Symbolfoto Gurke

Köln | Der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer wendet sich an die rheinischen Bundestagsabgeordneten der Ampel-Koalitions-Verhandler von SPD, Grünen und FDP. Sie sollen sich gegen die Einführung eines Mindestlohns von 12 Euro pro Stunde einsetzen, denn diese Erhöhung hätte gravierende Auswirkungen auf den rheinischen Obst- und Gemüseanbau.

Die Einlegegurke

„Die angestrebte Erhöhung auf 12 Euro je Stunde hätte gravierende Auswirkungen auf den Obst- und Gemüsebau im Rheinland, in Nordrhein-Westfalen und in ganz Deutschland“, so Nagelschmitz. Schon jetzt müssten sich die Obst- und Gemüseerzeuger starker Konkurrenz aus Billiglohnländern erwehren. Insbesondere Kulturen, die nur von Hand geerntet werden könnten, stünden bereits unter enormem Druck. Sie könnten bei fortschreitenden Lohnkostensteigerungen künftig nicht mehr in der Region angebaut werden. Am Beispiel der Einlegegurke, die mittlerweile fast vollständig aus dem Anbau im Rheinland verschwunden sei, machte Nagelschmitz deutlich, dass auch andere bei den Verbrauchern sehr beliebte Obst- und Gemüsearten, wie Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren, Süßkirschen und viele Gemüsearten, kurz vor dem Aus stünden. Importe aus Nordafrika, Südeuropa und Südamerika verdrängten heimische Erzeugnisse, deren Anbaubedingungen den höchsten Anforderungen entsprächen und die auf kurzen Transportwegen klimafreundlich zu den Verbrauchern gelangten. „Immer häufiger müssen sich unsere deutschen Lieferanten einem Preiskampf stellen, den sie wegen der niedrigeren Lohnkosten in den Konkurrenzländern nicht gewinnen können“, so Christoph Nagelschmitz, Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer.

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Die Ressortfrage

Der Verband stellt für die Abgeordneten vor allem der Grünen unangenehme Fragen, etwa nach der Regionalität von Lebensmitteln in Ballungsräumen in NRW oder unter welchen Sozial- und Umweltstandards Lebensmittel für deutsche Verbraucher erzeugt werden. „Sorgen Sie dafür, dass bei den jetzt beginnenden Koalitionsverhandlungen nicht in der Arbeitsgruppe „Landwirtschaft und Ernährung“ nachhaltige regionale Erzeugung und Verbrauch gepriesen und gefördert werden, zeitgleich in der Arbeitsgruppe „Arbeit“ mit der Anhebung des Mindestlohnes dem regionalen Obst- und Gemüsebau das Grab geschaufelt wird“, so die Forderung von Nagelschmitz.

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