Köln | Als Nik P. weit nach Mitternacht seinen Kulthit „Ein Stern, der deinen Namen trägt“, anstimmte, mobilisierten die 12.000 Fans in der Lanxess-Arena die letzten Kräfte. Es war das letzte Highlight der „Schlagernacht der Jahres“, die am Samstagabend im Henkelmännchen stieg.
Schon am Nachmittag hatten sich die Besucher im Innenraum und auf den Tribünen warm getanzt und die Stimme mit viel Alkohol geölt. Schließlich mussten sie drei Jahre lang warten, bis die große Schlager-Sause endlich stattfinden durfte. Und sie kamen bei 15 Künstlern und Bands auf ihre Kosten, über sechs Stunden Musik gab es zu hören.
Schlagernacht des Jahres: Voxxclub eröffneten die Show
Um 18.03 Uhr ging dann die Party mit Voxxclub los und die Gaudiband aus Bayern sorgte gleich für gute Stimmung. Der nächste große Höhepunkt war der Auftritt von Nino de Angelo. „Ich bin nach vielen Jahren endlich mal wieder in Köln. 37 Jahre habe ich hier gelebt, meine Mutter und meine Kinder leben immer noch in dieser schönen Stadt. Ich werde noch zwei, drei Tage bleiben“, erzählte der „Jenseits von Eden“-Sänger. De Angelo wirkte nach einer schweren mentalen Zeit während der Pandemie auf der Bühne aber sichtlich angeschlagen.

Danach verwandelte Giovanni Zarrella die Lanxess-Arena in Bella Italia. Und sorgte mit zwei Duetten mit dem letztjährigen DSDS-Gewinner Ramon Roselly für eine besondere Stimmung. „Köln hat die schönste Arena Deutschlands“, schrie das ehemalige Brosis-Mitglied ins Mikrofon und machte Werbung für seine erste Solo-Tour, die ab September stattfinden soll.
Schlagernacht des Jahres: Olli P hielt nach Krankheit durch
Für den gebürtigen Berliner Olli P war Köln auch ein Art Heimspiel. Deshalb wollte der Sänger auch unbedingt fit werden. „Vor drei Tagen war ich noch krank, deshalb hoffe ich, dass ich durchhalte. Wenn nicht, zieht mich einfach von der Bühne“, sagte der 43-Jährige und saugte die Stimmung auf. „Wir treffen uns einfach jetzt jeden Samstag in der Arena und feiern zusammen:“ Zudem machte Olli Selfies mit den Fans in der ersten Reihe und freute sich über den Sieg des 1. FC Köln über Bielefeld. „Ich genieße den Abend. Es ist so schön, dass auch noch der FC 3:1 gewonnen hat.“
Auch Mickie Krause ist der Siegeszug der Geißböcke nicht verborgen geblieben. „Es sieht ja gut aus, dass nächstes Jahr in Köln international gespielt wird“, sagte der Mallorca-Star. Und sprach ernst über die Gerüchte über eine Blasenkrebs-Diagnose direkt an: „Es gab ja viele Spekulationen um meine Gesundheit. Ich kann nur sagen: Mir geht’s gut, ich bin gesund und munter und werde 100 Jahre alt.“ Dann gab es aber wieder ordentlich Mallorca-Stimmung und riss mit „Schatzi schenk mir ein Foto“, „Sie hatte nur noch Schuhe an“ oder „Geh mal Bier holn“ die Hütte ab.

Einen besonderen Moment boten Matthias Reim mit seinem Filius Julian. Papa und Sohn sangen zusammen „Father and son“ von Cat Stevens in einer Akkustikversion.
Auch mit dabei waren Vincent Gross, Max Weidner, Münchner Freiheit, Thomas Anders mit einem Medley von Modern Talking-Songs, Team5ünf und Anna Maria Zimmermann. Die Sängerin sprach vielen Menschen aus dem Herzen, als sie sagte: „Ich möchte gar nicht mehr von der Bühne gehen.“