Das Pressefoto des Energieversorgers Rheinenergie zeigt die neu erleuchtete mittelalterliche Stadtmauer am Kölner Hansaring.

Köln | Die Stadt Köln lässt die mittelalterliche Stadtmauer am Hansaring jetzt in der Nacht anstrahlen. Offen lassen Betreiber und Stadt den nächtlichen Stromverbrauch und ob dieser nachhaltig erzeugt ist.

Auf 113 Metern wird die mittelalterliche Stadtmauer jetzt in der Nacht angestrahlt. Wichtig sei es den Stadtoberen und dem Verein „Leuchtendes Köln“, dass die mittelalterlichen Befestigungsanlagen in der „Lichtfarbe und der Anstrahlungsart einheitlich beleuchtet werden“. Für die Stadt spricht Patric Stieler, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, von einer hochwertigen und sensiblen Stadtbeleuchtung im Rahmen des Lichtmasterplans Köln. In das Projekt involviert sind der städtische Konzern Rheinenergie und das Beleuchtungsunternehmen Trilux.

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Offen lassen die Beteiligten in ihrer gemeinsamen öffentlichen Erklärung den Stromverbrauch und die Stromgewinnung und bilanzieren zudem nicht den Grad der Lichtverschmutzung, der durch die Beleuchtung entsteht und dies vor dem Hintergrund der Entscheidung des Kölner Stadtrates und der Kölner Stadtverwaltung den Klimanotstand ausgerufen zu haben.

In der Mitteilung verweist die Rheinenergie und die Stadt Köln darauf, dass von 85.000 Straßenleuchten im Kölner Stadtgebiet 15.000 auf LED-Technik umgerüstet seien. Das sind rund 18 Prozent der Kölner Straßenlaternen. Im „Deutschlandfunk Kultur“ wird in einem Artikel aus dem Oktober dieses Jahres auf Österreichs Hauptstadt Wien verwiesen: Dort seien bereits 40 Prozent der 150.000 Straßenleuchten auf LED umgestellt und damit werde, so Gerald Wötzl von Wien leuchtet, 60 Prozent Energie eingespart und die Lichtverschmutzung sei zurückgegangen.

Diese Beleuchtung muss bewertet und kommentiert werden: Den CO2-Footprint einer solchen – vor allem ästhetischen Aktion – sollte die städtische Verwaltung und auch der zum Stadtwerke-Konzern gehörende Energieversorger Rheinenergie bei solchen Projekten in Zukunft von sich aus bilanzieren und der Öffentlichkeit präsentieren, wenn der von der Verwaltung mitinitiierte und vom Stadtrat mitausgerufene Klimanotstand in Köln ernst genommen werden soll. Sonst bleibt bei aller ästhetischen Freude ein bitterer Beigeschmack.

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