Aktivist*innen demonstrieren vor Kölner Parteizentralen für den Frieden am 3. November 2021.

Köln | In Deutschland verhandeln SPD, Grüne und FDP eine neue Koalition. Friedensaktivistinnen und auch das Kölner Friedensforum fordern die Verhandler der zukünftigen Koalitionäre auf sich für den Frieden und gegen Bewaffnung einzusetzen. Gestern besuchten und demonstrierten rund 20 Friedensaktivistinnen in Köln vor den Parteizentralen von Grünen, SPD, FDP und CDU unter dem Motto: „Atomwaffen und bewaffnete Drohnen ächten, Abrüstung Jetzt!“

Den Protest begleitete Brian Terrell, US-Aktivist gegen Atomwaffen und bewaffnete Drohnen, der deutlich machte dass der Einsatz bewaffneter Drohnen nicht friedensstiftend ist oder die Sicherheit des Westens verbessert, sondern jedes Opfer der Drohnenangriffe, die oft zur Zivilbevölkerung zählen, führe zu 10 weiteren feindlich gesinnten Menschen. Und dies unabhängig vom Leid, dass diese Angriffe für die Betroffenen und ihre Angehörigen mitbringen. Zudem zieht er in Zweifel, dass mit dem Abzug der Alliierten aus Afghanistan dort der Krieg vorbei sei. Terrell macht dies fest an einem Zitat des neuen US-Präsidenten Joe Biden, der zum Abzug des Nato-Personals aus Afghanistan sagte: „Wir werden die terroristische Bedrohung nicht aus den Augen verlieren. Wir werden unsere Fähigkeiten zur Terrorismusbekämpfung und die beträchtlichen Mittel in der Region reorganisieren, um ein erneutes Auftauchen von Terroristen zu verhindern – der Bedrohung für unser Heimatland von jenseits des Horizonts. Wir werden die Taliban zur Rechenschaft ziehen, wenn sie sich verpflichten, keine Terroristen zuzulassen, die die Vereinigten Staaten oder ihre Verbündeten von afghanischem Boden aus bedrohen. Auch die afghanische Regierung hat sich uns gegenüber dazu verpflichtet. Und wir werden unsere volle Aufmerksamkeit auf die Bedrohung richten, mit der wir heute konfrontiert sind.“ (Englisches Original am Ende des Artikels) Terrell schließt daraus, dass der Krieg in Afghanistan mit Soldat*innen beendet sei, was nicht gleichbedeutend sei mit einem Ende des Krieges, der etwa mit bewaffneten Drohnen fortgeführt werde. Dies erläuterte Terrell vor der Kölner SPD-Zentrale in der Magnusstraße.

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Diskussionsveranstaltung heute

Heute diskutieren die Friedensaktivist*innen im Kölner Domforum. Ab 19:30 Uhr diskutieren:

• Brian Terrell, Friedensaktivist und Teilnehmer an Anti-Atomwaffen-, Antikriegs- und Menschenrechtsprotesten in den Vereinigten Staaten, Lateinamerika, Asien, dem Nahen Osten und Europa. 2009 nahm er an den ersten Protesten gegen Drohnenattentaten auf der Creech Air Force Base in Nevada teil, von 2010 bis 2018 war er sieben Mal in Afghanistan.

• Ariane Dettloff, seit den Protesten gegen die Stationierung der US-Atomraketen Pershing II in Mutlangen aktiv gegen Krieg und Rüstung. Derzeit führt sie Prozesse gegen die Stationierung und „Modernisierung“ der US-Atombomben in Büchel in der Eifel.

• Moderation: Stefanie Intveen, DFG VK Köln

Die Friedensaktivist*innen fordern von der neuen Bundesregierung einen Abzug der amerikanischen Nuklearbomben aus Büchel und dass diese auf eine Bewaffnung der Drohnen verzichtet.


Englisches Originalzitat: „But — but we’ll not take our eye off the terrorist threat. We’ll reorganize our counterterrorism capabilities and the substantial assets in the region to prevent reemergence of terrorists — of the threat to our homeland from over the horizon. We’ll hold the Taliban accountable for its commitment not to allow any terrorists to threaten the United States or its allies from Afghan soil. The Afghan government has made that commitment to us as well. And we’ll focus our full attention on the threat we face today.“ (Rede des US-Präsidenten Joe Biden in der Verlautbarung des Weißen Hauses: https://www.whitehouse.gov/briefing-room/speeches-remarks/2021/04/14/remarks-by-president-biden-on-the-way-forward-in-afghanistan/)

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