Düsseldorf | Das Land Nordrhein-Westfalen gilt mit seinen Kohlekraftwerken und seinem hohen Anteil fossiler Energieträger als besonders dreckig. Die neue schwarz-gelbe Landesregierung hat in dieser Woche zu einem „Energiegipfel“ in den Wirtschaftsclub Düsseldorf geladen. Ziel war eine möglichst „innovative und verantwortliche Gestaltung“ der Energiewende.

NRW-Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hatte zu diesem Spitzengespräch in die Landeshauptstadt geladen, um mit wichtigen „Stakeholdern“ der Energiewirtschaft gemeinsam über die zukünftige Ausrichtung dieser Branche zu diskutieren. Rund 50 hochrangige Vertreterinnen und Vertreter waren dabei, als die Runde über die nationalen und transnationalen (europäischen) Rahmenbedingungen diskutierte. Themen waren unter anderem Klimaschutz, den Energiemarkt, die Umsetzung der Sektorenkopplung, Versorgungssicherheit sowie wettbewerbsfähige Energiepreise.

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Hintergrund und eigentlicher Anlass der Gespräche in Düsseldorf ist ein von Pinkwart eingeleiteter Prozess für eine Energieversorgungsstrategie des Landes NRW. „Der Wandel unseres Energiesystems ist eine große Herausforderung, die wir für Wirtschaft und Umwelt innovativ und verantwortlich gestalten müssen. Wir haben deshalb heute wichtige Akteure der Branche an einen Tisch gebracht und die Zukunft der Energiewirtschaft mit den Unternehmen und Verbänden diskutiert. Die Impulse des heutigen Gipfels fließen in die weiteren Beratungen unserer Energieversorgungsstrategie ein“, versicherte Pinkwart nach der Diskussionsrunde.

Neben Vertreterinnen und Vertretern aus der Energiewirtschaft waren auch Gewerkschaften und Unternehmen aus besonders energieintensiven Branchen zu dem Treffen geladen. Basis der Debatte und Grundlage ist eine als notwendig erachtete Anpassung der Energiepolitik aufgrund der Regelungen des europäischen Emissionshandels, des „Clean Energy Package“ und der Vorgaben der Bundesregierung, zum Beispiel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien, so das Ministerium weiter. Die derzeitigen Auseinandersetzungen um den Tagebau am Hambacher Wald standen nicht explizit als Thema auf der Agenda. Vielmehr gehe es um die Frage, wie die Energiewende auch im Kohleland NRW langfristig und möglichst ohne große zusätzliche Kosten für Privatverbraucher zu schaffen ist.

Autor: bfl
Foto: Blick auf das Abbaugebiet Hambach im Rheinischen Revier. Die NRW-Landesregierung will einen Konsens über die zukünftige Ausrichtung.

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