Köln | Nach dem Unfall an der Kreuzung Aachener Straße und Innere Kanalstraße, bei dem der 26-jährige Gianluca tödlich verletzt wurde, werden Stadt Köln, Polizei und Staatsanwaltschaft Köln aktiv gegen Raser vorgehen. Dies hat heute die Unfallkommission noch einmal bekräftigt und vor allem auch erste Maßnahmen vorgestellt. So sollen auch Strafverfahren gegen Raser in Zukunft priorisiert werden.

Drei neue Blitzer schafft die Stadt an

Die Polizei hat mittlerweile 20 Berichte dem Straßenverkehrsamt vorgelegt, bei denen die geprüft wird, ob die Inhaber von Führerscheinen charakterlich in der Lage seien verantwortungsvoll ein Fahrzeug zu führen. 26 Fahrzeuge habe man sichergestellt. 122 Fahrer müssen mit Fahrverboten rechnen. Dort wo die Raserszene besonders aktiv ist, hat die Stadt Köln stärker den Verkehr überwacht und dabei innerhalb von sieben Tagen 2.554 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. 117 Fahrer müssen mit einem Bußgeldverfahren rechnen. 26 Fahrverbote wurden ausgesprochen. Die intensiveren Verkehrsüberwachungen werden auch in den nächsten Wochen fortgesetzt. Die Stadt Köln wird zudem drei neue Blitzgeräte in Dienst stellen.

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Bei der Stadt Köln seien derzeit 17 Bußgeldverfahren anhängig, bei denen den Beschuldigten die Teilnahme an illegalen Rennen vorgeworfen wird. Hier können Bußgelder bis 480 Euro und Punkte in der Flensburger Kartei vergeben werden. Alle 17 Fahrer müssen sich einem „Idiotentest“, also einer einer medizinisch psychologischen Untersuchung unterziehen. Bei einem Fahrer, der noch den Führerschein auf Probe besitzt, führte dies bereits zum Entzug der Fahrerlaubnis.

Situation am Auenweg verbessert sich

Positive Erkenntnisse hat die Stadt Köln mit den Maßnahmen am Auenweg gesammelt. Die derzeit noch mobil aufgestellten Warnbaken, werden durch feste Schwellen im Boden in den nächsten Tagen ersetzt. Die Stadt Köln suchte zudem das Gespräch mit den Autovermietern. Hierzu teilt die Stadt Köln schriftlich mit: „In einem offenen und konstruktiven Austausch wurde festgestellt, dass es keine besondere, signifikante Häufung von Raserunfällen mit Fahrzeugen der Unternehmen gibt. Die aktuellen Unfälle mit den Fahrzeugen der Unternehmen sind bedauerliche Einzelfälle. Durch entsprechende vertragliche Vorgaben werden die Fahrzeugführer bereits heute von den Unternehmen zu einem angemessenen Verhalten bei der Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr angehalten und bei vorsätzlicher Missachtung und massiven Verstößen gegen die Geschäftsbedingungen von der Nutzung von Fahrzeugen der jeweiligen Unternehmen ausgeschlossen.“

Wie geht es mit der Aachener Straße weiter

Auf der Aachener Straße soll noch einmal intensiv kontrolliert werden. Dann sollen die Geschwindigkeitsmessungen ausgewertet werden und nach der Analyse Maßnahmen ergriffen werden. Mit der Staatsanwaltschaft Köln hat man abgesprochen Verfahren gegen Raser zu priorisieren und schneller durchzuführen. Neben den Überwachungsmaßnahmen wollen Polizei und Stadt Köln aber auch eine gemeinsame Öffentlichkeitskampagne starten, bei der auf die negativen Folgen von Raserei hingewiesen werden soll.

Autor: Andi Goral

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