Kontrolleure des Kölner Ordnungsamtes mit kritischem Blick auf das Treiben am Kölner Großmarkt.


Im versifften Kühlraum eine Palette Tomaten


Schlimmer baulicher Zustand und viel Müll
Gegen den Müll kan man etwas tun, auch schnell, hier mangelt es am Willen vieler Beteiligten, nicht bei allen. Da gibt es Marktstände die sind blitzsauber, die direkt neben dreckigen Ständen liegen, auf denen Kippen, Plastik-Kaffeebecher, Verpackungen herumfliegen. Bei einigen, so wie bei Gerd Kick, der seit 51 Jahren auf dem Kölner Großmarkt seinen blitzsauberen Stand hat kommt da richtig Frust auf, wenn man seinen Ärger über die Marktverwaltung hört, die nach seiner Auffassung nichts gegen die Zustände unternimmt. So prangert er auch an, dass die Geschäfte teilweise direkt von den LKW herunter abgewickelt werden die auf den Parkplätzen stehen. Auch mahnt Rick ein differnziertes Bild über den Großmarkt an.


Kritisiert die schwarzen Schafe die den Ruf des Großmarktes gefährden, Gerd Kick, 73 und seit 51 Jahren Händler auf dem Kölner Großmarkt. 

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Schwierige Situation für die Kontrolleure
Auf unserem Rundgang mit zwei Mitarbeitern des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes, Abteilung Lebensmittelüberwachung, merkt man sehr schnell warum Kontrolle so schwierig ist. Ist ein Misstand sichtbar, so z.B. eine Kühlhalle in der Tomaten gestapelt sind, deren Wände siffig, verschimmelt sind, dann findet sich nicht so schnell einer der hier schreit und sich als der Besitzer der Ware ausgibt. Keiner wills gewesen sein, stellt aber dann seine "Ameise" oder seinen Hubwagen zur Verfügung um die Palette mit dem Obst oder Gemüse aus dem ungekühlten und schmuddeligen oder teilweise verschimmelten Raum zu ziehen. Die städtischen Kontrolleure sprechen dann auch von Detektivarbeit. Oder da stehen Kisten mit verschimmelten Kirschen in einem Raum, der völlig zugemüllt ist. Der Besitzer der Kirschen ist da, aber der Raum gehört ihm nicht, obwohl Zettel mit seiner Adresse sich im Müll finden. Ob die Kirschen, dann wirklich weggeworfen werden, oder dann doch noch in den Handel kommen, keiner weiß es. Im Falle der Kirschen gehen die Kontrolleure davon aus, dass sie weggeworfen werden, weil der Aufwand zu hoch wäre die Kirschen zu sortieren.


So sieht die Decke über den Kirschen aus


Kirschen die in den Müll sollen in einem Müllraum


Die Kirschen schimmeln vor sich hin, im Raum ein unerträglicher Gestank nach Müll und Schimmel.

Bei der Kontrolle handelt es sich um regelmässige Routinekontrollen. Wenn den Prüfern etwas auffällt, dann wird auch am nächsten Tag nachkontrolliert und wenn dann der Missstand nicht behoben ist, ein Bußgeld verhängt. Dennoch die Arbeit der Kontrolleure ist schwierig, sehr hohe Fluktuation unter den Händlern, Gebäude in schlechtem baulichen Zustand machen die Lage nicht einfacher. Dennoch und das gilt nicht für alle Händler, aber für einige , so klar muss man das auch noch einmal formulieren, ein wenig mehr Ordnung und Sauberkeit, den eigenen Dreck wegmachen, einmal fegen am Tag und wenn die Mitarbeiter ihren Kaffeebecher oder die Kippen nicht an jedem Ort und jeder Stelle fallen ließen, ist mit einfachen und unaufwendigen Mitteln zu erreichen. Ein Muss übrigens für Händler die unser Essen weiterverkaufen.


Melonen neben kaputten Wänden bei denen die Isolierung zu sehen ist.


Eine klare Sprache sprechen die Schilder am Eingang des Großmarkts und dennoch schon direkt dahinter Bauschutt und leere Bauchemikalien-Beutel, Dreck und Müll.

Neben der Hygiene-Kontrolle wurden 2 Menschen, die sich illegal aufhielten festgenommen und 2-3 Schwarzarbeiter, das ist zumindest der Stand um 6:00 Uhr morgens gewesen. Die Stadt Köln will noch einmal eine Zusammenfassung der Ereignisse nach Abschluss der Kontrollen veröffentlichen, die wir Ihnen nachreichen.

Aktualisierung, 14:45 Uhr >  Morgendliche Großkontrolle am Kölner Großmarkt – Stadt will hygienische und ordnungsrechtliche Situation verbessern – so faßt die Stadt Köln ihr Resumee zusammen.
45 Mitarbeiter der Kölner Stadtverwaltung, Polizei und Feuerwehr beteiligten sich heute morgen bei den Kontrollen auf dem Großmarkt. In der konzertierten Aktion unter der Federführung des für das strategische Marktwesen zuständigen Wirtschaftsdezernates der Stadt Köln überprüften sie 106 Unternehmen und stellten 36 Mängel fest. Beteiligt waren Mitarbeiter des Marktamtes, des Ordnungsamtes, der Lebensmittelaufsicht, der Gewerbeaufsicht, des Veterinäramtes, des Ausländeramtes, des Bauaufsichtsamtes, der Feuerwehr und der Polizei.

„Uns ist es wichtig, die vielen seriösen Händler auf dem Großmarkt zu schützen, die ihre  Stände und Lager sauber halten und ihre Mitarbeiter zu fairen Konditionen anstellen“, so Dr. Norbert Walter-Borjans, Dezernent für Wirtschaft und Liegenschaften der Stadt Köln, nach der Aktion am Donnerstagmorgen. „Es ist unfair, dass einige schwarze Schafe auf dem Großmarkt derzeit den Ruf des ganzen Marktes zu beschädigen drohen. Diesen schwarzen Schafen sagen wir: Wer den Großmarkt verdreckt, seine Mitarbeiter schlecht behandelt und mit verdorbenen Lebensmitteln handelt, muss mit Strafen bis hin zu Ge-werbeuntersagungen rechnen.“

Reiner Stroebelt von der Marktverwaltung zeigt sich zufrieden: „Insgesamt ist die Aktion sehr gut vorbereitet und routiniert von den einzelnen Stellen der Stadt Köln in enger Kooperation mit der Polizei durchgeführt worden.“ Es wurden sechs Verstöße gegen Lebensmittelhygienevorschriften aufgedeckt und festgehalten. Bei rund 30 gewerbe-, brandschutz-, arbeits- und ordnungsrechtlichen Beanstandungen wurden in 17 Fällen Verwarnungsgelder erhoben. Drei Personen wurden wegen des Verdachtes des illegalen Aufenthaltes festgenommen. „Insgesamt war die Aktion in der Frühe ein großer Erfolg“, fasst Ralf Mayer vom Ordnungsamt die morgendliche Kontrolle zusammen.

„Mit der Planungssicherheit für die Marktteilnehmer bis 2020“, so Walter-Borjans, „ist jetzt auch die Erwartung verbunden, dass auf dem Großmarkt ein anderer Wind weht.“ Neben sporadischen Kontrollen werden die ständigen Kontrollen der Marktaufsicht und der Lebensmittelaufsicht intensiviert, bauliche Mängel schnellstmöglich behoben und ein übergreifendes Müllkonzept erarbeitet und umgesetzt, damit sich die Situation am Großmarkt verbessert.

Andi Goral für report-k.de / Kölns Internetzeitung

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