Die Mitarbeiter haben eine Unterschriften-Aktion gestartet. Foto: privat

Köln | Sie wollen nicht aufgeben…

Die Schandtat von Weiden hallt noch immer im Veedel, ja ganz Köln nach. Der beliebte Wirt der Gaststätte „Zur Alten Post“, Manfred Koch (†73) war am 25. März im Lokal getötet worden und seither ist nichts mehr wie es einmal war.

Die früheren Mitarbeiter des beliebten Gastronomen sind nun in der unangenehmen Situation, einerseits die Trauer zu verarbeiten, andererseits aber an sich selbst denken zu müssen und die eigenen Ansprüche durchzusetzen.

Denn gekündigt wurde ihnen bis jetzt nicht.

Getöteter Wirt in Weiden: Mitarbeiter starten Unterschriften-Aktion

Wer kommt für die ausstehenden Löhne auf? Alle Beteiligte ducken sich nach Aussagen der inzwischen als arbeitslos gemeldeten Mitarbeiter charmant weg.

Kochs Schwester, als die potenzielle Erbin, war auf unsere konkrete Nachfrage ausgewichen. Nach Informationen von report-k hat sie aber schon Post der Mitarbeiter erhalten.

„Zu verkaufen“ steht an der Fassade der Alten Post nach wie vor. Foto: privat

Und sie machen nun selbst vor Ort mobil, kämpfen für den Erhalt des Hauses als Lokal und wollen verhindern, dass Immobilienunternehmen aus der „Alten Post“ ein Wohnhaus machen. Denn viele Schilder mit dem Aufdruck „Zu Verkaufen“ hängen nach wie vor an der Fassade aus.

Die Mitarbeiter ihrerseits haben ein großes Banner angebracht, auf dem schon mehrere Freunde und Nachbarn unterschrieben haben. Es geht um eine Unterschriftensammlung zum Erhalt der Alten Post im Sinne von „Manni“ als Gaststätte.

„Die Post ist der Fixpunkt im Veedel. Sie darf nicht sterben. Das wäre nie und nimmer in Mannis Sinne gewesen“, sagt Freund Sebastian M. stellvertretend.

Am 29.April wird Manfred Koch auf dem Zollstocker Friedhof beerdigt und seine letzte Ruhe finden. Was die „Alte Post“ angeht, droht es indes ungemütlich zu werden…