Der Kölner Dom gehört zu den großen Attraktion der Stadt. Foto: Bopp

Köln | Am kommenden Wochenende freuen sich die Katholiken auf das Osterfest. Es soll ein friedliches Fest im Kreise der Familie werden.

Im Erzbistum Köln wird man sich nach den wichtigsten Tagen der Kirche große Gedanken um die Zukunft machen müssen. Das Amtsgericht Köln hat am Montag (11. April) die Austrittszahlen für das Quartal 2022 veröffentlich. Und so viele Menschen wie in den ersten drei Monaten des neuen Jahres sind noch nie aus der Kirche ausgetreten.

5.780 Menschen traten im ersten Quartal aus der Kirche aus

5.780 Personen haben die Entscheidung getroffen, im Jahr 2021 waren es im ersten Quartal nur 3.346, 2020 waren es nur 2.239.

Das Amtsgericht Köln schlüsselt seine Statistik zwar nicht nach Konfessionen auf; aber es kann als sicher gelten, dass die drastische Zunahme zum größten Teil auf das Konto der Katholiken geht.

Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. Foto: Bopp

Grund: Der desaströse Umgang mit der Ausarbeitung von sexuellem Missbrauch durch Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. Der Kardinal hatte sich eine Auszeit erbeten, in der Hoffnung, dass in der Kirche wieder ein wenig Normalität einkehren würde, seit Aschermittwoch hat Woelki seinen Dienst wieder angetreten.

Vertrauen zu Kardinal Rainer Maria Woelki ist zerstört

Möglich, dass sich daraufhin viele Menschen von der Kirche abgewendet haben. Maria Mesrian von der Reformbewegung Maria 2.0 versuchte mit Protesten immer wieder auf die Probleme aufmerksam zu machen. Für sie könne die Arbeit des Erzbistums mit Woelki nicht so weitergehen. Das Vertrauen sei zerstört.

Mesrian sagte damals dem WDR: „Dass Kardinal Woelki zurückkommt, zeigt die absolute Arroganz der Macht. Einfach darüber hinwegzugehen, was die Gläubigen denken, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter denken.“ Kaum jemand im Bistum könne sich vorstellen, dass mit Woelki ein Neuanfang möglich sei.