In Köln wurden im Jahr 2021 25 Prozent mehr Wohnungen fertiggestellt als im Jahr davor. Foto: Bopp

Köln | ots | Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln hat die Wohnungsbauzahlen für das Jahr 2021 im Rahmen des Kurzberichtes „Kölner Statistische Nachrichten – 7/2022: Auswertung der amtlichen Bautätigkeitsstatistik 2021“ veröffentlicht.

Nach den Auswertungen der Kölner Statistiker*innen sind die Anzahl der Baugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahr mit einem Minus von 9 Prozent leicht rückläufig. Die Zahl der in 2021 fertiggestellten Wohnungen liegt aber um 25 Prozent höher als im Jahr 2020.

Vom Eigenheim bis zum Mehrfamilienhaus: In Köln wurden im vergangenen Jahr 2.520 neue Wohnungen gebaut. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) unter Berufung auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes mit. Danach flossen in den Neubau Investitionen in Höhe von rund 545 Millionen Euro.

Zusätzliche Wohnungen sind Beitrag gegen steigende Mieten

„Zusätzliche Wohnungen sind ein wichtiger Beitrag gegen steigende Mieten. Wichtig ist dabei das bezahlbare Segment. Und es kommt vor allem darauf an, dass im sozialen Wohnungsbau noch mehr getan wird“, sagt Mehmet Perisan, Bezirksvorsitzende der IG BAU Köln-Bonn.

Besonders auffällig ist, dass die Bautätigkeitsstatistik für 2021 einen neuen Höchststand des Bauüberhangs verzeichnet: Dieser beläuft sich auf über 9.400 Wohnungen und ist damit im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht um knapp 9 Prozent gestiegen.

Markus Greitemann, Beigeordneter für Planen und Bauen sagt: „Wohnungsbau ist eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft eng zusammenarbeiten müssen. Wenn wir es schaffen, ab 2023 regelmäßig mehr als 4.000 Wohnungen zu genehmigen, haben wir einen guten Job gemacht. Bis zu 6.000 Wohnungen im Jahr zu genehmigen, muss aber mittelfristig unser Ziel bleiben.“

Zahl der Baugenehmigungen bewegt sich relativ stabil

Drei Trends sind im Zeitverlauf deutlich erkennbar: Die Zahl der Baugenehmigungen bewegt sich in den 2010er Jahren relativ stabil im Durchschnitt um jährlich 3.300 Wohnungen. Im Jahr 2021 sind insgesamt 3.330 Wohnungen durch die städtische Bauaufsicht genehmigt worden – 329 Wohnungen weniger als 2020, (minus 9 Prozent).

Dabei entfallen 67 Prozent aller genehmigten Wohnungen auf Anträge von Wohnungsbauunternehmen und am häufigsten wurden Drei-Zimmer-Wohnungen genehmigt (32 Prozent).

Auch bei den Fertigstellungen wird der Mittelwert, mit wenigen Ausreißern, von etwas weniger als 3.000 Wohnungen in der entsprechenden Zeitreihe gehalten. Diese weist aber seit 2019 deutlich niedrigere Werte aus, als zu Beginn der 2010er Jahre.

Die Zahl der als fertiggestellt gemeldeten Wohnungen lag im Jahr 2021 mit 2.520 um gut 500 Wohnungen höher als im Vorjahr (plus 25 Prozent). Dennoch lag die Zahl der Fertigstellungen um rund 470 Einheiten unter dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019.

Bauüberhang ist seit 2018 kontinuierlich angestiegen.

Analog dazu liegt der Bauüberhang – die Anzahl an Wohnungen, für die eine Baugenehmigung vorliegt, die aber noch nicht fertiggestellt wurden – der Jahre 2020 und 2021 deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2019. Der Bauüberhang ist seit 2018 von etwa 6.740 auf jetzt 9.433 Wohnungen kontinuierlich angestiegen.

Damit liegt der Bauüberhang so hoch wie zuletzt Ende der 1990er Jahre. Von den aktuell etwas mehr 9.430 Wohnungen im Bauüberhang befanden sich 40 Prozent noch gar nicht im Bau, 32 Prozent sind im Rohbau und 28 Prozent sind rohbaufertig. Für fast 89 Prozent der Wohnungen im Überhang liegt die Erteilung der Baugenehmigung maximal zwei Jahre zurück, das heißt die Genehmigung wurde frühestens 2019 erteilt.

Der Bestand an geförderten Mietwohnungen (1. Förderweg/Einkommenstyp A) sank seit dem Vorjahr leicht (um ein Prozent) auf 37.916, wobei die Ursache der veränderten Zahlen vor allem Datenbereinigungen sind.