Noch bis zum 23. Juni steht Nikita Boutorini beim Roncalli's Apollo Varieté auf der Bühne. Foto: Eppinger

Düsseldorf Bereits mit fünf Jahren steht Nikita Boutorine als Artist das erste Mal im Rampenlicht. Heute, mit 28 Jahren hat er die fast ganze Welt bereist und macht gerade Station im Roncalli’s Apollo Varieté in Düsseldorf. “Ich bin aus der Zirkuswelt nie herausgekommen und damit aufgewachsen. Natürlich hatten mein Bruder und ich als Kinder Wünsche wie Pilot oder Polizist, aber letztlich war es dann doch die Welt des Zirkus und des Varieté, die uns begeistert hat”, sagt Boutorine, der sich am Japan-Tag gerade seinen Weg durch das sehr gut mit Menschen gefüllte Rheinufer zu seinem Arbeitsplatz gebahnt hat.

Nikita Boutorine bei der aktuellen Show „Apollo Traumschiff“. Foto: Roncalli’s Apollo Varieté

“Meine Familie kommt ursprünglich aus Russland, wo der Zirkus sehr angesehen ist. Mein Vater war mit einem Partner als Clownsduo unterwegs und genau das habe ich dann mit fünf Jahren auch gemacht. Danach habe ich alles ausprobiert, die Jonglage genauso wie die Akrobatik. Aber eigentlich bin ich durch und durch Komiker. Das ist meine Leidenschaft, mein Talent und meine tägliche Motivation. Ich liebe es, die Leute zu unterhalten und ihnen ganz nahe zu sein.”

Mit zehn Jahren entdeckt der Artist die Leiterakrobatik für sich

Trotzdem entdeckt der junge Artist mit gerade einmal zehn Jahren eine weitere, sehr anspruchsvolle Disziplin der Zirkus- und Varietéwelt – die Leiterakrobatik. “Das ist eines der seltensten Genres, die es bei uns gibt und eine sehr schwierige Balancesache, für die man viel und lange trainieren muss. Während man auf der Leiter sein Gleichgewicht hält, zeigt man als Artist gleichzeitig seine Tricks wie zum Beispiel einen Salto. So ist die Leiterakrobatik auch sehr gut nachgefragt und man bekommt damit als Artist weltweit tolle Aufträge.”

Bei der aktuellen Sommershow “Apollo Traumschiff – Ab in den Süden” vereint Boutorine in Düsseldorf gerade beide Welten. So zeigt er in einer Nummer als Akrobat sein ungewöhnliches Können an der Leiter, um später in der Show wieder als Comedian zurückzukehren und sich dabei unter anderem humorvoll mit dem Repertoire der Illusionisten auseinanderzusetzen.

Nikita Boutorine in den Kulissen der Sommershow. Foto: Eppinger

“Unsere Show macht wirklich Lust auf den bevorstehenden Sommerurlaub, wobei mein Beruf eigentlich schon immer mit dem Reisen verbunden ist. Für mich macht die Show großen Spaß, da wir eine tolle Truppe sind, die über eine große Ausstrahlungskraft verfügt. So stehen viele junge und internationale Artisten auf der Bühne, die dem Ganzen viel Frische und Schwung geben. Das Feedback unseres Publikums ist auf jeden Fall durchweg positiv”, sagt Boutorine, der überlegt, in diesem Jahr eventuell in Spanien seinen Urlaub zu verbringen. “In der Show ist dieses Land direkt die erste Station unserer Reise.”

Den Kontakt zu Bernhard Pauls Familie hat der in München aufgewachsene Artist schon lange. “Meinen ersten Vertrag bei Roncalli hatte ich 2016 bei “Route 66”. Damals habe ich sehr viel gelernt. Danach wurde ich immer wieder anfragt und war auch auf dem Schiff, der MS Europa, zweimal unterwegs.

Beim Varieté sieht Boutorine viele Vorteile: “Ich habe meine ersten Schritte natürlich in der Zirkusmanege gemacht, wo man eine 360 Grad-Perspektive hat. Das ist beim Varieté natürlich anders, da muss alles von der Bühne aus nach vorne gehen. Ich mag aber diese Art, sein Können zu zeigen sehr. Das Apollo-Varieté gefällt mir dabei besonders gut. Hier gibt es immer tolle, hochwertige Shows mit einem großartigen Sound und Licht. Für mich gehört das zu den schönen Varietés in Europa. Außerdem mag ich auch die Stadt und die Region sehr gerne.”

Nikita Boutorine war auch schon bei TV-Produktionen und Webespots im Einsatz

Neben seinen Auftritten im Apollo gehört für Boutorine auch die Büroarbeit zum Alltag. “Ich produziere eigene Shows und führe dabei auch die Regie. Da gibt es immer viel zu organisieren. Darin liegt meine berufliche Zukunft”, erklärt der Artist, der auch bei verschiedenen TV-Produktionen schon zu sehen war. “Dazu gehört der Werbespot für den Knoppers-Riegel, bei dem ich akrobatisch als junger Student mit der Leiter in der Berliner Staatsbibliothek unterwegs war. Der Spot ist ein Jahr im deutschsprachigen Raum und später auch in den Niederlanden gelaufen.”

Ein besonderes Erlebnis hat den Artisten beim Bregenzer Festival begeistert: “Damals habe ich meine Leiterakrobatik bei ‘Rigoletto’ in 40 Metern Höhe auf einem riesigen Clownskopf gezeigt. Das war ein einzigartiger Auftritt mit 27.000 Zuschauern und vielen Opernstars auf der größten Seebühne der Welt.”

Service: Das “Apollo Traumschiff” läuft noch bis zum 23. Juni im Apollo-Varieté von Roncalli am Düsseldorfer Rheinufer unweit des Landtags. Die Karten kosten zwischen 19 und 72 Euro.

www.apollo-variete.com