Prof. Dr. Karl Lauterbach am 26. September am Abend der Bundestagswahl 2021 im Historischen Rathaus der Stadt Köln.

Köln | Heftige Wort wählt Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitee Kölner Karneval, als er den Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kritisiert: „Kommen Sie aus dem Talkshow-Modus heraus und agieren Sie wie ein Minister!“

Versteht Lauterbach nichts vom rheinischen Frohsinn?

Das behauptet zumindest das Festkomitee Kölner Karneval als es behauptet: „Lieber Herr Lauterbach, es ist schade, wie wenig Sie als Rheinländer über den Karneval wissen.“ Kuckelkorn schrieb einen offenen Brief an Lauterbach und kritisiert dessen Wunsch nach einer Verlegung der Karnevalsaktivitäten in den Sommer. Kuckelkorn hält fest daran, dass der Karneval ein Fest im Jahreskreislauf wie Ostern oder Weihnachten sei und vergleicht die Narretei damit, indem er sagt, niemand käme auf die Idee Weihnachten in den Sommer zu verlegen.

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Besonders wenig schmeckt Kuckelkorn, dass Lauterbach davon sprach, dass der Karneval sich versuche in Pandemiezeiten „durchzulavieren“. Der Festkomiteepräsident verweist auf die ehrenamtlich geführten Vereine, die aktuell, wie etwa die Stadtgarde Colonia Ahoj ihre Damenparty oder die Müllemer Junge ihre Sitzungen absagten.

Karnevalisten sind keine Corona-Leugner

Kuckelkorn zählt die Verdienste des Karnevals, wie etwa Impfaktionen auf und schreibt: „All dies ignorieren Sie leider und werfen Bilder von einer Partymeile am 11.11., die mit Karneval nichts zu tun hat, mit hervorragend ehrenamtlich organisierten Veranstaltungen in der Innenstadt in einen Topf. Zugleich ignorieren Sie das Bemühen vieler ehrenamtlich geführter Vereine, auf eigenes Risiko Veranstaltungen in der kommenden Session abzusagen – als seien alle Kölner Karnevalisten unbelehrbare Corona-Leugner. Nein, Herr Lauterbach, das sind wir nicht. Wir erwarten lediglich einen respektvollen Umgang mit dem immateriellen Kulturerbe rheinischer Karneval. Was wir brauchen, sind keine weiteren moralischen Appelle, sondern eine klare Haltung und Unterstützung für die Vereine, Künstler, Saalbetreiber und andere Dienstleister, denen andernfalls durch freiweilige Absagen die Pleite droht.“

Die Einladung

Zudem verweist Kuckelkorn auf die Wirtschaftskraft des rheinischen Frohsinns, die ein Consulting Unternehmen einmal auf 600 Millionen Euro pro Jahr bezifferte. Geld, dass vor allem Dienstleistern zu Gute komme, wie etwa Hotels, Kneipen und anderen. Kuckelkorn lädt Lauterbach jetzt zum Gespräch ins Kölner Karnevalsmuseum ein, um dort über Perspektiven für die Vereine oder die Künstler zu sprechen. Kuckeklorn: “ Denn im zweiten Jahr der Pandemie ist das Thema Karneval für viele Menschen sprichwörtlich zu einer ernsten Sache geworden. Kommen Sie aus dem Talkshow-Modus heraus und agieren Sie wie ein Minister! Der Karneval ist bereit, Verantwortung zu tragen. Helfen Sie uns dabei!“

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