der siebten Pleite in Folge gegen die Hauptstädter nun ein langer Sommerurlaub angesagt.

Schon vor der Partie hatte Krupp eine Niederlage hinnehmen müssen. Der Trainer wurde von Seiten der DEL zu einer Geldstrafe verdonnert, nachdem er nach der 1:5-Heimniederlage am Dienstag sich über die Leistungen der Schiedsrichter beschwert hatte.

Und auch auf dem Eis musste der ehemalige Eisbären-Coach schnell einen Nackenschlag einstecken. Bereits nach 155 Sekunden lag seine Mannschaft zurück. Julian Chrobot hatte vor dem eigenen Tor nicht klären können, so hatte Manuel Wiederer keine Mühe das 1:0 für die Berliner zu markieren (3.).

Kölner Haie lagen nicht einmal gegen die Eisbären Berlin in Führung

Dadurch rannten die Haie zum dritten Mal in der Serie einem Rückstand hinterher. In allen drei Spielen war der KEC nicht einmal in Führung gegangen und konnte so nicht aus einer kompakten Defensive auf Konter lauern.

Ein entscheidender Unterschied zwischen beiden Klubs: Die Haie trafen nicht einmal im Powerplay, ließen in der ganzen Viertelfinalserie zwölf Überzahlmöglichkeiten ungenutzt. Berlin dagegen war auch in der dritten Partie mit einem Mann mehr auf dem Eis erfolgreich. Zach Boychuk (29.) sorgte für den zweiten Berliner Treffer.

Der Berliner Angreifer machte im letzten Drittel den Deckel auf das Viertelfinale mit einem tollen Schuss in den Winkel (45.). Giovanni Fiore traf noch ins leere Kölner Tor (55.), als Krupp volles Risiko ging und für Pogge einen sechsten Feldspieler auf das Eis schickte.

Kölner Haie hatten Probleme in der Offensive

In der Offensive der Haie tat sich dagegen nicht viel. Vor dem Kasten von Mathias Niederberger waren die Kölner nicht zielstrebig genug, spielten zu kompliziert und ließen die Effizienz vermissen. Luis Üffing und Jon Matsumoto ließen große Gelegenheiten zum möglichen 1:2-Anschluss fahrlässig liegen.

„Das Spiel hat die ganze Serie widergespiegelt. Wir sind lange Zeit gleichauf mit den Eisbären, aber Berlin macht die Tore und wir nicht. Ich hatte auch zwei gute Möglichkeiten“, ärgerte sich Üffing.

Kölner Haien fehlte es an Offensivpower

Dabei konnte man den Gästen den Willen, Einsatz, Kampfgeist und Leidenschaft nicht absprechen, jedoch war in allen Begegnungen zu sehen, dass die Eisbären eine höhere Qualität im Kader haben. Es fehlte schlicht an der Durchschlagskraft, spielerischer Klasse und Offensivpower, um den Titelverteidiger über einen langen Zeitraum zu ärgern.

„Berlin ist verdient eine Runde weitergekommen. Aber viel mehr Herz und Leidenschaft, wie wir es getan haben, kann man nicht an den Tag legen“, erklärte Moritz Müller. Der Kapitän sagte weiter: „Die Playoffs sind die schönste Eishockeyzeit des Jahres. Leider ist sie nach der zweiten Runde vorbei. Ich hoffe, wir können in Köln in Zukunft etwas aufbauen.“

Kölner Haie hatten nur einen Torschützen im Viertelfinale

Denn die Haie müssen besonders im Angriff konstanter werden. Bei den Haien ließen sämtliche Torjäger wie Andreas Thuresson, Jon Matsumoto oder Landon Ferraro in den wichtigen Phasen ihre Klasse vor dem Tor vermissen. So konnte nur David McIntyre in der gesamten Serie Niederberger zweimal überwinden. Ein Torschütze war viel zu wenig für den ersten Halbfinaleinzug der Haie seit der Saison 2018/19.

Uwe Krupp analysierte: „Ich glaube, die Problematik waren für uns die Berliner Defensive und Mathias Niederberger. Er war der Schlüsselspieler dieser Serie. Ich kann meiner Mannschaft keine großen Vorwürfe machen. Wir waren nur im zweiten Spiel nicht so fokussiert und vor unseren Fans ein wenig übermotiviert. Wir haben unsere hochkarätigen Chancen nicht genutzt.“