Haie-Trainer Uwe Krupp schaut nach der Niederlage in Berlin nachdenklich auf das Eis. Foto: Imago/Contrast

Köln | Die Saison der Kölner Haie war am Gründonnerstag um 21.47 Uhr nach einer 0:4-Niederlage bei Titelverteidiger Eisbären Berlin beendet. Viele Skeptiker hatten schon befürchtet, dass die Spielzeit bereits nach dem Ende der Hauptrunde am 3. April beendet wäre. Zu schwankend waren die Vorstellung des KEC in den vergangenen Monaten.

Am Ende riss sich die Mannschaft ab März noch einmal zusammen, schaffte mit deutlichen Leistungssteigerungen noch die Playoff-Qualifikation und schaffte mit zwei emotionalen Siegen gegen die Ingolstadt Panther (4:3, 3:2 n.V.) sogar den Einzug in das Viertelfinale. Dort bekamen die Kölner aber ihre Grenzen aufgezeigt.

Kölner Haie waren nur teilweise auf Augenhöhe mit Eisbären Berlin

Klar, der KEC spielte teilweise mit den Eisbären auf Augenhöhe, doch in den wichtigen Situationen zeigte sich der große Unterschied zwischen einer Spitzenmannschaft, die erneut den Titel gewinnen möchte, und dem Team von Uwe Krupp. Insgesamt gab es sieben Duelle mit Berlin, alle gingen aus Kölner Sicht verloren. In den Playoffs hießen die Resultate 2:1, 5:1 und 4:0 für die Hauptstädter.

Das verdeutlicht: Mit dem Kader sind die Haie nur Mittelmaß, der Sprung zu den Meisterkandidaten immens groß. Nur zwei Tore erzielten die Domstädter in drei Partien, trafen bei zwölf Versuchen nicht einmal im Powerplay und hatten mit David McIntyre nur einen Torschützen im Viertelfinale. Die Eisbären dagegen hatten alleine im Viertelfinale gegen Köln acht verschiedene Torschützen, die sich die elf Treffer aufteilten.

Kölner Haien fehlte ein Anführer in der Offensive

In den wichtigen Phasen fehlte in der Offensive einfach ein Anführer, der seine Kollegen mitreißt und als Torjäger voran geht. Eigentliche Leistungsträger wie Jon Matsumoto, Andreas Thuresson oder Landon Ferraro zeigten zu selten konstante Leistungen. Zudem gewann Mathias Niederberger das Duell der Torhüter deutlich gegen Justin Pogge. Haie-Trainer Krupp lobte: „Niederberger war der Schlüsselspieler der ganten Serie.“

Natürlich gibt es einige Gründe dafür, warum der KEC den hohen Ansprüchen des Umfeldes und den Fans nicht gerecht wird. Finanziell hatten die Verantwortlichen an der zweijährigen Corona-Pandemie zu kämpfen, schließlich generiert der Klub 80 Prozent der Einnahmen über die Heimspieltage. So musste der Spieleretat kräftig gekürzt werden.

Es fehlten die Zuschauer in der Lanxess-Arena und damit jede Menge Energie, die sich normalerweise von den treuen Zuschauern auf das Eis überträgt.

Zudem infizierten sich Spieler zu ungünstigen Zeiten mit dem Coronavirus, konnten so kaum trainieren und verloren Spielrhythmus und Selbstvertrauen. Eine unglaubliche Negativserie mit nur einem Sieg aus 15 Spielen sorgte dafür, dass die Haie sogar in Abstiegsgefahr schlidderten.

Kölner Haie: Playoff-Teilnahme spricht für Willen und Charakter

Dass es am Ende doch für die Playoffs reichte, spricht dann für Charakter und Willen des Teams. So ging es nicht zum dritten Mal in Folge bereits nach der Hauptrunde in den Sommerurlaub.

 Trotzdem müssen die Verantwortlichen nun eine genaue Analyse vollziehen und den Finger tiefer in die Wunde legen, um im nächsten Jahr zumindest wieder ein Top-6-Team zu werden.

Dafür braucht man eine Blutauffrischung im Kader und besonders in der Offensive mehr Durchschlagskraft. Denn Moritz Müller betont: „Wir wollen in Köln etwas aufbauen.“ Damit mittelfristig doch noch einmal der Name Kölner Haie auf dem silbernen DEL-Meisterpokal stehen wird.