Der Screenshot zeigt die Internetseite der Stadt Köln mit dem Cover des Gestaltungshandbuchs am 25. Oktober 2021

Köln | Scharfe Worte wie Willkür findet die IG Gastro für die Kölner Stadtverwaltung und vor allem die Kölner Politik, der sie vorwirft über die Dinge im Rat zu später Nachtstunde abzustimmen, deren Inhalt sie detailliert nicht kennt. Es geht um das Gestaltungshandbuch und die Kölner Außengastronomie.

Gestaltungshandbuch und Außengastronomie, das klingt zunächst einmal dröge und vor allem nach Erbsenzählerei und Geschmacksdiskussionen. Aber hier lauert ein echter Konflikt und die Kölner Gastronomen der IG Gastro fühlen sich gleich in mehrfacher Hinsicht von der Stadt Köln gegängelt und stellen fest, dass die Stadt den Kompass zwischen Maß und Mitte im Umgang mit den Gastronomen verloren habe. Die Gastronomen sprechen bei ihrer Arbeit von einem der „wichtigsten wirtschaftlichen Faktoren der Stadt“.

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Die konkreten Fälle

Die IG Gastro belässt es aber nicht alleine bei allgemeiner Kritik, sondern benennt konkret Fälle. Ein Dorn im Auge der Gastronomen sind die Bußgelder. Als Beispiel nennen sie das Jugendschutzgesetz und den damit verbundenen Aushang im Lokal. Hier sagen sie, dass diesen Aushang niemand lese, aber wenn dieser aus dem Jahr 2019 stamme ein Bußgeld von 120 Euro fällig werde.

In der Außengastronomie sprechen die Gastronomen gar von „Räumungen“. So mussten Kölner Gastronomen die Bestuhlung, Markisen, Stehtische und Pflanzen entfernen. Auch eine Lichterkette an einer Markise musste abgenommen werden. Als Beispiel nennen sie das Lokal „Filos“ vor dem zwei Stehtische entfernt werden mussten. Die Gastronomen sprechen von kommunikativen Orten, die jetzt im Veedel fehlten.

Auch mussten Gastronomen bunte Kissen entfernen, weil das Gestaltungshandbuch nur gedeckte Grau- und Brauntöne erlaube. Oder Schirme sollen entfernt werden, weil deren Größe nicht mehr stimmt. Die Gastronomen verweisen auf die Investitionen, die durch eine solche Politik vernichtet werden.

Was ist mit der Pandemie?

Die IG Gastro schreibt: „Auch wenn das viele Politiker*innen und Bedienstete der Stadt nicht mitbekommen, wir leben noch immer in einer Pandemie und haben schwer mit den wirtschaftlichen Folgen zu kämpfen. Die Zahlen der Infizierten steigen und vor allem ältere Gäste werden wieder vorsichtiger. Viele möchten sich nicht in den Innenbereich setzen. Sollte sich der Trend der steigenden Zahlen fortsetzen, dann haben wir ein massives Problem. Da kann es doch nicht die Idee sein, uns jetzt im Außenbereich zu maßregeln und zu beschränken. Wir benötigen dort Freiheiten und keine Verbote. Wir benötigen Bedienstete der Stadt Köln, die emphatisch sind und uns auf Augenhöhe begegnen. Wir benötigen Verständnis in der Politik und bei der Oberbürgermeisterin. Wir sind doch nicht die Deppen, mit denen man machen kann was man möchte. Wir sind eigentlich nur diejenigen, die allen anderen Menschen schöne Stunden bereiten möchten. Lasst uns einfach arbeiten.“

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