Köln | In einer ersten Pressekonferenz nach Feiertagen und Jahreswechsel informierte der Gesundheitsminister des Landes NRW Karl Josef Laumann über die aktuelle Pandemielage, die Situation in den Krankenhäusern und die erste Impfkampagne und deren weiteren Fortgang in NRW.

Die aktuelle Lage in NRW

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In NRW gibt es 402.000 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Davon sind 332.000 Menschen wieder genesen. 6.820 Menschen starben in NRW bislang im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Der Inzidenzwert läge derzeit in NRW bei 120,5 und der Reproduktionswert bei 1,1, allerdings so Laumann, seien diese Zahlen mit Vorsicht zu interpretieren, da die Meldelage über die Feiertage unklar sei und zwischen Weihnachten und Neujahr rund ein Viertel weniger PCR-Tests durchgeführt wurden.

Die Lage in den Krankenhäusern in NRW sei mit der vor den Feiertagen vergleichbar. Im Land NRW gebe es 940 freie Intensivbetten und 547 freie Beatmungsplätze. 5.600 Menschen werden derzeit stationär mit Covid-19 behandelt. 1.444 von ihnen liegen auf Intensivstationen und 803 müssen beatmet werden. Laumann nannte zudem die Zahlen für die einzelnen Regierungsbezirke: In Köln gibt es derzeit noch 114 freie Intensivbetten und 71 freie Beatmungsplätze. In Düsseldorf sind 314 Intensivbetten und 189 Beatmungsplätze frei, in Arnsberg 214 Intensivbetten und 162 Beatmungsplätze, in Detmold 99 Intensivbetten und 61 Beatmungsplätze und in Münster 172 Intensivbetten und 90 Beatmungsplätze frei.

Die Impfsituation

Laumann versucht Optimismus zu verbreiten und reagiert in der Impfthematik dünnhäutig. NRW verfüge derzeit über 280.000 Impfdosen. Derzeit seien 81.300 Menschen aus stationären Pflegeeinrichtungen in NRW geimpft. Bis zum Ende dieser Woche rechnet Laumann mit 140.000 verabreichten Erstimpfungen. In der dritten Kalenderwoche will Laumann dann bei den Erstgeimpften mit der Zweitimpfung beginnen. Dafür lagert das Land in seinem Zentrallager derzeit die Zweitimpfung ein und hat diese noch nicht ausgeliefert.

Die 3. Kalenderwoche spielt in mehrfacher Hinsicht für Laumann eine wichtige Rolle. Dann will der Gesundheitsminister in dieser einen Woche das gesamte Krankenhauspersonal, das mit COVID-19 Patientinnen und Patienten arbeitet, ein Impfangebot machen und wer dies annehme erhalte dann seine Impfung.

Zudem sollen ab der 3. Kalenderwoche alle über 80-Jährigen in NRW von der Kassenärztlichen Vereingung – das sind rund eine Million Menschen – ein Schreiben erhalten, wonach sie ab Februar in einem für sie zuständigen Impfzentrum geimpft werden können. Auch das Personal von ambulanten Pflegediensten soll in den Impfzentren geimpft werden.

Bis einschließlich der 7. Kalenderwoche rechnet der Minister mit 900.000 Impfdosen von Biontech/Pfizer, die NRW erhält, so dass 460.000 Menschen geimpft werden können. Zu Zahlen zu den Impfstoffen, die demnächst zugelassen werden sollen, etwa von den Herstellern Astra Zeneca, Moderna oder Johnson und Johnson, äußerte sich der Minister nicht. Mit einer Zulassung des Impfstoffes von Astra Zeneca rechnet Laumann bis Ende Januar, bei Moderna könnte diese noch Ende der Woche erfolgen.

Kritik an der Impfstrategie des Landes und die Abwicklung durch die Kassenärztliche Vereinigungen lehnte Laumann ab und machte deutlich, dass es aus seiner Sicht keine andere Möglichkeit gegeben habe, denn die wenigen Ärzte in den Gesundheitsämtern hätten nicht auch noch diese Aufgabe stemmen können. Einer Verimpfung aller Impfdosen auf einmal, also nicht die Zweitimpfung einzulagern und zu bevorraten, teilte Laumann eine Absage, weil dies nicht der Zulassung des Impfstoffes entspreche.

Die Mutation des Virus nehme er sehr ernst, sagte Laumann und bestätigte, dass es einen Fall im Kreis Viersen gab. Allerdings sei diese Person weder in Südafrika noch in Großbritannien gewesen, daher sei aktuell noch unklar, wo die Ansteckung erfolgte. Eine eigenständige wissenschaftliche Evaluation der ersten Impfkampagnen durch das Land NRW sieht der Minister als nicht nötig an, da durch die ständige Impfkommission des Bundes eine wissenschaftliche Begleitung sichergestellt sei.

Autor: red

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