2007 wurden 155 Bomben gefunden
Neben der Luftbildauswertung setzt der nordrhein-westfälische Kampfmittelbeseitigungsdienst auf Hightech, um Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg zu finden und zu entschärfen. Vor Räummaßnahmen misst der Kampfmittelbeseitigungsdienst zum Beispiel vor Ort das Erdmagnetfeld. Eisenteile im Boden verursachen darin nämlich Störungen, die mit hochempfindlichen Messgeräten entdeckt werden können. Der Vorteil: Der Untergrund kann ohne zeit- und kostenintensive Erdbewegungen überprüft werden. Innenminister Dr. Ingo Wolf lobte gestern bei einem Besuch des kampfmittelbeseitigungsdienstes bei der Bezirksregierung in Düsseldorf dessen „wertvolle Arbeit zum Schutz der Menschen.“ Vor anstehenden Baumaßnahmen werden grundsätzlich alte Luftbildaufnahmen aus der jeweiligen Gegend ausgewertet. „Dadurch können die Experten frühzeitig erkennen, ob der Boden mit Kampfmitteln belastet ist und schon vor dem Baubeginn Räummaßnahmen veranlassen“, so Wolf. Für diese Luftbildauswertung können die beiden Kampfmittelbeseitigungsdienste Nordrhein-Westfalens in Düsseldorf und Arnsberg auf etwa 330.000 Luftbildaufnahmen der Briten und Amerikaner aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgreifen. Diese Aufnahmen werden mit modernen photogrammetrischen Verfahren ausgewertet. Im Jahr 2007 wurden durch 8410 Luftbildauswertungen immerhin 155 Bomben in Nordrhein-Westfalen gefunden.

Budget von 14 Millionen Euro jährlich für Beseitigung
„Auch mehr als 63 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges finden sich immer noch viele Blindgänger in nordrhein-westfälischer Erde“, sagte Wolf. So wurden im vergangenen Jahr beispielsweise 1589 Bomben aller Arten mit insgesamt 37.046 Kilogramm Sprengstoff geräumt. Außerdem entfernten die beiden Kampfmittelbeseitigungsdienste 116.550 Grananten mit einem Explosivstoff von 9.538 Kilogramm und 86 Minen mit einem Explosivstoff von 344 Kilogramm. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf hat im Mai ein neues Gebäude im Düsseldorfer Norden bezogen. An diesem Standort ist für die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln nun die Luftbildauswertung, die Kampfmittelentdeckung und auch die zentrale Steuerung des Außendienstbereichs zentralisiert. Für die Regierungsbezirke Münster, Detmold und Arnsberg ist der Kampfmittelbeseitigungsdienst in Arnsberg. In den jeweiligen Zentralen werden die Einsätze der Kampfmittelbeseitiger geplant und auch die Aufträge an Fachfirmen vergeben, die das Land Nordrhein-Westfalen überwiegend für größere Räumvorhaben einsetzt. Für die Beseitigung von Kampfmitteln in allen fünf Regierungsbezirken Nordrhein-Westfalens steht jährlich ein Haushaltsvolumen von 14 Millionen Euro zur Verfügung.

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„Ab in die Mitte! – Die City-Offensive NRW“:
Zum zehnten Mal können sich die Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen am Landeswettbewerb „Ab in die Mitte!“ beteiligen. Bis zum 24. Oktober haben sie Zeit, ihre Projektideen für das kommende Jahr zu erarbeiten. Das Motto im Jubiläumsjahr lautet „Stadt.Einfach.Machen“. Im Dezember werden die Preisträger für 2009 bekannt gegeben. „Mit der City-Offensive produzieren wir nicht nur kurzfristige Feuerwerke in den Städten. Im Rahmen der Wettbewerbe entwickeln engagierte Bürger, Handeltreibende, Stadtmarketingexperten und Angestellte der Kommunen überall im Land gute Ideen. Auch wenn nicht alle davon prämiert werden, ist der Grundstein für einen kreativen Umgang mit der Stadtentwicklung gelegt. Über 170 Städte und Gemeinden haben sich in den neun Jahren beteiligt, rund dreizehn Millionen Euro Fördergelder wurden investiert“, sagte Bauminister Oliver Wittke am Dienstag (5. August) in Düsseldorf. Was macht eine Stadt aus? Dieser zentralen Frage sollen sich die Konzepte für die Veranstaltungen 2009 widmen. Die „Ab in die Mitte!“-Aktionen sollen Impulse geben, sich mit Aspekten wie Erreichbarkeit, Sauberkeit, Sicherheit, Helligkeit, Attraktivität und Herzlichkeit auseinanderzusetzen.

Mehr Menschen in Stadtzentren locken
Dahinter steht immer das Ziel, mehr Menschen in die Stadtzentren zu locken und diese langfristig zu stabilisieren. Denn die demografische Entwicklung und der Strukturwandel verändern Gesellschaft und Wirtschaft in den Städten in dramatischem Ausmaß. Es gilt, der zunehmenden Zerstückelung des städtischen Lebensraums und der Verödung der Innenstädte entgegenzuwirken und die gewachsenen Zentren als Orte der Vielfalt und Identität zu stärken – nicht zuletzt für den Wettbewerb mit Monostrukturen oder dem großflächigen Einzelhandel.

[nh; Quelle: NRW-Innenministerium; NRW-Verkehrsministerium]

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