Athen | aktualisiert 16:05 Uhr | In Griechenland hat der Chef des Linksbündnisses Syriza, Alexis Tsipras, die Sondierungsgespräche zu Bildung einer neuen Regierung fortgesetzt.

16:05 Uhr > Samaras für pro-europäische Front in Griechenland
In Griechenland hat der Chef der konservativen Nea Dimokratia, Antonis Samaras, zur Bildung einer pro-europäischen Front aufgerufen. „Wir müssen eine Front bilden, die den Verbleib unseres Landes in der Eurozone sichert“, sagte Samaras im griechischen Fernsehen. Die von den Linksradikalen geforderte einseitige Annullierung des Sparprogramms werde zur Katastrophe führen, warnte der Politiker.

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Noch heute wollte  der Chef des Linksbündnisses Syriza, Alexis Tsipras, in einem Brief an die EU-Kommission und die EZB das Sparprogramm für unwirksam erklären: „Die Entscheidung der Wähler zeigt klar, dass alle Absprachen der alten Regierung zum Rettungsprogramm und alle zugesagten Garantien nichtig sind.“ Der Chef der konservativen Nea Dimokratia, Antonis Samaras, reagierte empört auf die Forderungen. „Was Herr Tsipras da verlangt, führt direkt zum Austritt Griechenlands aus der Eurozone“, sagte Samaras. Angesichts dieses Vorstoßes verlieren zunehmend auch deutsche Politiker die Geduld mit dem Land. „Wenn sich in Griechenland keine Regierung der Vernunft bildet, stehen die Chancen sehr schlecht, dass die Troika im Juni weitere Hilfen gewähren kann“, sagte FDP-Generalsekretär Patrick Döring.

„Die griechischen Parteien sollten bedenken, dass eine stabile Regierung, die sich an die Absprachen hält, Grundvoraussetzung für weitere Unterstützung der Eurozonen-Länder ist“, betonte auch der Präsident des europäischen Parlaments Martin Schulz. Derzeit gilt die Regierungsbildung mit dem Linksbündnis wegen der Mehrheitsverhältnisse im Parlament als unwahrscheinlich. Sollte Tsipras bis Freitagmittag zu keinem Ergebnis gekommen sein, so muss die sozialdemokratische Pasok-Partei einen weiteren Versuch unternehmen. Sie war bei der Parlamentswahl drittstärkste Kraft.

Autor: dts

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