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Köln | red, dts | Der Kölner Energieversorger Rheinenergie erhöht die Preise für Erdgas um 1,80 Cent pro Kilowattstunde (brutto) von bisher 6,07 auf 7,87 Cent. Die Grundpreise sollen stabil bleiben. Es handelt sich damit um eine Erhöhung der Kosten für den Verbrauch.

Der Kölner Energieversorger Rheinenergie teilte die Preiserhöhung zwei Tage nach der Meldung, dass die Füllstände der Gasspeicher in Deutschland steigen, mit. Die Rheinenergie begründet ihre Preiserhöhung mit dem Weltmarkt und der gestiegenen Nachfrage nach Erdgas. Der Energieversorger will seine Kunden noch individuell informieren. Den Strompreis will das Unternehmen stabil halten.

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In seiner Pressemitteilung rechnet der Kölner Energieversorger die zusätzlichen Kosten an einem Beispielverbrauch von 12.000 Kilowattstunden Gas vor. Diese betragen dann 216 Euro mehr im Jahr brutto. Ohne die Verbrauchsmenge anzugeben nennt der Energieversorger Mehrkosten bei einem Einfamilienhaus von rund 360 Euro pro Jahr für Erdgas.

Füllstand der Erdgasspeicher in Deutschland steigt wieder

Die Erdgasspeicher in Deutschland füllen sich wieder. „Aktuell überwiegen in Deutschland insgesamt die Einspeicherungen die Ausspeicherungen, der Füllstand der Speicher steigt also im Moment“, sagte Sebastian Bleschke, Geschäftsführer der Initiative Energien Speichern (INES), dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe). Das trifft nach Angaben Bleschkes auch auf die Gasspeicher in Deutschland zu, die von der russischen Gazprom-Gruppe betrieben werden.

Dort steige der Füllstand seit dem 6. November, sagte Bleschke. Dies „könnte ein Indiz dafür sein, dass die Ankündigung von Einspeicherungen nun operativ umgesetzt wird“, ergänzte Bleschke. INES repräsentiert nach eigenen Angaben mit 14 Mitgliedsunternehmen über 90 Prozent der deutschen Gasspeicherkapazitäten.

Die INES-Mitglieder betreiben damit auch knapp 25 Prozent aller Gasspeicherkapazitäten in der EU. Auch ein anderer Indikator weist darauf hin, dass wieder mehr russisches Gas in die EU strömt: Daten der europäischen Gasfernleitungsbetreiber-Organisation ENTSOG belegen, dass der Gasfluss an der Übergangsstelle Mallnow in Brandenburg an der Grenze zu Polen in den vergangenen Tagen gestiegen ist. In Mallnow erreicht Erdgas aus Russland deutsches Staatsgebiet. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte in der letzten Oktoberwoche die Befüllung europäischer Gasspeicher angekündigt.

Voraussetzung sei, dass zunächst Russlands eigene Speicher aufgefüllt würden, sagte Putin. Danach sollten die Level in den Gasspeichern in Österreich und Deutschland erhöht werden. Dies werde die Lage auf den europäischen Energiemärkten entspannen, prophezeite der russische Präsident.

Gazprom-Chef Alexej Miller hatte im Anschluss erklärt, die russischen Speicher dürften bis zum 8. November vollständig gefüllt sein.

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