Köln |  „Das ist ein wirklicher Durchbruch für die Fairtrade Bauern,“ betonte Harriet Lamb, Geschäftsführerin von Faritrade International bei der Vorstellung des neuen „Kakao-Programms“ von Fairtrade Deutschland. Im Rahmen der Internationalen Süßwarenmesse ISM in Köln am heutigen Montag, den 27. Januar 2014 wurde das Programm als Durchbruch auf dem deutschen Süßwarenmarkt vorgestellt.

Auch Fortin Bley, Präsident des West Africa Cocoa Network, zeigte sich überzeugt von dem neuen Kakao-Programm, welches Unternehmen ermöglicht, zusätzlich Fairtrade-Kakao als Einzelrohstoff zu beziehen und über mehrere Sortimente hinweg oder für die Gesamtproduktion zu verwenden.

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„Heute konnten wir den Traum eines neuen Fairtrade Programms verwirklichen,“ so Bley. Viele Farmer lebten immer noch in schwierigen Verhältnissen. Durch das neue Programm solle sich ihre Situation nicht nur sichtbar, etwa durch den Bau neuer Trinkwasserleitungen,Schulen oder Krankenhäuser verbessern, sondern auch persönlich. Erst durch Programme wie dieses könne das Bewusstsein der Farmer verändert werden und die Sensibilisierung fortschreiten. „Früher hätte ein Farmer aus einer Flasche, in der er vorher Düngemittel aufbewahrt hat, danach getrunken, wäre krank geworden und vielleicht gestorben. Durch die Programme können wir die Leute über solche Gefahren aufklären.“ Außerdem werde das Geld dringend benötigt, um die alten Kakaoplantagen mit neuen Pflanzen aufzufrischen. Die alten Pflanzen seine nicht mehr in der Lage, genug Früchte zu tragen, um der hohe Nachfrage gerecht zu werden.

Rewe Group, Kaufland, Lidl, der Confiserie Riegelein und Mars sind Kooperationspartner

Insgesamt fünf Partner beteiligen sich momentan an dem neuen Programm. „Wir wollen mehr,“ betonte TransFair- Geschäftsführer, Dieter Overath. Der Marktanteil von fair gehandeltem Kakao liegt momentan bei 0,2 Prozent Marktanteil. „Das kann nicht die Antwort auf die Situation im Kakao-Markt sein.“ Dennoch sei man froh, mit großen Firmen zusammenzuarbeiten. Mit der Rewe Group, Kaufland, Lidl, der Confiserie Riegelein und Mars besteht zurzeit eine Kooperation. Allein durch diese ersten Kooperationen wird sich der Kakao-Absatz in Deutschland in 2014 um rund 6000 Tonnen fast versechsfachen. Allerdings war der Anteil mit 1000 Tonnen vorher auch gering. Auch bei den Prämiengeldern werden zusätzlich eine Millionen Euro zusätzlich für die Produzenten erwartet.

Thomas Bittinger, Geschäftsführer von Mars Deutschland nutzte die Gelegenheit, ein ehrgeiziges Ziel des Unternehmens zu verkünden. 2009 habe man beschlossen, bis 2020 zu hundert Prozent auf fair gehandelten Kakao umzusteigen, bei sämtlichen Produkten. Es ginge Mars jedoch nicht nur um das eigene Unternehmen. „Wir brauchen eine Transformation des ganzen Sektors,“ so Bittinger. Der Farmer sei das schwächste Glied in der Handelskette, deshalb müsse der Fokus auf ihm liegen. Er gratulierte Fairtrade deshalb zum neuen Programm. „Das ist eine Innovation und bringt die Partnerschaft von Fairtrade und Mars nach vorne.“ Durch das neue Programmwerde künftig die Kakaomenge zu Fairtrade-Bedingungen bezogen, die der Menge aller in Deutschland verkauften Twix-Riegel entspricht.

Auch Dr. Ludger Breloh von der Rewe Group verwies auf die besondere Beziehung des Unternehmens zu Fairtrade. Als erstes Unternehmen habe Rewe damals begonnen, Fairtrade Schokolade auch im Supermarkt und damit für die breiten Massen anzubieten. Auch er stimmte mit Bittinger überein, dass eine Transformation des Kakaosektors wichtig und notwendig sei. Zudem müsse die aktive Nachfrage gestärkt werden.

Harriet Lamb und Dieter Overath gaben sich schlussendlich optimistisch: „Kakao ist sicherlich erst der Anfang des Programms. Wir sind zuversichtlich, bald Zucker als neue Produktkategorie hinzuzunehmen.“

Autor: Carlotta Eisele | Foto:Fairtrade Deutschland
Foto: Das neue „Kakao-Programm“ von Fairtrade Deutschlad verspricht Verbesserung für afrikanische Kakao Bauern.

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