Köln | Verdi hat für zwei Tage die Beschäftigten der Kliniken Köln zu einem Warnstreik heute und morgen aufgerufen. Dagegen gingen die Kliniken der Stadt Köln gerichtlich vor. Verdi spricht davon, dass der Vorstand der Kölner Kliniken in der Tarifrunde eskaliere und juristische Spielereien statt Wertschätzung für die Beschäftigen betreibe.

Die Kliniken Köln haben vor dem Arbeitsgericht in Berlin Teile der geplanten Maßnahmen von Verdi zum Warnstreik prüfen lassen. Gewerkschaft und Kliniken verhandelten eine Notdienstvereinbarung.

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Verdi stellt fest, dass die Kliniken Köln die einzigen in ganz NRW waren, die „die Forderungen der Beschäftigten in der Tarifrunde im öffentlichen Dienst durch juristische Schachzüge torpedierten“.

„Während andere Klinikgeschäftsführungen in NRW und bundesweit ihre Energie in die Erfüllung abgeschlossener Notdienstvereinbarungen stecken, die die Streikdurchführung für die berechtigten Interessen des Klinikpersonals und die zeitgleiche Sicherung der notwendigen Versorgung der Patientinnen in Einklang bringt, stellt sich die Klinikgeschäftsführung mit juristischen Mitteln gegen die Beschäftigten und will ihnen das Streikrecht nehmen“, stellt Daniel Kolle, Geschäftsführer im Verdi Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen fest und weiter: „Nachdem der Arbeitgeberverband entschieden hat, der von Verdi vorgeschlagenen Verschiebung der Tarifrunde aufgrund der Pandemiesituation nicht zuzustimmen, wird mit diesem Schritt die letzte Wertschätzung für die Beschäftigten, die so lange beklatscht wurden, von der Klinikgeschäftsführung aufgegeben. Das macht die Beschäftigten fassungslos und wütend. Sollte sich bewahrheiten, dass die Klinikleitung Betten nicht für Notfälle freihält, sondern medizinische Maßnahmen im Normalbetrieb durchführen will, wird die Klinikgeschäftsführung unangenehme Fragen beantworten müssen“

Die Kliniken Köln behaupten, dass die Notfallversorgung nicht gewährleistet worden wäre, wenn zwei unfallchirurgische Stationen, sowie eine kardiologische und neurologische Station in Merheim gesperrt worden wären. Dazu sollten Betten auf der Intensivstation in Holweide geschlossen werden. Verdi betont, dass die Gewerkschaft sich an die gerichtlichen Auflagen halten wolle.

Verdi fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat angehoben werden.

Autor: red

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