Der Screenshot zeigt den NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst und Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker beim Besuch des Drive-Through-Impfzentrums an der Lanxess Arena in Köln am 23.11.2021

Köln | Die Stadt Köln eröffnete heute ihr stark kritisiertes Drive-Through-Impfzentrum an der Lanxess Arena. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst besuchten das Impfzentrum und gaben Statements ab.

Reker stellte fest, dass an der Lanxess Arena alleine heute mehr als 1.000 Menschen geimpft werden sollen und dass in den kommenden Tagen bis zu 2.000 Menschen pro Tag geimpft werden sollen. Nach der Kritik wird die Stadt ab kommender Woche ein Angebot auch für Fußgängerinnen und Fahrradfahrerinnen schaffen. Auch dieses Angebot soll eine Kapazität von 1.000 möglichen Impfungen pro Tag vorhalten.

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15.000 Impfungen am Tag

Reker will insgesamt die städtische Kölner Impfkapazität auf 6.000 täglich ausbauen, etwa auch durch die mobilen Impfangebote. Zudem rechnete die Oberbürgermeisterin vor, dass die niedergelassenen Hausärzte in Köln bis zu 9.000 Impfungen täglich verabreichen könnten. Damit will Reker zusammengezählt 15.000 Impfungen am Tag schaffen und nennt dies als wichtiges Ziel, dass die Stadt erreichen will. Rein rechnerisch bedeuten 15.000 Impfungen auf 1 Million Einwohner grob 66 Tage, die die Stadt braucht, wenn sich alle impfen oder boostern lassen. Überschlagen würde dies zwei Monate bedeuten oder die letzten Impfungen dann im Januar erfolgen, um den Zeitraum einmal zu verdeutlichen.

Reker: Gut durch die Pandemie gekommen

Reker sagte, dass Köln „vergleichsweise gut durch diese Pandemie gekommen ist“. Reker dankte Wüst, dass durch das Land NRW der Karneval mit der 2G-Regel ermöglicht wurde und auch jetzt die Weihnachtsmärkte geöffnet werden konnten. Reker: „Wir haben in Köln immer versucht ein Stück weit vor die Lage zu kommen. Wir haben früh mit Testungen in Pflegeheimen begonnen und haben auch sehr früh die Impfungen in den vulnerablen Stadtteilen durchgeführt. Und alles das hat dazu geführt, dass wir mit 74 Prozent vollständig Geimpften ganz weit vorne liegen und auch bei den Booster-Impfungen der über 60-Jährigen mit knapp 18 Prozent über dem Landes- und Bundesdurchschnitt.“ Weiter sagte Reker: „Jetzt kann man sich natürlich überlegen, wie kommt man gut durch die Pandemie. Ich mache das auch immer dadurch deutlich, dass ich sage bei uns sind ungefähr die Hälfte der Menschen gestorben die im Bundesdurchschnitt gestorben sind, nämlich 1,06 Prozent. Auch die Hospitalisierungsrate liegt in Köln bei 2,2 Prozent und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt und damit sind wir gut aufgestellt. Wir werden es aber ohne die Überzeugung unserer Einwohnerinnen nicht schaffen diese 4. Welle zu brechen.“ Reker erneuerte den Appell an alle Kölnerinnen sich impfen zu lassen.

„Corona ist wieder das Top-Thema“

NRW-Ministerpräsident Hendrick Wüst stellt fest, dass „Corona ist wieder das Top-Thema“ ist. Wüst nennt das Impfen die entscheidende Waffe im Kampf gegen Corona und der Schlüssel raus aus der Pandemie. Alleine in den letzten Tagen seien in NRW 160.000 Impfungen und davon 120.000 Booster-Impfungen verabreicht worden. Wüst betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit von Bund, Land und Kommunen. Die 15.000 möglichen Impfungen in Köln pro Tag seien ein starkes Signal so der NRW-Ministerpräsident, der Köln bescheinigt in der Pandemie immer sehr engagiert gewesen zu sein. Wüst fordert einen kreativen Umgang um ein noch höheres Tempo beim Impfen vorzulegen und etwa auch Zahnärzte in die Impfkampagne einzubinden.

Zur Impfpflicht sagte Wüst: „Das Thema Impflicht kann ich sehr gut nachvollziehen insbesondere aus der Sicht derer, die alles getan haben in dieser Pandemie, um sich ihre Liebsten und andere zu schützen. Alljene, die sich an alle Regeln gehalten haben, alljene die sich impfen haben lassen, die jetzt die Boosterimpfung nehmen können überhaupt nicht nachvollziehen, dass eine Minderheit uns alle wieder in das Risiko bringt Lockdowns zu machen, was wir alle nicht wollen, deswegen diese großen Anstrengungen. Also eine sehr sehr nachvollziehbare Debatte, die wir jetzt breit führen müssen. Das ist meine feste Überzeugung. Man kann nicht monatelang sagen, wir wollen das nicht und dann von einem Tag auf den anderen es wollen, als Staat, weil wir schon auch ein Stück weit Glaubwürdig bleiben müssen. Das ist ganz ganz wichtig, dass ist unser Kapital auch in den nächsten Wochen werden wir Glaubwürdigkeit brauchen, deswegen finde ich gut, dass diese Debatte angestoßen wird.“ Wüst will die Debatte durch den Ethikrat führen lassen.

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