Uschi Brauckmann Rüya Gazez-Krengel Christian Krath Barbara Brüninghaus Gabriele P. Gerard bei Loss mer schwade. Foto: Bopp

Köln | Frauen-Power bei „Loss mer schwade“: Am Dienstagabend waren beim traditionellen Kölner Talk „Agrippinas Töchter“ zu Gast im vollbesetzten Biergarten Heinsing und Adelmann. 

Das gibt es nur in Köln – Karneval im Hochsommer! Bei Temperaturen von über 35 Grad sprach Ex-Prinz Christian Krath mit den weiblichen Größen des Fasteleer von den Karnevalsgesellschaften Colombina Colonia, Schmuckstückchen, Kölsche Madämche und Damengarde Coeln. Uschi Brauckmann, Rüya Gazez-Krengel, Barbara Brüninghaus sowie Gabriele P. Gerard plauderten über viele Themen rund um den kölschen Karneval.

Und die Stimmung unter den 200 Besuchern im schmucken Biergarten auf der Friesenstraße im Herzen Kölns war prächtig. Und die Gäste gut gelaunt. Logisch, denn vor zwei Jahren musste der Talk kurzfristig wegen des ersten Corona-Lockdowns für Publikum abgesagt werden. Nun konnte er endlich stattfinden.

Rund 200 Besucher lauschten dem Loss mer schwade-Talk im Biergarten Heinsing und Adelmann. Foto: Bopp

„Das waren sehr herausfordernde zwei Jahre. Wir leben von den Veranstaltungen. Nicht nur der finanzielle Schaden für Redner und Musiker waren groß, sondern auch bei uns. Aber besonders die strahlenden Gesichter haben uns allen gefehlt. Ich hoffe, dass wir den Karneval im nächsten Jahr wieder feiern dürfen“, sagte Gabriele P. Gerard von den Kölsche Madämche. „Wir glauben alle daran und werden dafür auf unserem Sommerfest tanzen.“

Karneval: Absage würden kleine Gesellschaften nicht überleben

Denn die starken Frauen wissen wie schlimm ein Ausfall einer weiteren Session wäre. „Eine erneute Absage würden viele kleine Gesellschaften nicht überleben“, befürchtet Gerard. Moderator und Ex-Prinz Christian Krah ist davon überzeugt, dass „es eine Session geben wird“.

Das wäre auch nötig, damit „Agrippinas Töchter“ auch weiter bei sozialen Projekten helfen kann. „Wir richten im Hospiz ein Sommerfest für die Mitarbeiter aus, um mal Danke für ihre tolle Arbeit zu sagen“, verrät Rüya Gazez-Krengel von den Schumckstückchen. „Dazu organisieren wir auch den „Schmucken Advent“ und einen Karnevalistischen Mittagstisch für Menschen von der Straße oder alten Menschen, die zu kurz im Leben kommen. Sie sollen auch mal schöne Momente genießen.“

Auch die Colombina Colonia sammelt kräftig Spenden ein, um Gutes zu tun. „Wir haben die Millionengrenze überschritten“, sagt Präsidentin Uschi Brauckmann stolz: „Das Geld setzten wir beispielsweise für benachteiligte Familien und Kinder aus Köln ein. Auch der Erlös von unserem Stand auf dem Weihnachtsmarkt am Roncalliplatz fließt in unsere Spendenkasse. Wir freuen uns darauf, am 3. September bei der Gala in der Flora Spenden an neun Intuitionen vergeben zu dürfen.“

Der Damengarde Coeln ist die Unterstützung vieler Menschen ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Unser Leuchtturmprojekt heißt Garde gegen Gewalt. Wir machen uns stark und sagen Nein zu Gewalt gegen Frauen“, erzählt Barbara Brüninghaus. Die Madämchen engagieren sich in mehreren Projekten. „Wir unternehmen mit Demenzkranken einen schönen Tag, waren zum Beispiel im Schokoladenmuseum oder im Phantasialand. Aber wir helfen auch Kindern und der Tierhilfe“, so Gerard.

Gabriele P. Gerard von der KG Kölsche Madämche. Foto: Bopp

Große Diskussion gab es bei der Frage, ob und wenn wann es ein weibliches Dreigestirn im Kölner Karneval geben wird. „Solange wir darüber diskutieren, wird es kein weiblichen Dreigestirn geben“, meint Barbara Brüninghaus. Ähnlich sieht es Gabriele Gerard: „Es ist nicht gut, wenn so etwas unter Zwang passiert. Wir brauchen kein weibliches Quoten-Dreigestirn, sondern es sollte von allen gewollt werden.“

Noch härter beschreibt Uschi Brauckmann die Situation: „Es gab schon einmal eine Anfrage beim Festkomitee. Aber die wurde nicht großartig besprochen. Meine Meinung ist, dass es eher eine Päpstin als ein weibliches Dreigestirn geben wird.“

Kölner Karneval spricht über weibliches Dreigestirn

Jedoch macht Krath den vier Powerfrauen ein wenig Hoffnung, dass es irgendwann soweit sein wird. „Ich bin Traditionalist, aber ich werde es nicht aufhalten können, dass es irgendwann ein weibliches Dreigestirn gibt.“ Und auch Rüya Gazez-Krengel gibt die Hoffnung nicht auf: „Die Bewerbung für ein weibliches Dreigestirn muss überzeugen beim Festkomitee. Mit Agrippinas Töchter haben wir in der Wahrnehmung im Brauchtum und dem Festkomitee mit Herren gleichgezogen. Deshalb darf es mal ein weibliches Dreigestirn geben.“

Vielleicht ist ja dann sogar Angela Merkel dabei. Die ehemalige Bundeskanzlerin könnten sich alle Vier als Mitglied in ihrer Gesellschaft verstellen. „Wir haben ihr sogar eine Einladung zu unserer Mädchensitzung von Agrippinas Töchtern geschickt“, erinnert sich Rüya Gazez-Krengel. „Damals hatte sie leider keine Zeit. Jetzt hat sie ja Zeit dafür.“