Grüne und SPD haben stabile Mehrheit auch in den Bezirken
Im Kölner Rat haben die SPD und die Grünen, mit der Stimme des rot-grünen Oberbürgermeisterkandidaten Jürgen Roters eine Einstimmen-Mehrheit. Aber auch in vielen Bezirken können die SPD und die Grünen gemeinsam regieren und bilden nicht selten gemeinsam die stärksten Fraktionen. In der Kölner Innenstadt, wo die Grünen schon in den letzten fünf Jahren mit Andreas Hupke den Bezirksbürgermeister gestellt sind sie mit 7 Sitzen die stärkste Fraktion, CDU und SPD folgen mit je 4. In zwei Bezirksvertretungen hat die CDU die Nase vorne, in zwei Bezirken liegt man mit der SPD gleichauf bei 6 Sitzen. In Ehrenfeld haben SPD und Grüne je sechs Sitze, in Nippes die SPD 6, die Grünen 5 und in Mülheim und in Kalk ist die SPD mit sieben Sitzen vor der CDU mit 5. Die als rechtsextrem geltende Bürgerbewegung „Pro Köln“ ist in allen Bezirksparlamenten mit einem Sitz vertreten.

Die Verlierer heißen SPD und CDU
Die Kölner CDU hat in absoluten Zahlen 11.180 Wähler verloren, die SDP 4.702 Wähler. Die Gewinner der Wahl sind die „kleinen“ Parteien. So haben die Grünen die beeindruckende Zahl von 22.394 Wählern hinzugewinnen können, die FDP 8.889, die als rechtsextrem geltende Bürgerbewegung „Por Köln“ 3.437, die Linke 7.601 Wähler. Das Kölner Bürgerbündnis hat 641 Wähler verloren. Die erstmals an der Wahl beteiligten „Deine Freunde“ konnten auf Anhieb 2.911 Menschen für sich mobilisieren.

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Die CDU hatte vor allem, so die Experten ein Mobilisierungsproblem, denn sie verlor 12.200 Stimmen an die Gruppe der Nichtwähler. An die Grünen gab man 1.600 Stimmen ab und an die FDP 3.100. Von den Erstwählern konnte die CDU 4.800 für sich mobilisieren. Die SPD verlor 7.400 Wähler an die Grünen, aber auch 2.800 an die FDP und 1.100 an die Nichtwähler, konnte aber bei den Erstwählern 4.600 für sich mobilisieren. Die Grünen gewannen von der SPD 7.400, von der CDU 1.600 und bei den Nichtwählern 9.600. Von den Erstwählern konnten die Grünen 2.400 für ihre Inhalte gewinnen. Die FDP dagegen luchste der CDU 3.100 Wähler ab, der SPD 2.800 und konnte 1.800 bisherige Nichtwähler mobilisieren. Von den Erstwählern wählten 1.100 die FDP. Auch die Linke profitierte vor allem aus den Nichtwählern und konnte hier 6.100 neue Stimmen für sich gewinnen. Von der SPD dagegen wechselten nur 900 Wähler zur Linken. Leider weist die Stadt Köln die Zahlen für die als rechtsextrem geltende Bürgerbewegung „Pro Köln“ nicht aus, so dass deren Wählerwanderung nicht nachvollzogen werden kann.

Die Wahlanalyse nach Strukturdaten
Die Wahlforscher der Stadt Köln haben Stimmbezirke ausgewählt bei denen bestimmte Strukturdaten weit über, oder weit unter dem Durchschnitt lagen und haben dort die Ergebnisse der Parteien ermittelt und dem Gesamtergebnis in der Stadt gegenübergestellt, beziehungsweise festgestellt, in welchen Gebieten die Parteien besonders gut abgeschnitten hatten. So gewinnt etwa die als rechtsextrem geltende Bürgerbewegung „Pro Köln“ vor allem in den Stimmbezirken stark in denen ein unterdurchschnittlicher Anteil an Hochschulabsolventen lebt, oder der Anteil der deutschen SGB II Empfänger besonders hoch ist. Aber auch dort wo der Anteil der Familien oder Senioren besonders hoch ist. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Linken. Die Grünen gewinnen dort wo ein starker und junger 1-Personenhaushalt angesiedelt ist und besonders viele Hochschulabsolventen leben. Die CDU punktet dort wo die Haushaltseinkommen hoch sind oder bei den Senioren. Die SPD in den Bezirken mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Mitbürgern mit Migrantionsanteil, aber auch dort wo weniger Hochschulabsolventen leben. Das sind nun nicht wirklich überraschende Ergebnisse, aber sie dokumentieren und belegen das Wählerverhalten.

Andi Goral für report-k.de / Kölns Internetzeitung

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