Wolfsburgs Stürmerin Ewa Pajor erzielt per Kopf das 1:0 gegen Turbine Potsdam. Foto: Imago/regios24

Köln | Es bleibt dabei: Die Frauen des VfL Wolfsburg sind im Rhein-Energie-Stadion nicht zu schlagen. Im DFB-Pokalfinale siegten der Klub aus Niedersachsen mit 4:0 (3:0) gegen Turbine Potsdam und holte sich zum achten Mal in Folge die Trophäe. Seit 40 Pokalspielen ist die Mannschaft mittlerweile ungeschlagen.

Damit dokumentierten die Wölfinnen eindrucksvoll ihre Vormachtstellung im deutschen Frauenfußball. Zuvor hatte sich die Mannschaft von Trainer Tommy Stroot bereits die deutsche Meisterschaft gesichert.

„Es ist ein super Gefühl und für mich eine wunderschöne Geschichte“, sagte Matchwinnerin Ewa Pajor, die erst im März nach einer schweren Knieverletzung wieder zurück auf den Rasen kommen konnte. „Wir sind eine tolle Mannschaft, die sich verdient den Pokal geholt hat.“.

Ernüchterung herrschte dagegen bei Turbine Potsdam. Wettbewerbsübergreifend konnten die Brandenburgerinnen seit 13 Spielen nicht mehr gegen den VfL Wolfsburg gewinnen. Den bislang letzten Sieg feierten die Potsdamerinnen im November 2016.

„Wir sind alle sehr enttäuscht. So ein hohes Ergebnis haben wir nicht erwartet“, gab Sara Agrez, die im kommenden Jahr für den VfL kicken wird. „Wolfsburg ist einfach zu stark für uns.“

Vor 17.500 Besuchern in Köln-Müngersdorf, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, sorgte der Favorit bereits in der ersten Halbzeit für eine schnelle Entscheidung. Mit einem frühen Tor durch einen Kopfball von Pajor (11.) nach einem Eckball von Felicitas Rauch beruhigte der VfL die Nerven.

Und auch beim zweiten Treffer machte es Pajor mit Köpfchen. Die Polin stieg unbedrängt in die Luft und verwertete eine präzise Flanke von Lynn Wilms zum 2:0

Ein buntes Treiben herrschte vor dem Pokalfinale auf den Vorwiesen des Rhein-Energie-Stadions. Foto: Bopp

Doch damit war der Hunger der Wölfinnen im ersten Durchgang noch nicht gestillt. Jill Roord erhöhte vor der Pause auf 3:0. Die Niederländerin profitierte dabei von einem Patzer von Anna Gerhardt, der Schwester des ehemaligen Kölner Profis Yannick. Der Mittelfeldspieler ist mittlerweile für den VfL Wolfsburg aktiv.

Nach der Pause wurde es nicht mehr spannend, da die Potsdamerinnen ihre Möglichkeiten nicht verwerten konnten. Der Außenseiter spielte zwar mutig und engagiert mit, hatte aber gegen bärenstarke Wolfsburgerinnen keine Chance. Zumal Dominique Janssen mit einem abgefälschten Freistoß das 4:0 besorgte (69.).

DFB Pokal-Finale war Fest für Familien

Schon vor dem Abpfiff herrschte rund um das Rhein-Energie-Stadion beste Laune. Ab 11.11 Uhr waren auf der Vorwiese die Stände geöffnet, es gab ein friedvolles Familienfest mit kölscher Musik von Miljö. An 30 Ständen gab es ein buntes Unterhaltungs- und Fitnessprogramm für die Besucher, ehe es ab 15.40 Uhr rein ins Stadion ging.

Miljö sorgte beim Fanfest auf den Vorwiesen für gute Laune. Foto: Bopp

Dazu fanden Aktivitäten für Kids, Autogrammstände und diverse Bühnen, auf denen interessante Talks und musikalische Einstimmung geboten wurden, statt. Der Fußball-Verband Mittelrhein veranstaltete außerdem ab 10 Uhr wieder zahlreiche Mädchen-Fußballturniere für E- und D-Juniorinnen. 71 Mädchen-Mannschaften nahmen teil. Zusätzlich gingen fünf Mix-Mannschaften aus der FVM-Inklusionsliga an den Start.