Rheinauhafen ist Miet-Spitzenreiter
Die Mieten in Köln erhöhten sich 2011 durchschnittlich zwischen fünf und acht Prozent, erklärte heute Roland Kampmeyer, Sprecher der Kölner Immobileinbörse (KIB). Inzwischen zahlen Mieter rund 9,50 Euro pro Quadratmeter. Zu den begehrten Lagen zählten im vergangenen Jahr die Stadtteile Bayenthal, Ehrenfeld, Klettenberg, Longerich und Nippes. Dort musste man mit 8 bis 20 Euro pro Quadratmetern rechnen. In den sehr guten Lagen wie dem Agnes und Belgischen Viertel, in Braunsfeld und Sülz zahlten Mieter pro Quadratemter 11,25 bis 12 Euro. Die höchsten Mieten wurde in den Kranhäusern im Rheinauhafen mit bis zu 18 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Dabei konnten kaum Unterschiede zwischen Mieten in Neubauten oder Bestandshäusern festgestellt werden.

Ein ähnliches Bild zeichnete sich auch bei den Kaufimmobilien ab. Die Preise für gebrauchte Einfamilienhäuser stiegen in der Domstadt in mittlerer Lage wie in den Stadtteilen Bickendorf, Ensen und Holweide um durchschnittlich vier Prozent auf etwa 275.000 Euro. In guten Lagen zahlten Käufer mit rund 380.000 Euro etwa sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Auch für dieses Jahr rechnet die KIB mit einem moderaten Anstieg der Kaufpreise und Mieten. "Die Nachfrage in Köln ist einfach zu groß", sagte Kampmeyer. Nachgefragt würden insbesondere Drei- bis Vier-Zimmerwohnungen in guten Lagen. Die Stadt habe zwar beschlossen, jährlich 4.000 neue Wohnungen zu schaffen. Doch selbst diese Erhöhung kann laut Kampmeyer die Nachfrage nicht befriedigen.

Kölner zieht es ins Umland
Im vergangenen Jahr zog es daher zahlreiche Kölner ins nähere Umland. Dort stellte die KIB aufgrund dessen eine erhebliche Steigerung der Miet- und Kaufpreise fest. In einigen Gebieten wurden die Preisen um bis zu 20 Prozent erhöht. Besonders begehrt waren dort Häuser und Wohnungen mit einer guten Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr. Dazu zählten etwa Hürth und Frechen, aber auch Dellbrück, Bensberg und Refrath. Die steigenden Kosten entstünden jedoch auch durch steigende Anforderungen. Viele Käufer wollten nur noch neuere Bauten mit wenig Sanierungsaufwand und einer energetisch günstigen Bauweise kaufen.

Insgesamt verzeichnete die KIB einen Anstieg an Kaufinteressenten. Denn viele Menschen erachteten aufgrund der Weltwirtschaftskrise Immobilien als einzige sichere Wertanlage. Zudem würden immer weniger Hausbesitzer aus diesem Grund ihr Eigentum verkaufen. Eine Immobilienblase wie sie die USA traf, sei in Köln derzeit jedoch nicht zu befürchten, betonte Kampmeyer.

Infobox: Kölner Immobilienbörse
In der Kölner Immobilienbörse (KIB) sind über 60 Immobilienmakler und Verwalter aus der Region Köln zusammengeschlossen, die in 19 Mitgliedsfirmen tätig sind. Für den Marktbericht wertete die KIB ihre Informationen des vergangenen Jahres aus Verkauf und Vermietung von Wohnimmobilien aus. 2011 zählten dazu 685 Immobilien und 1.323 Mietverträge.

[cs]

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