Köln | Am 08. Oktober 2013 fand vor dem Hauptgebäude der Universität zu Köln am Albertus-Magnus-Platz eine Aktion zum Thema „ studentische Wohnungsnot in Köln“ statt. Der Prorektor für Studium und Lehre Prof. Dr. Stefan Herzig, der Geschäftsführer des Kölner Studentenwerks Dr. Peter Schink und der Leiter des Kölner Rosenmontagszuges Christoph Kuckelkorn stellten in diesem Rahmen den Persiflagewagen des vergangenen Rosenmontagszuges in den Mittelpunkt, um die Kölner Öffentlichkeit dazu aufzurufen ungenutzten Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Brasilianische Favelas auf dem Karnevals-Festwagen der Uni Köln waren bereits beim letzten Rosenmontagszug Symbolbild für die Wohnungsknappheit der Kölner Studenten. Die Botschaft des Persiflagewagens „Favelas für die Studentenflut“ ist auch jetzt noch aktuell, denn die angespannte Wohnungssituation, insbesondere für Erstsemester ist schwierig. Von rund 11.000 suchenden Studenten gehe man momentan aus, so der Geschäftsführer des Kölner Studentenwerks Dr. Peter Schink. Dieser Bedarf kann nicht allein durch den zur Verfügung stehenden Wohnraum des Studentenwerks gedeckt werden, obwohl das Angebot kontinuierlich erweitert wird. Zudem erschwert der doppelte Abiturjahrgang die Wohnungssuche zusätzlich. Dies nimmt Kuckelkorn, Vizepräsident des Festkomitees Kölner Karneval zum Anlass, den Festwagen noch einmal auszustellen, um die Brisanz der Wohnungsknappheit zu verdeutlichen.

Werbung

Um noch mehr Aufmerksamkeit zu erregen wurden im namen der Uni Köln Flugblätter verteilt, in denen um die Mithilfe der Bürger gebeten wurde. Man erhoffe sich dadurch noch ungenutzten Wohnraum zu finden, der den Studenten zur Verfügung gestellt werden kann, so Prof. Dr. Stefan Herzig, Prorektor für Studium und Lehre der Universität zu Köln. Weiter sagt Herzig, es sei Aufgabe der Uni ausreichend Wohnraum für Studenten bereit zu stellen. Zwei Drittel der wohnungssuchenden Erstsemester kommen laut Angaben des Prorektors aus angrenzenden Orten und wohnen bei den Eltern, sodass die Möglichkeit zum Pendeln bestehe.

Viel schwieriger verhalte es sich mit ausländischen Studenten. Das Studentenwerk verzeichnet unter den aktuellen Anmeldungen einen Anteil von rund 35 Prozent ausländischen Studenten, die noch Wohnraum benötigen. Ausländische Studierende haben weniger Chancen eine Bleibe zu finden, da sie oft nicht gut integriert werden können, so Herzig. Mit der Kampagne „Zimmer frei? Vermieten Sie an Studierende!“, sollen zusätzlich private Vermieter angesprochen werden, ihren ungenutzten Wohnraum für Studierende zur Verfügung zu stellen.

Bereits vor einem Jahr war die Wohnungsproblematik Thema, was dann von der Universität und dem Kölner Karnevalskomitee für die Präsentation im Kölner Rosenmontagszug umgesetzt wurde. Die Symbolik liege im Karneval, oder viel eher noch in der anschließenden Fastenzeit, so der Geschäftsführer des Studentenwerks. Die Fastenzeit bedeute gleichzeitg Beschränkung, genau diese Beschränkung, die Studenten durch unfreiwillige Wohnungsnot ereile, wolle man untermalen, erklärt Schink.

Autor: Dagmar Kabala
Foto: Festwagen des vergangenen Rosenmontagszuges

Werbung