Plakate von Jochen Stankowski in der Ausstellung "Anschläge"

Köln | In der Kölner Südstadt in einem Gebäude sind sie angeschlagen: Die Plakate der Ausstellung Anschläge von Jochen und Martin Stankowski in der Horbach-Stiftung. Ein Ausstellung die noch bis zum 24. November andauert und die nicht nur wegen der gehängten Plakat-Kunstwerke sehenswert ist, sondern für einen Diskurs steht der geführt und der durch die Ausstellung eigentlich eröffnet werden muss.

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Es ist ein Diskurs über Kommunikationsblasen, öffentlichen Raum, die Herstellung von Öffentlichkeit und wie wir Meinungsfreiheit und Diskurs leben können in Unabhängigkeit von allzu großen Produktionsmitteln. Und wie Produktionsmittel überhaupt erst geistige Schöpfung in visueller und textlicher Form ermöglichen. Wer die Ausstellung besucht, wird bei manchen Plakaten glauben, diese beleuchten Themen der Gegenwart in Köln. Denn sind Themen, die Köln bewegen: Mieten, Wohnen oder Stadtgestaltung und Stadtgesellschaft. Bei manchen Themen hat sich etwas zum Positiven bewegt, etwa der Frage wie Psychatrie in der Gesellschaft gesehen und umgesetzt wird. Andere Themen sind unerledigt.

Besonders empfehlenswert ist übrigens auch der Katalog von Jochen und Martin Stankowski. Die Plakate und Visualisierung bis hin zu höchster typografischer Kunst mit analogen Gestaltmitteln die lange vor dem Desktop-Publishing lagen, stammen von Jochen Stankowski. Der spielt eine typografische Sinfonie vor und daher ist die Ausstellung nicht nur für politisch Interessierte ein Muss, sondern auch für angehende Designer*innen, die sich inspirieren lassen können, was ein Vergrößerung mit Schwarz-Weiß-Kopierer aus einer mit der Schreibmaschine getippter Type oder einer Bodoni extrafett macht. Das Stankowski ein besonderer Könner der Platzierung auf vorgegebenen Flächenmaß ist, versteht sich da von selbst. Für alle die, die nicht das analoge Zeitalter miterlebten, eine Vorstellung, wie das früher war: Da wurden Letraset-Buchstaben gerubbelt und das musste beim ersten Versuch sitzen. Könner klebten mit Prittstift, denn auch da gab es keine Korrekturmöglichkeit und die Feiglinge mit Fixogum, da konnte alles korrigiert werden.

Die Texte von Martin Stankowski erweitern den Horizont in textlicher Hinsicht. So schreibt Stankowski zur Ausstellung: „Die Mehrheit der hier dokumentierten Plakate wurde als Meinungsträger im öffentlichen Diskurs verwandt und meistens auch so verstanden: als Medien in einer wachen Demokratie und Gesellschaft.“

Mehr zur Ausstellung: https://www.report-k.de/ausstellung-politische-plakatkunst-aus-5-jahrzehnten-in-koeln/

Geschrieben – Gestaltet – Gedruckt – Geklebt
AnSchläge
5 Jahrzehnte politische Plakate in Köln

Galerie Horbach
Wormserstr. 23
Südstadt Köln

Eröffnung: 31. Oktober, 11 Uhr
Die Ausstellung ist bis 24. November geöffnet
Öffnungszeiten:
Mi.: 17-19 Uhr
Fr.: 17-19 Uhr
Sa.: 14-17 Uhr
So.: 11-14 Uhr

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