Köln | Im Musical Dome herrscht derzeit geschäftiges Treiben. Im oberen Foyer finden in einem abgetrennten Bereich die Tanzproben mit Blick auf den Rhein statt. Im großen Saal befinden sich mitten in den Sitzreihen die Arbeitsplätze des Stagemanagers sowie der Licht- und Tonregie. Auch die Licht- und Videodesigner haben von ihr den Blick auf die Bühne.

Dort kommt modernste Technik zum Einsatz. Dazu gehört zum Beispiel eine zwei Tonnen schwere Kabine, die das Wochenendhaus in den Bergen darstellt, in das sich Rachel Marron mit ihrer Familie und ihrem Bodyguard zurückzieht. Es ist das größte Element des opulenten Bühnenbildes und stammt noch aus der ersten Produktion in London. 3,8 Meter in der Sekunde ist der sogenannte Toaster schnell, ein Lift, der Darsteller und Tänzer regelrecht auf die ultramarinblaue Bühne katapultiert.

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In zweieinhalb Monaten wurde das komplette Bühnenbild in enger Zusammenarbeit mit den Setdesignern gebaut. Dafür wurde extra eine große Halle angemietet und ein Zelt im Freien gebaut. Etwa 90 Prozent des Sets wurden neu angefertigt, zehn Prozent stammen von der Londoner Produktion. Für den Transport des gesamten Bühnenbilds zum Musical Dome wurden zehn 40-Tonnen-Trucks und 20 Sattelzüge benötigt.

Der Einbau der bislang aufwendigsten Produktion in den blauen Zeltbau am Hauptbahnhof dauert insgesamt drei Wochen, 100 Mitarbeiter sind dabei im Einsatz. Voraussichtlich wird bis zur letzten Minute vor den Previews ab 10. November gebaut. Geprobt wird seit dem 21. September. Anders als bei „Hair“ weicht man diesmal nicht auf eine externe Halle aus, sondern nutzt jeden Zentimeter des Musical Domes. Gerade haben auch die ersten Bühnenproben begonnen.

Auf der Bühne stehen insgesamt 30 Darsteller und Tänzer, dazu kommt eine achtköpfige Band. Die Künstler kommen aus acht Nationen. In den Hauptrollen stehen Patricia Meeden als Rachel Marron und Jürgen Fischer als ihr Bodyguard Frank Farmer auf der Bühne. Geprobt wird täglich etwa zehn Stunden und das sechs Tage in der Woche. In dieser Woche gab es für die Presse ein erstes gemeinsames Cast-Foto auf der Bühne.

Dort gibt es vier Portale, die bei jeder Szene das für Köln maßgeschneiderte Bühnenbild anders begrenzen und gestalten können. Am Schnürboden hängen Bühnenteile mit einem Gewicht von insgesamt 16 Tonnen, so viel wie noch nie in der Geschichte des Musical Domes. Am vorderen Rand der Bühne gibt es acht Klappen, aus denen bei Bedarf Feuersäulen nach oben züngeln. Insgesamt kommen 170 Quadratmeter Videoelemente zum Einsatz. Darin sind 1,2 Millionen LED-Elemente verarbeitet, die sich alle einzeln steuern lassen – Gesamtgewicht stolze vier Tonnen.

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Das Musical Bodyguard

Musical Previews gibt es ab dem 10. November, die Premiere am 21. November um 19.30 Uhr im Musical Dome an der Goldgasse. Vorstellungen gibt es dienstags sowie donnerstags bis samstags um 19.30 Uhr, mittwochs und sonntags um 18.30 Uhr. Dazu kommen Nachmittagsvorstellungen samstags um 14.30 und sonntags um 14 Uhr. Die Karten kosten zwischen 29 und 109 Euro.
www.bodyguard-musical.de

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Autor: Stephan Eppinger

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