Nick Baptiste traf in seinem ersten Spiel für die Kölner Haie. Foto: Bopp

Köln | Uwe Krupp nahm die erste Niederlage der Vorbereitung ohne große Emotionen wahr. Viel wichtiger war für den Trainer der Kölner Haie, dass er während der 4:6-Niederlage des KEC gegen den SC Bern viele Einblicke über seine Mannschaft sammeln konnte.

„Es war ein guter Start gegen einen guten Gegner. Testspiele sind dazu da, Erkenntnisse zu bekommen. Die Jungs müssen sich der Spielintensität annähern und an diese gewöhnen. das ist ein Prozess. Auf der anderen Seite haben wir uns das Leben aber selbst auch ein bisschen schwer gemacht“, analysierte der Kölner Trainer.

Besonders im ersten Drittel hatten die Haie Schwierigkeiten, die Schweizer am Kombinieren zu stören. Immer einen Schritt zu langsam, dazu kamen selbst viele Fehler im Spielaufbau. Ein ärgerliches Merkmal waren die vielen unnötigen Strafzeiten, die Bern zu zwei Toren nutzte.

Kölner Haie müssen an Special Teams arbeiten

„Wir haben das Unterzahlspiel bisher noch nicht so intensiv trainiert. Daran müssen wir noch arbeiten. Aber wir müssen auch zusehen, dass wir nicht so viele Strafzeiten ziehen“, erklärte Moritz Müller. „Ich fand, dass wir bei 5 gegen 5 eine ordentliche Leistung abgeliefert haben.“

Aber zu großen Wert auf das Resultat wollte der Verteidiger auch nicht legen. „Man sollte die Ergebnisse nicht zu groß bewerten. Egal, ob man 6:1 gewinnt oder 4:6 verliert“, so Müller. „Es geht darum, dass wir uns als Mannschaft finden, unsere Rollen kennenlernen und zusammenwachsen.“

Kölner Haie: DEL ist für viele Spieler Neuland

Denn für viele der zehn Neuzugänge ist die Deutsche Eishockey Liga absolutes Neuland. Da muss man sich an Tempo und die Art der Spielweise gewöhnen. Müller: „Wir haben zuletzt hart trainiert, aber es lag nicht an schweren Beinen, sondern am Kopf. Die Abläufe in einem Spiel sind ganz anders als im Training. Die kann man in den Trainingseinheiten nicht simulieren. Daaran arbeiten wir in den nächsten Wochen.“

Jedoch war auch nicht alles schlecht. Im Gegenteil, die Haie bäumten sich auf und stemmten sich gegen die Niederlage. Das Krupp-Team kam nach einem 1:4-Rückstand zurück und glich sogar zum 4:4 aus, ehe Bern in den letzten beiden Minuten noch zweimal zuschlugen.

So reichten die Tore von Andreas Thuressson, Nick Baptiste, Brady Austin und Louis-Marc Aubry zum Sieg. Trotzdem erhielten die Profis von den 500 Fans in der Kölnarena2 aufmunternden Applaus.

Uwe Krupp: „Jungs haben Moral bewiesen“

„Die Jungs haben gekämpft und Moral beweisen. Aber wenn man mit drei Toren zurückliegt, ist bis dahin auch nicht alles gut gelaufen. Bei uns steht in erster Linie noch die Kondition im Vordergrund“, erklärt Krupp. „Wir ziehen jetzt die Schlüsse aus der Partie und bereiten uns auf Samstag vor.“ Dann wartet erneut Bern als Gegner.

Der Coach mahnte aber auch an, dass in den vergangenen Tagen der Fokus nicht immer auf der Vorbereitung lag, sondern an Veranstaltungen im Zuge des 50-jährigen Geburtstages der Haie. Am Freitag gab es die große Eröffnungsparty am Tanzbrunnen, einen Tag später wurde groß bei einer Gala in der Flora gefeiert und am Dienstag gab es das traditionelle Golfturnier des KEC.

Krupp: „Wir haben zuletzt viel um die Ohren und Zirkus gehabt. Alles gute Sachen, die aber nicht in Vorbereitung helfen.“ Trotzdem zeigen sich die Haie nach den ersten drei Wochen optimistisch. „Man sollte so früh noch keine Wasserstandsmeldungen abgeben, aber ich finde, dass wir uns verstärkt haben. Wir sind hinten stabiler geworden“, meinte Müller trotz sechs Gegentoren.

Haie-Torwart Oleg Shilin verletzte sich im Spiel gegen den SC Bern. Foto:; Bopp

Nach ersten Erkenntnissen der Ärzte hatte Oleg Shilin wohl Glück im Unglück. Der Torwart musste in der 43. Minute verletzt vom Eis. Der Deutsch-Russe war am Freitag nicht beim Training und wird vorerst auch geschont. Eine endgültige Diagnose über die schwere der Beinverletzung soll es von Seiten der Haie noch geben.