Köln/Hagen | Der Innenminister von NRW Ralf Jäger will schärfer gegen Manipulationen bei Fahrtenschreibern von Lastkraftwagen vorgehen und besuchte eine Großkontrolle in Hagen. Die Unfallstatistik sei beunruhigend, denn es gab in 2016 schon 18 schwere Unfälle an Stauenden mehr, als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Insgesamt liegt die Zahl bei 94 schweren Stauendeunfällen in NRW bis jetzt, bei denen sieben Menschen ihr Leben verloren und über 100 schwer verletzt wurden. Eine Zahl, wieviel davon durch manipulierte Fahrtenschreiber verursacht wurden, nennt das Ministerium für Inneres und Kommunales NRW nicht, sieht aber einen Zusammenhang und schreibt: „Die technische Manipulation an Lkw nimmt bei den Ursachen für solche Unfälle eine immer größere Rolle ein.“

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Die NRW-Polizei wirft den LKW-Fahrern vor die Fahrtenschreiber mit Magneten zu manipulieren. Das Thema ist aber nicht neu. Das Magazin „Fernfahrer“ berichtet schon in seiner Ausgabe 10/2010 von der Manipulation von Tachoscheiben am Kitas-Geber des Getriebes und von gefährlichen Beeinträchtigungen wichtiger Fahrassistenzsysteme kommen. So werden durch die Manipulation der Tempomat, Retarder, ABS, EBS und der Abstandstempomat beeinträchtigt. Zudem sei es durch die Manipulation möglich mit einem LKW bis zu 120 km/h schnell zu fahren. Der Kitas-Geber, so das Fachmagazin, sei selbst magnetisch und rechne die Umdrehungen in Kilometer um. Wird hier der Datenstrom unterbrochen, wird dem Fahrtenschreiber signalisiert, dass der LKW stehe.

So berichtet die Polizei Duisburg am 20.Juni: „Gegen halb acht kontrollierten Polizisten heute früh auf der Sympherstraße den Fahrer einer Sattelzugmaschine. Erstaunlicherweise zeigte der Fahrtenschreiber weder die gerade gefahrene Geschwindigkeit noch die zurückgelegte Wegstrecke an. Das Auslesen des Gerätes mit Hilfe eines USB-Sticks bestätigte das Ergebnis. Nach längerer Diskussion mit den Polizisten gab der 60 Jahre alte Lkw-Fahrer schließlich zu, das Gerät mit einem Magneten manipuliert zu haben. Die Beamten stellten den Magneten und die Fahrerkarte des Mannes sicher. Sie leiteten ein Strafermittlungsverfahren wegen Fälschung beweiserheblicher Daten ein.

„Wer so unterwegs ist, setzt das eigene und das Leben unbeteiligter Verkehrsteilnehmer aufs Spiel“, warnte Innenminister Jäger. Die Polizei in NRW arbeitet bereits eng mit dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) zusammen. „Wir brauchen besonders geschultes Personal, um die Manipulationen aufzudecken“, erklärte Jäger. „Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Kräfte bündeln.“

Autor: ag
Foto: Symbolfoto

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