Köln | red, dts | Die Aussagekraft des Inzidenzwertes in Köln bleibt unklar. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 7 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Deutschlandweit gibt es eine neuen Höchstwert an Neuinfektionen und eine neue Variante aus Südafrika macht sorgen. Die Corona-Lage am 25. November.

Die Corona-Lage in Köln am 25. November unklar

Die Belastbarkeit der Kölner Corona-Zahlen ist derzeit nicht gegeben, vor allem die Zahlen rund um die Inzidenz könnten fehlerhaft sein, da fraglich ist, ob die Stadt Köln alle Zahlen richtig oder mit Verzögerung erfasste. Mitten in steigenden Höchstzahlen meldete das RKI auf Basis der Erfassung der Stadt Köln für den Dienstag gar keine neuen Corona-Fälle. Für den Mittwoch teilte das RKI 470 und den gestrigen Donnerstag 686 neue Covid-19-Fälle mit, eine ähnlich hohe Zahl, wie für den Sonntag als 672 Neuinfektionen angegeben wurden. Offen bleibt zudem ob nun wirklich alle offiziellen Kölner Fälle erfasst sind. Auf der Basis dieser offenen Fragen errechnet das RKI für Köln im Zeitraum 19. bis 25. November eine 7-Tage-Inzidenz von 295,1. 7 Menschen starben mit oder an Covid-19 in Köln am gestrigen Donnerstag und die Gesamtzahl aller Kölner Toten in der Pandemie steigt auf 805.

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In den Kölner Kliniken werden laut DIVI-Intensivregister aktuell 46 Patient*innen intensivmedizinisch mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt und davon 22 invasiv beatmet. Derzeit sind 6,13 Prozent der Intensivbetten in Kölner Kliniken nicht belegt.

RKI meldet 76.414 Corona-Neuinfektionen deutschlandweit – Wieder Höchstwert

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Freitagmorgen vorläufig 76.414 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 44 Prozent oder 23.444 Fälle mehr als am Freitagmorgen vor einer Woche und nun schon zum wiederholten Mal mehr als jemals zuvor seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert lag bei 75.961 neuen Fällen binnen eines Tages und war erst kürzlich erreicht worden, alle paar Tage wird die Höchstmarke weiter nach oben geschoben.

Die Inzidenz stieg laut RKI-Angaben von gestern 419,7 auf heute 438,2 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. Das ist wie schon in den letzten Tagen wieder ein Allzeithoch. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 774.400 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 213.000 mehr als vor einer Woche und mehr als jemals zuvor.

Außerdem meldete das RKI nun 357 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus. Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 1.737 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 248 Todesfällen pro Tag (Vortag: 226). Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 100.476. Insgesamt wurden bislang 5,65 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet.

Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.

Hospitalisierungs-Inzidenz steigt bundesweit auf 5,97

Die bundesweite Hospitalisierungsrate für Corona-Infizierte ist gestiegen. Das RKI meldete am Freitagmorgen zunächst 5,97 Einweisungen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden 7 Tagen (Donnerstag ursprünglich: 5,79, Freitag letzter Woche ursprünglich 5,34). Es handelt sich um die jeweils vorläufigen Zahlen, die stets nachträglich noch nach oben korrigiert werden, da manche Einweisungen erst später gemeldet werden.

Wirklich vergleichbar sind nur die unkorrigierten Werte in Bezug zum gleichen Tag der Vorwoche, ansonsten gibt es Wochentagsverzerrungen. So gibt es beispielsweise sonntags fast immer zunächst einen niedrigeren Wert als am Samstag, weil am Wochenende besonders viele Meldungen erst später eintrudeln. Am höchsten ist die Hospitalisierungsinzidenz laut der vorläufigen Daten in Thüringen (18,91).

Dahinter folgen Sachsen-Anhalt (13,34), Bayern (9,52) und Mecklenburg-Vorpommern (9,25). Bremen (7,20), und Baden-Württemberg (6,25) sind in der Gruppe der Länder mit einer Rate zwischen 6 und 9. Darunter jetzt Sachsen (5,99), Hessen (4,59), Nordrhein-Westfalen (4,37), Schleswig-Holstein (4,36), Brandenburg (3,83), Rheinland-Pfalz (3,76), Berlin (3,63) und das Saarland (3,25). Unter 3 liegen weiterhin nur Niedersachsen (2,89) und Hamburg (2,27).

In der Altersgruppe 0-4 Jahre liegt die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit vorläufig bei 2,12, in der Altersgruppe 5-14 Jahre bei 1,35, in der Altersgruppe 15-34 Jahre bei 1,87, in der Altersgruppe 35-59 Jahre bei 3,47, in der Altersgruppe 60-79 Jahre bei 9,51 und bei den Über-80-Jährigen bei 28,69 Krankenhauseinweisungen mit Covid-19 je Woche und 100.000 Einwohner. Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass ab einer Hospitalisierungsinzidenz von 3,0 die 2G-Regel flächendeckend gilt. Ab 6,0 kommt 2G-Plus, ab 9,0 sollen weitere Maßnahmen ergriffen werden.

B.1.1.529 – Neue Corona-Variante aus Südafrika bereitet Sorgen

In Südafrika ist eine neue Corona-Variante aufgetaucht, die Wissenschaftler beunruhigt. Vorerst heißt sie B.1.1.529, vermutlich wird ihr die Weltgesundheitsorganisation schon am Freitag einen griechischen Buchstaben als Namen geben. Nach Angaben von Experten hat die neue Variante deutlich mehr Mutationen als andere Varianten – und sie verbreitet sich in Südafrika rasend schnell.

Binnen zwei Wochen ist B.1.1.529 von null kommend die dominierende Corona-Variante geworden und hat „Delta“ schon weitgehend verdrängt. Festgestellt wurde die neue Variante auch schon in Botswana und in Hongkong – jeweils bei Reisenden aus Südafrika. Israel hat aus Sorge vor B.1.1.529 bereits Einreisebeschränkungen für mehrere afrikanische Länder verhängt. Ob und wie gut die vorhandenen Impfstoffe wirken, ist vollkommen unklar.

„Nichts ist schlimmer“: Lauterbach warnt vor neuer Corona-Variante

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor der neuen Corona-Variante B.1.1.529, die in Südafrika entdeckt wurde und sich dort rasend schnell ausbreitet.

„Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein“, schrieb Lauterbach auf Twitter. Hoffentlich bestätige sich nicht, was bestimmte kursierende Berechnungen prognostizieren.

Demnach breitet sich B.1.1.529 viel schneller aus, als alle anderen Corona-Varianten vor ihr. „Wenn ja müssen sofort Reisebeschränkungen erfolgen“, sagte Lauterbach. Und weiter: „Wir müssen Zeit gewinnen.“

Binnen zwei Wochen ist B.1.1.529 in Südafrika von null kommend die dominierende Corona-Variante geworden und hat „Delta“ schon weitgehend verdrängt. Weil sich die Mutante dort so schnell ausbreitet gibt es auch noch keine Informationen darüber, ob und wie gut die vorhandenen Impfstoffe wirken.

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