Derya war eine Frau mitten im Leben. Bis sie mit ihrem Sohn Kian getötet wurde. Fotos: privat

Köln | Erst vor vierzehn Tagen war das Urteil im Doppelmord-Prozess von Niehl, der bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte, gesprochen worden.

Die Richterin verhängte über den von Strafverteidiger Gottfried Reims vertretenen Anil G., der gestanden hatte seine Ex-Freundin Derya und den gemeinsamen Sohn Kian am Molenkopf in einer schummrigen Novembernacht 2021 getötet zu haben, die Höchststrafe: Lebenslang mit besonderer Schwere der Schuld.

Die Familie der Getöteten atmete auf und war darüber erleichtert, dass aus ihrer Sicht Derya und Kian doch noch so etwas wie Gerechtigkeit widerfahren war. Doch wie die Angehörigen nun gegenüber report-K erklären, ist die Sache doch noch nicht endgültig ausgestanden.

„Es ist fix, die Gegenseite hat Revision gegen das Urteil eingelegt. Das geht jetzt vor den Bundesgerichtshof nach Karlsruhe“, sagt eine Verwandte der Ermordeten auf Nachfrage.

Die Nachricht versetzte die Familie in neue Aufregung. „Wir wollten es erst nicht glauben. Das ist für mich wie Störung der Totenruhe. Da finde ich keine Worte“, so die Reaktion, „Jetzt zerren sie uns schon wieder wohin. Ein klareres Urteil konnte man doch nicht aussprechen.“