Gunter Demnig erfand die Stolpersteine Anfang der 90er. Foto: Bopp

Frechen/Köln | Man kommt an ihnen nicht vorbei.

In ganz Europa nicht. Vielerorts in Deutschland, häufig bei uns in Köln, fallen sie dem Passanten auf der Straße fast unweigerlich ins Auge: Die Stolpersteine.

In der Domstadt wurden Mitte März erneut, wie oft in den vergangenen Jahren, 39 neue Steine von jenem Mann verlegt, der die Idee zum größten dezentralen Mahnmal in Gedenken an die Opfer des Holocausts überhaupt hatte.

Der Frechener Künstler Gunter Demnig (74) erinnerte an 14 Orten in Köln an Menschen, die während der schrecklichen NS-Zeit verfolgt wurden.

Die Reporter von report-k haben ihn einst in seinem Atelier besucht und erfahren, dass sein eigener Vater in der berüchtigten „Legion Condor“ zur Zeit des Spanischen Bürgerkriegs gedient hatte.

Im März verlegte Demnig nun u.a. einen Stolperstein für den im Spanischen Bürgerkrieg 1937 gefallenen Michael Krath, der im Widerstand für die KPD aktiv war und 1933 wegen angeblicher Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt worden war.

Besuch im Atelier in Frechen: Gunter Demnig hat in ganz Europa mehr als 70 000 Steine verlegt. Foto: Bopp

Idee für die Stolpersteine wurde in Köln geboren

Das Projekt der kleinen, quadratischen Messingtafeln mit den eingravierten Namen und Daten beruht auf bürgerschaftlichem Engagement und geht oft von Angehörigen und Nachfahren der ehemaligen Opfer aus. Immer mal wieder wurde und wird Demnig, wie er uns erzählte, von Rechtsextremen bedroht und selbst auch bei Verlegungen provoziert.

Doch bis heute ist er sich treu geblieben und hat sich nie beeindrucken lassen, mehr als 70 000 Stolpersteine sind längst auf den Straßen in ganz Europa verstreut.

Die Idee zu den Stolpersteinen kam Gunter Demnig Anfang der 90er Jahre – in Köln. Als er einst zum Gedenken an deportierte und ermordete Sinti und Roma eine „Spur der Erinnerungen“ schuf.

Am 16. Dezember 1992, zum 50. Jahrestag des unmenschlichen Befehls von SS-Chef Heinrich Himmler zur Deportation der „Zigeuner“, ließ er einen ersten Stein vor dem Historischen Kölner Rathaus ins Pflaster. Der Rest – ist buchstäblich Geschichte.