Haie-Geschäftsführer Philipp Walter begrüßt Hauptgesellschafter Frank Gotthardt. Foto: Bopp

Köln | Es ist ein besonderes Jahr für die Kölner Haie. Vor 50 Jahren wurde der Eishockeyverein gegründet. Grund genug, eine große Gala zu veranstalten und alte und neue Helden noch einmal hochleben zu lassen. Rund 400 Gäste aus Politik, Sport und Sponsoren sowie KEC-Legenden waren in der Flora dabei.

Es war ein fröhliches Hallo im Botanischen Garten in der Nähe des Zoos. „Mensch, dich habe ich schon lange nicht mehr gesehen“, war einer der häufig gefallen Sätze unter den Gästen. „Ich hatte Angst, als ich im Vorfeld hörte, wer alles dabei ist“, sagte Christoph Ullmann mit einem Schmunzeln. Der Meisterspieler von 2002 fügte an: „Aber ich habe mich total über die Einladung gefreut. Ich komme aufgrund der ganzen alten Geschichten kaum aus dem Lachen heraus. Es ist wie bei einem Klassentreffen.“

Kölner Haie zeigten Bilder aus 50 Jahren

Die Verantwortlichen der Kölner Haie hatten sich für den besonderen Abend einige Überraschungen ausgedacht. Filme und Bilder aus den 50 Jahren wurden auf der Videoleinwand gezeigt und sorgten für Gänsehautmomente. Vom Aufstieg 1977 über die bisher acht errungenen Meisterschaften war alles dabei. Es wurden Grußbotschaften alter Haudegen wie Alex Hicks, Tom Thornburry, Dave McLlwain, John Tripp ausgestrahlt. Es gratulierten aber auch Steffen Baumgart, Guido Cantz oder Leon Draisaitl zum Jubiläum.

Viele Legenden hatten sich auf den Weg nach Köln gemacht. In der Flora waren Peppi Heiß, Didi Hegen, Mirko Lüdemann, Leo Stefan, Detlev Langemann, Kai Hospelt, Uli Hiemer oder Daniel Rudslätt dabei. Zudem erzählten Eishockey-Legenden wie Erich Kühnhackl, Udo Kießling oder auch Uwe Krupp Anekdoten auf der Bühne aus ehemaligen Zeiten.

„Wir hatten in den Jahren so viel Erfolg, da wir ein echtes Team waren. Die Mannschaft stand komplett im Vordergrund, das hat man in jedem Training, bei jedem Spiel gemerkt“, sagte Kühnhackl, der zwei Deutsche Meisterschaften mit Köln gewinnen konnte. Der deutsche Eishockeyspieler des Jahrhunderts erhielt wie Kießling und Krupp stehende Ovationen.

Ex-Trainer Hans Zach und Erich Kühnhackl hatten auf der Haie-Gala einen schönen Abend- Foto: Bopp

„Ohne diese beiden Spieler würde das Eishockey nicht dastehen, wo es heute steht. Erich und Udo sind Idole und haben die Sportart geprägt“, sagte Krupp voller Ehrfurcht. „Für mich war es ein Kindheitstraum mit solchen Spieler in einer Mannschaft zu spielen.“

Dabei war gerade Kießling ein Verteidiger, der polarisierte. Von den Haie-Anhängern geliebt und vergöttert, von den gegnerischen Fans eher gehasst. „Er ist kein Mensch, er ist ein Tier, er spielt in Köln mit Nummer vier“, schallte es oftmals durch die Stadien. Kießling nahm die Gesänge gelassen: „Für mich war es eine Art Achtung vor meiner Leistung. Ich hatte damit kein Problem, es war eher eine Motivation.“

Werner Wolf, Präsident des 1. FC Köln, wird von Haie-Maskottchen Sharky umarmt. Foto: Bopp

In Plauderlaune bei den Moderatoren Jana Azizi und Konstantin Klostermann war auch Andi Renz. Der Publikumsliebling, der neun Jahre für den KEC die Schlittschuhe schnürte, erzählte eine spezielle Geschichte. „In der Saison 2002 hatten wir keine gute Phase. Wir waren kein Team und es gab viele Egoisten, die nur auf ihre eigenen Punkte geschaut haben. Deshalb hat uns Trainer Lance Nethery 24 Stunden in der Kabine eingeschlossen“, erzählte der Abwehrspieler. „25 Spieler auf engem Raum, da kann man sich vorstellen, was da los war. Wir haben Pizza und Bier bestellt und uns kräftig die Meinung gegeigt.“

Renz verrät weiter: „In der Kabine haben wir auch geknobelt und alle haben mitgemacht. Der Wetteinsatz war, dass der Verlierer ohne Klamotten auf dem Tisch von Lance Nethery Lambada tanzen muss. Ich kann es ja heute verraten, weil er nicht da ist. Toni Porkka musste ran, aber er hat es auch gemacht.“

Haie-Trainer Uwe Krupp brachte Lebensgefährtin Claire mit in die Flora. Foto: Bopp

Ein besonderer Trainer in der Haie-Zeit war auch Hans Zach, der in seinen vier Jahren vergeblich versuchte, den neunten Titel in die Domstadt zu holen. Der Bayer galt bei vielen Spielern als sehr emotionaler Typ, der auch mal richtig laut werden konnte. Deshalb erhielt Zach den Spitznamen Alpenvulkan. „Ich verlange viel von meinen Jungs. Vielleicht bin ich so rübergekommen, aber eigentlich bin ich ganz brav“, meinte der frühere Bundestrainer.

Der aktuelle Coach der Haie blickte auf die kommende Saison. „Wir haben diesem Jahr eine schlagfertige Mannschaft beisammen und wollen uns den Respekt in der Liga zurück erarbeiten. Wir wollen unbedingt eine Meisterschaft nach Köln holen, sonst brauchen wir uns morgens früh nicht aus dem Bett zu rollen. Dann könnten wir auch nochmal auf den Snooze-Knopf drücken und weiter schlafen. Wir stehen auf, krempeln die Arme hoch und wollen Meister werden“, stimmte Uwe Krupp forsche Töne an.

Stürmer Alexander Oblinger kam mit Ehefrau Karina zur Haie-Gala in die Flora. Foto: Bopp

Damit sprach der zweifache Stanley Cup-Sieger Hauptgesellschafter Frank Gotthardt aus dem Herzen. Der Haie-Boss stieg 2010 ein und rettete damals den Verein vor dem Aus. Für seine Taten wurde der Unternehmer wie Haie-Mitbegründer Detlev Langemann mit dem Ehren-Hai ausgezeichnet.

Frank Gotthardt wünscht sich Titel mit Kölner Haien

„Als ich über Freunde zu den Kölner Haien kam, hatte ich mit Eishockey wenig zu tun. Jetzt bin ich richtig infiziert. Es gibt keinen geileren Mannschaftssport als Eishockey. Ziel ist es bei uns, dass wir in den nächsten drei Jahren die Meisterschaft holen. In der Zeit ist es dreimal, zweimal, einmal oder auch keinmal. Ich weiß, was ich mir wünschen würde, aber einmal wäre schon schön“, sprach Gotthardt den Fans aus der Seele.

So sieht es auch Renz: „Wenn ich an unseren Titel denke, bekomme ich Gänsehaut. Das war magisch, wir haben damals nach dem Sieg in Mannheim in Köln richtig gefeiert und den Waschsalon auseinandergenommen. Nach 20 Jahren wird es mal wieder Zeit, dass der Pott nach Köln kommt.“

Geschäftsführer Philipp Walter, der seit über 20 Jahren in verschiedenen Positionen bei den Haien tätig ist: „Die Meisterschaft 2002 war für mich sehr prägend. Der Weg dahin war besonders, er war sehr holprig und endete am Ende wie eine Cinderella-Story. Sicher sind Krisen auch nicht vergessen, die stärken aber auch einen Verein.“

In der neuen Saison will man in der Geburtstagssaison ein weiteres, besonderes Kapitel zu der ruhmreichen Geschichte der Haie hinzufügen.