Köln | Bei den Kölschen Funkentöter wurde der neue Präsident gefeiert, die Grielächer machten das Maritim voll bis unters Dach, bei Unger Uns verschenkte der Präsident Saunatücher und die Müllemer Junge förderten den Nachwuchs mit Ukulele.


Der neue Präsident der Kölschen Funkentöter Georg Spanghardt und Domprobst emeritus und Ehrenbrandmeister 2016 Norbert Feldhoff

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Präsident bei den Funkentötern ins Amt eingeführt

Als die Cöllner auf der Bühne waren, da swingte der frisch mit der Amtskette behängte Präsident der Kölschen Funkentöter Georg Spangardt schon mit dem Ehrenbrandmeister 2016 und Domprobst emeritus Norbert Feldhoff im Saal. Der Präsident des Festkomitee Kölner Karneval Markus Ritterbach hatte die Amtskette an Spangardt überreicht. Die Stimmung bei den Funkentötern völlig ausgelassen. Im normalen Leben ist Spangardt Branddirektor bei der Kölner Berufsfeuerwehr und leitet souverän Einsätze bei denen es nicht selten um Leben und Tod geht. Seit 1995 ist der Essener Spangardt mit Liebe zur Musik bei der Kölner Feuerwehr und leitet dort die Abteilung Gefahrenabwehr. 518 tanzten und sangen bei den Cöllnern mit. Im nächsten Jahr dürften es mehr sein, denn dann ziehen die Kölschen Funkentöter mit ihrer Sitzung ins Theater am Tanzbrunnen. Das Programm am heutigen Sonntag: Die Stattgarde Colonia Ahoj, Wicky Junggeburth, Ne Schofför, der Knallkopp, Micky Brühl Band und die Domstürmer. Die Chefs der Berufsfeuerwehren von Hamburg, Aachen, Münster und Mönchengladbach, Klaus Maurer, Jürgen Wolf, Benno Fritzen und Jörg Lampe feierten mit. Denn sie taten alle schon einmal in Köln Dienst und das verbindet mit dem Traditionscorps der Berufsfeuerwehr Köln.

Grielächer singen Kölschen Jung mit Brings

Brings braucht nur die ersten drei Noten anspielen und schon singen alle den Kölschen Jung Song, mit dem neuen Lied für die kurze Session gelingt dies der Band in Schottenmuster nicht. Der Saal geht nicht wie gewohnt mit. So war das auch bei den Grielächern. Das tat der Gesamtstimmung aber keine Abbruch, das jecke Volk feierte ausgelassen, ob in der ersten Reihe oder vom obersten Balkon. Die Grielächer luden ins kölsche Miljöh im Kostüm. Sprecher Henry Schroll erinnerte daran, dass der im Februar letzten Jahres verstorbene Ehrenpräsident Hans Bauhoff, dieses Sitzungsformat, das heute so erfolgreich ist, einst einführte. Bauhoff wollte dem Schaulaufen der Eitelkeiten mit der Kostümsitzung ein Ende setzen, denn seiner Auffassung nach, sind im Kostüm alle Menschen gleich. Ende Februar wollen die Grielächer ihrem ehemaligen Präsidenten, Ehrenpräsidenten und Nestor des Festkomitee Kölner Karneval ein karnevalistisches Jahrgedächtnis am Karl Berbuer Brunnen widmen und so an ihn erinnern. Die erste Miljöh-Sitzung fand im Jahr 1969 statt. Vier Jahre zuvor hatte Peter Raddatz seine Figur „Dä Mann met däm Hötche“ erfunden. Heute wurde er als Grielächer des Jahres 2016 geehrt.


Unger Uns und den Paveiern ist es zu heiß

Im Kölner Karneval gibt es immer wieder langjährige Verbindungen. So eine pflegt der einzige Kölner Karnevalsverein Unger Uns mit den Paveiern. Die Band gibt es seit 33 Jahren und genau 33 Jahre stehen die Paveier bei Unger Uns auf der Bühne. Beim Unger Uns, wie man sich selbst nennt, spricht man daher bei den Paveiern von der Hausband. Und als die Straßenpflasterer die Bühne im Kristallsaal stürmten war dies vom ersten zarten Zupfen an der Gitarrenseite ein Heimspiel. Wie so viele andere Karnevalsgesellschaften meldet auch Unger Uns eine Session mit nur ausverkauften Sälen. Die Menschen haben extreme Lust Karneval zu feiern. Sprecherin Vogt erklärt daher man habe eine absolut gute Session. Heute feierten die Jecken zu Jan von Werth, Guido Cantz, Jörg Runge, dessen Eltern im Saal waren, Domstürmern, Brings und Höhnern. Auch der Till Alaaf im Senatshotel, also feiern in den Rosenmontag ist restlos ausverkauft. Und da es dort im so heiß ist, schenkte Präsident Udo Beyers den Paveiern Saunahandtücher für ihren kommenden Auftritt.

Müllemer Junge unterbrechen karnevalistisches Superprogramm für „Hüpfende Flöhe“

Die Müllemer Junge luden zwei Tage, nachdem man 25 Jahre Jnadenlos Jeck feierte, zur Kostümsitzung in die Mülheimer Stadthalle. Die war bis auf den letzten Platz besetzt. Das verwundert nicht, wenn man auf die Setlist der Künstler blickt. Die Crème de la Crème der Kölner Karnevalskapellen und Redner fuhr vor und gab sich die Klinke in die Hand: Querbeat, Metzger Bläck Fööss und Brings gab es nach der Pause. Allerdings hatte sich zwischen Fööss und Brings eine besondere Gruppe auf dem Zettel von Literat Alexander Dick eingenistet: Die hüpfenden Flöhe der Gemeinschaftsgrundschule Cesarstraße in Bayenthal mit ihren Ukulelen und Gesang. Neun Pänz im Alter zehn Jahren. So sind die Müllemer Junge, immer für eine Überraschung gut. Die Flöhe waren der Hit auf der Großen Kölner Schulsitzung mit ihrem Lehrer Georg Mühlenhöver. Vor der Pause neckte Bernd Stelter Guido Cantz mit einem Schnaps zum 1:1 des FC in Wolfsburg, Kasalla brachten den Saal zum Stehen die Domstürmer und die Original Matrosen vum Müllemer Böötche begeisterten nicht nur Promis wie Serap Güler, MdL, Margarita von Westphalen-Granitzka, Winrich Granitzka und der Mülheimer Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs. Aus München war Karl Oost, Köln Münchner Karnevalsverein Superjeilezick zu Gast.

Und wer feierte noch:

Im Gürzenich starteten die Altstädter mit dem Härekommers ganz früh um 11 Uhr und die Luftflotte übernahm ab 20 Uhr den Saal. Die Nippeser Bürgerwehr traf sich unter Männern in der Kölschen Hofburg und feierte im Pullman Hotel. Der Herbergsvater des Kölner Dreigestirns feierte allerdings nicht im eigenen Haus, sondern bei Unger Uns, wo auch Wolfgang Acht, der Präsident des Fest der schwarzen Kunst gesehen wurde. Auch in den Vororten tobten die Jecken durch die Säle.

Autor: Andi Goral
Foto: Kasalla bei den Müllemer Junge

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